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Genehmigungen: ja, Zuschlag: nein? Vor dieser Entwicklung für Baden-Württemberg warnen 22 Projektierer von Windkraftanlagen an Land. Sie fordern Korrekturen am EEG für den Süden.
So klingt Düsternis: 22 Entwickler von Windparks aus Baden-Württemberg fordern Änderungen am Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), um ein Aus dieser Ökostromtechnik im Südwesten der Republik zu vermeiden. Um nicht weniger als die Zukunft der Energiewende gehe es, heißt es in einer Mitteilung von Badenova.
Von einem bevorstehenden „Genickbruch“ für die Energiewende im Süden, der „wir nicht tatenlos zusehen wollen“, spricht Dirk Sattur, Vorstand von Badenova. Der Versorger aus Freiburg gehört zu den Unterzeichnenden eines „Forderungspapiers Wind an Land“, das sie an politisch Verantwortliche gerichtet haben.
Bei der Novelle des EEG müsse das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie unbedingt die sich verschlechternde Situation für Windkraftanlagen im Süd(west)en Deutschlands berücksichtigen. Die Bestandsaufnahme fällt bei den Unternehmen, zu denen auch Ökostrom und EWS Schönau zählen, denkbar schlecht aus. Mit ihren besonderen Bedingungen hätten Projektierer aus Baden-Württemberg und Bayern kaum Chancen auf einen Zuschlag bei den Ausschreibungen.
Das Bündnis der Unterzeichnenden reagiert mit dem Papier direkt auf die „dramatische Überzeichnung“ der jüngsten Ausschreibung der Bundesnetzagentur. Die Unternehmensberatung Enervis prognostiziere für Baden-Württemberg und Bayern unter den aktuellen Bedingungen eine Nullrunde für beide südlichen Bundesländer.
Die Probleme sehen die Unternehmen im EEG-Mechanismus. Dieser missachte „zentrale Kostenfaktoren im Südwesten“:
- höhere spezifische Projektkosten durch anspruchsvolle Topographie und Genehmigungsverfahren sowie kleinteiligere Projekte,
- teure Infrastrukturmaßnahmen wie Erschließungswege, Kabeltrassen und Speziallogistik,
- für das Energiesystem vorteilhafte Erzeugungsprofile, die Netzengpässe reduzieren könnten.
Zwar steige die Anzahl der Genehmigungen für neue Anlagen im Ländle. „Doch was bringt das, wenn diese Projekte keine wirtschaftliche Perspektive haben“, lautet eine rhetorische Frage in dem Schreiben. Es seien viele genehmigte Windparks baureif, sie „brauchen jetzt den Zuschlag“.
Eine Bevorzugung von Standorten im windstärkeren Norden, wo der Wind „zeitlich anders“ wehe als im Süden, sei kontraproduktiv. Dann seien dort „noch mehr Speicherkapazitäten und weitere Stromtrassen“ in den Süden erforderlich. Energie- und volkswirtschaftlich sei es daher sinnvoll, Windkraft auch im Süden zu fördern, in der Nähe industrieller Verbraucher und mit hohem Nutzen für die Netzstabilität.
Freitag, 27.02.2026, 09:18 Uhr
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