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Enerige & Management > Politik - Stickstoffwerken droht Kurzarbeit und Stopp der Produktion
Quelle: Fotolia / Tom-Hanisch
POLITIK:
Stickstoffwerken droht Kurzarbeit und Stopp der Produktion
Die Kosten der Gaskrise machen den Stickstoffwerken in Wittenberg zu schaffen. Die Folgen eines Produktionsstopps könnten weitreichend sein.
 
(dpa) - Einem der größten Düngemittelproduzenten in Deutschland, der SKW Stickstoffwerke Piesteritz in Wittenberg, droht angesichts der Gaskrise ein Produktionsstopp und Kurzarbeit. Grund seien die extrem hohen Gaspreise und die Gasumlage, sagte ein Sprecher des Unternehmens am 17. August in Wittenberg. Zuvor hatte der Sender MDR Sachsen-Anhalt darüber berichtet. Die Energiekrise treffe das Unternehmen extrem hart. Die Produktion benötige sehr viel Gas.
 
Die Lage bei SKW war auch Thema beim Energiegipfel der Landesregierung von Sachsen-Anhalt. Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) hatte im Anschluss am Dienstag betont, das Land wolle sich beim Bund weiter stark machen, damit Unternehmen wie SKW oder auch die in Ostdeutschland strukturbestimmenden Chemieparks Entlastungen in der Energiekrise bekommen. Die Arbeitsplätze sollen gesichert werden.
 
SKW müsse nun monatlich 30 Mio. Euro Gasumlage zahlen, sagte der Firmen-Sprecher. Das sei finanziell nicht zu stemmen. Das Unternehmen fordere Entlastungen bei der Umlage. Es gehe nicht darum, bevorzugt zu werden. "Es geht uns darum, international wettbewerbsfähig zu bleiben", sagte der Sprecher. "Wenn alles so bleibt wie jetzt, dann werden wir gezwungen sein, spätestens zum 1. Oktober Kurzarbeit anzumelden", sagte er. Das würde nahezu alle der rund 860 Arbeitsplätze betreffen.
 
Kurzarbeit würde bedeuten, dass dann die komplette Produktion stillgelegt werden müsste, teilte das Unternehmen weiter mit. Dies hätte gravierende Folgen für die Wirtschaft in Deutschland. SKW gilt als größter Produzent von Ammoniak und Harnstoff in Deutschland. Bei SKW wird auch AdBlue hergestellt. Die Harnstofflösung wird bei der Abgasnachbehandlung von Motoren eingesetzt.

SKW, mit einem Jahresumsatz von rund 500 Mio. Euro (2020), gehört zum tschechischen Konzern Agrofert (Prag) mit rund 32.000 Beschäftigten. Der Produktionsstandort hat eine mehr als 100-jährige Geschichte. Das heutige Unternehmen ist in der Region strukturbestimmend. Für den Landkreis sei es existenziell, auch was die Gewerbesteuereinnahmen betrifft. "Wir reden da von zweistelligen Millionenbeträgen, die uns dann fehlen würden", sagte der CDU-Politiker. Davon abhängig seien soziale Leistungen, freiwillige Bildungs-, Kultur und Freizeitangebote.
 

dpa
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Donnerstag, 18.08.2022, 11:57 Uhr

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