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Quelle: Thüga
BILANZ:
Thüga mit stabilem Ergebnis
Die Stadtwerke-Gesellschaft wie ihre Mitglieder haben das Jahr 2021 gut gemeistert, wie der Jahresbericht zeigt.
 
Der Stadtwerke-Verbund Thüga hat seine Zahlen für das Geschäftsjahr 2021 vorgelegt. Bei der wichtigsten Zahl der Gesellschaft gab es einen leichten Rückgang: Das Beteiligungsergebnis der Thüga Aktiengesellschaft sei um 16,9 Mio. Euro auf 321,8 Mio. Euro gesunken, wie es im nun vorgelegten Jahresbericht heißt. Maßgeblich für den leichten Rückgang seien niedrigere Ausschüttungen und Ergebnisabführungen einiger Beteiligungsgesellschaften.

Überraschend ist das Ergebnis für die Thüga-Verantwortlichen nicht. Bei der Thüga ging man vorsorglich von einer deutlichen Ergebnisbelastung bei den Partnerunternehmen aufgrund der Corona-Pandemie aus. Es habe sich allerdings gezeigt, dass die Auswirkungen von Corona-Effekten „auch aufgrund schneller und gezielter Gegensteuerungsmaßnahmen geringer ausfielen als erwartet“, heißt es weiter. Für Michael Riechel, Vorsitzender des Vorstands der Thüga AG, haben die Stadtwerke und Regionalversorger „auch dieses zweite Pandemie-Jahr sehr gut gemeistert“.

TAP soll 2023 an den Start gehen 

Für die Thüga, die an rund 100 kommunalen und regionalen Energie- und Wasserversorger beteiligt ist, steht aktuell das Thema Digitalisierung ganz oben. Vor allem den Aufbau der eigenen digitalen „Thüga-Abrechnungsplattform“ (TAP) treibt das Unternehmen voran. Mit der TAP sollen Abrechnungsprozesse im Commodity-Bereich effizient und automatisiert abgewickelt werden.

Im Jahr 2022 sei der Plattformaufbau für die Marktrollen Lieferant, Netz- und Messstellenbetreiber geplant. 2023 soll das System funktionstüchtig sein. "Wir bündeln mehr als 15 Millionen Zählpunkte von 38 Unternehmen mit über 120 Gesellschaften auf einer Plattform, die bislang in vielen verschiedenen IT-Umgebungen abgerechnet wurden", so Matthias Cord, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Thüga. "Ein Transformationsprojekt, das in seinem Umfang einzigartig in der Thüga-Geschichte ist und zu den größten Lösungen am Markt zählt."

Ein weiterer Meilenstein für die Thüga war im abgelaufenen Jahr die Veröffentlichung des ersten Nachhaltigkeitsberichts. Zudem habe sich der Thüga Holding-Konzern erstmalig einem ESG-Rating (Environmental, Social and Corporate Governance) unterzogen. Die Bewertung wurde von der Ratingagentur ISS ESG durchgeführt und ergab die Note C. Das strenge Ranking der ISS ESG reicht dabei von "A+", als bester Wert, bis "D-“, wobei kein einziges deutsches namhaftes Unternehmen bislang in die A-Zone vorgestoßen ist.

Prime-Status beim ESG-Rating

Christof Schulte, Mitglied des Vorstands der Thüga AG, ist deshalb "stolz darauf, dass wir gleich mit dem ersten Rankingergebnis den sogenannten Prime-Status erreichen konnten – hiermit werden Unternehmen ausgezeichnet, die in ihrer Branche eine überdurchschnittliche Nachhaltigkeitsleistung aufweisen."

Die Zahlen der Thüga-Gruppe im Jahresbericht 2021 sind – wenn auch bekannt – wieder durchaus beeindruckend: 24,7 Mrd. Euro erwirtschaften die Partnerunternehmen. Der Gasabsatz lag bei 109,3 Mrd. Euro, der Stromabsatz bei 56,6 Mrd. kWh. Am 31. Dezember lag der Beschäftigtenstand bei 21.288 Personen.

Im Jahresbericht kamen auch prominente Köpfe der Energiewirtschaft zur Frage zu Wort, wie sie die Zusammenarbeit mit der Thüga erleben – unter anderen auch E&M-Herausgeber Helmut Sendner. Sein Statement: "Bei allem kritischen, journalistisch notwendigen Abstand: Ich mag die Thüga, sie ist für mich ein Familienunternehmen, in dem Oma und Opa, Töchter und Söhne, Onkel und Tanten, Enkelkinder und weitere Anverwandte sich fetzen, wie nun Tradition und Moderne, Digitalisierung und Individualisierung, Gewinnstreben und Gemeinwohl im Sinne von kommunaler Daseinsfürsorge zusammenpassen. Das Ergebnis lässt sich sehen!"
 

Stefan Sagmeister
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