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Enerige & Management > Klimaschutz - Umbau der Stahlproduktion kostet Milliarden
Quelle: Shutterstock / 24Novembers
KLIMASCHUTZ:
Umbau der Stahlproduktion kostet Milliarden

Die Stahlindustrie sieht durch die Umstellung auf umweltschonendere Produktionsweisen enorme Kosten auf sich zukommen. Auch die Verfügbarkeit erneuerbarer Energie ist ein Thema.

 
Über mangelndes Interesse seitens der Politik konnte man sich bei Arcelor Mittal in letzter Zeit nicht beklagen: Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) schaute in Bremen und Hamburg vorbei, Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) diskutierte mit Geschäftsführung, Betriebsrat und Beschäftigten in Eisenhüttenstadt, während Svenja Schulze (SPD), noch als damalige Bundesumweltministerin, die Förderabsicht für das Vorhaben des Konzerns bekundete, das Werk in der Hansestadt klimaneutral umzubauen.

Jetzt hat Arcelor Mittal nochmals aufgelistet, was alles erforderlich ist, um die Stahlproduktion umweltschonender zu machen, sich allerdings auch hoffnungsvoll gezeigt, was den Koalitionsvertrag angeht. Der enthält – für den Konzern ein wichtiger Punkt – die Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren. Vom angekündigten Klima- und Transformationsfonds erhofft man sich die nötige staatliche Förderung inklusive Planungssicherheit.

Für besonders bedeutsam halten die Stahlmanager Fortschritte beim Ausbau der regenerativen Energien. Das Bekenntnis zum beschleunigten Ausbau der Erneuerbaren, so steht es in einer Unternehmensmitteilung, sei gut und richtig. Man benötige allerdings viel mehr grünen Strom, um von anderen Energieformen auf Strom umzuschwenken. „Der Bruttostrombedarf unserer Werke wird sich deutlich erhöhen. Doch nur mit sicherer Stromversorgung und entsprechender Preisstabilität ist die Transformation für Industrie und Endverbraucher umsetzungsfähig“, schreibt Managing Director Andre Körner.

Auch die Förderung des Ausbaus der Wasserstoffwirtschaft sei, wie es weiter heißt, ein zentraler Punkt, weil sich damit mittelfristig umweltfreundlich Energiesicherheit herstellen lässt – vorausgesetzt, dass die Energiepreise für die Industrie "bezahlbar" bleiben. Bis dahin dürften Übergangstechnologien, wie der Einsatz von Erdgas, nicht sanktioniert werden, so die Mitteilung. Körner: „Die Stahlindustrie ist und bleibt energieintensiv und der Übergang gelingt nur Schritt für Schritt. Ansonsten leidet die Wettbewerbsfähigkeit, Arbeitsplätze geraten in Gefahr und die CO2-Emissionen verlagern sich aus Kostengründen in Länder mit weniger restriktiven Klimagesetzen.“

Allein für die Umstellung der Stahlwerke in Bremen und Eisenhüttenstadt (Brandenburg) auf eine umweltfreundlichere Produktion schätzt Arcelor Mittal die Kosten auf 1 Mrd. Euro. Am Standort Eisenhüttenstadt werden pro Jahr 2 Mio. Tonnen Stahl hergestellt und 3 Mio. Tonnen CO2 ausgestoßen. Der hohe Emissionswert liegt am Einsatz von Kohle, die deshalb zunächst teilweise durch Gas und später durch Wasserstoff abgelöst werden soll.

 
Olaf Scholz mit Uwe Braun, Vorsitzender der Geschäftsführung bei
Arcelor Mittal, und Managing Director Andre Körner im Hamburger Werk
Quelle: Arcelor Mittal



 
 

Günter Drewnitzky
Redakteur
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Mittwoch, 22.12.2021, 14:50 Uhr

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