Quelle: Enercon
Der Windanlagenbauer aus Aurich hat im vergangenen Jahr wieder schwarze Zahlen geschrieben. Mit dazu beigetragen hat eine Umsatzsteigerung.
Der Windkraftanlagenhersteller Enercon hat den Turnaround geschafft. Nach Jahren mit Verlusten ist das Unternehmen im vergangenen Jahr wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt. Das Geschäftsergebnis 2025 nach Abschreibungen, Zinsen und Steuern (Ebitda) lag bei 11,99 Millionen Euro. Im Jahr zuvor hatte Enercon bei dieser Kennzahl noch ein Minus von 177,91 Millionen Euro ausgewiesen.
Auch beim Umsatz verzeichnete das Unternehmen einen Anstieg. Der Konzernumsatz der Enercon-Dachgesellschaft UEE Holding SE & Co. KG erhöhte sich 2025 auf 4,45 Milliarden Euro. Im Vorjahr waren es 3,83 Milliarden Euro. „Das zweite Jahr in Folge konnten wir unseren Umsatz um rund 16 Prozent steigern“, sagt Enercon-CEO Udo Bauer.
Enercon konzentriert sich auf Windkraftanlagen an Land und produziert keine Offshore-Turbinen. Im vergangenen Jahr nahm das Unternehmen insgesamt 627 Anlagen mit einer Gesamtleistung von 2.785 MW in Betrieb. 2024 waren es 2.776 MW gewesen. Die neu installierte Leistung blieb damit trotz des Umsatzwachstums annähernd konstant.
Deutschland war 2025 ein wichtiger Markt für das Unternehmen. Enercon nahm hier Windenergieanlagen mit insgesamt 1.594 MW Leistung in Betrieb. Gemessen an der neu installierten Leistung erreichte der Hersteller damit nach eigenen Angaben einen Marktanteil von 30,4 Prozent.
Auch auf dem europäischen Markt erhöhte Enercon seinen Anteil. Dieser stieg den Unternehmensangaben zufolge von 15,1 Prozent im Jahr 2024 auf 15,5 Prozent im vergangenen Jahr. Der nach installierter Leistung größte Exportmarkt war 2025 die Türkei. Insgesamt nahm Enercon außerhalb Deutschlands Anlagen mit einer Leistung von 1.192 MW in Betrieb.
Der Vorstand erwartet, dass sich die Geschäftsentwicklung fortsetzt. Dabei verweist das Unternehmen insbesondere auf seine Auftragslage. „Wir verzeichnen weiterhin einen starken Auftragseingang – mit einer Steigerung von 40 Prozent gegenüber den Vorjahren. Bis Jahresende 2025 belief sich unser Auftragseingang auf 5,85 Milliarden Euro“, sagt CEO Udo Bauer. „Wir haben darüber hinaus eine stabile Auftragssituation auch in die nächsten Jahre hinein. Unsere Auftragsbücher sind bis 2028 gefüllt.“
Eine entscheidende Rolle bei den Auftragseingängen spielt nach Angaben des Herstellers das neue Top-Modell E-175 EP5. Die Onshore-Anlage verfügt in ihrer aktuellen Ausführung über eine Nennleistung von bis zu 7 MW und einen Rotordurchmesser von 175 Metern. Enercon richtet das Modell insbesondere auf Standorte mit mittleren und schwächeren Windgeschwindigkeiten aus.
Enercon ist international aktiv, wobei der Schwerpunkt weiterhin auf Europa liegt. Das Unternehmen unterhält Vertriebs- und Servicepräsenzen in zahlreichen Ländern. Zu den wichtigen Auslandsmärkten und Standorten zählen die Türkei, Frankreich und Portugal.
Enercon mit Sitz im niedersächsischen Aurich wurde 1984 von Aloys Wobben gegründet. Eigentümer der Unternehmensgruppe ist die Aloys Wobben Stiftung. Sie hält die Anteile an der UEE Holding, unter deren Dach die Enercon-Gruppe organisiert ist. (sag)
Montag, 10.08.2026, 16:21 Uhr
Stefan Sagmeister
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