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Enerige & Management > Unternehmen - Steag vor Aufteilung in "Grün" und "Schwarz"
Quelle: STEAG
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Steag vor Aufteilung in "Grün" und "Schwarz"
Die wegen der hohen Gaspreise positive Entwicklung der Steinkohlesparte will die Steag nutzen, um die eigene Transformation voranzutreiben. Geplant ist die Aufteilung des Unternehmens.
 
„Ziel ist es, das Unternehmen neu zu strukturieren, sodass am Ende das Kohlegeschäft und das regenerative Wachstumsgeschäft klar voneinander getrennt, aber unter dem gemeinsamen Dach von Steag weitergeführt werden können“, erläuterte Ralf Schmitz, Finanzgeschäftsführer und Chief Transformation Officer, im Rahmen der Vorstellung der neuesten Quartalszahlen die weiteren Pläne für den Umbau des Konzerns.

Danach ist die Aufteilung der Steag im Grundsatz bereits beschlossen und mit allen am Prozess beteiligten Stakeholdern − den kommunalen Anteilseignern, der Gewerkschaft IG BCE, den Arbeitnehmervertretern, dem Steag-Aufsichtsrat sowie den Banken von Steag und ihrer Muttergesellschaft KSBG − abgestimmt. „Das Ziel ist klar und einvernehmlich definiert“, so Schmitz. Die endgültige Entscheidung, auf diesem Weg weiterzugehen, soll im Herbst dieses Jahres fallen, die Teilung Anfang 2023 in Kraft treten. Die internen Planungen laufen unter der Bezeichnung „Projekt Sunrise“.

„Wir wollen die bestmögliche Perspektive für die beiden Bereiche 'Grün' und 'Schwarz' sicherstellen und so unserer Verantwortung gegenüber unseren kommunalen Eigentümern, vor allem aber auch gegenüber unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gerecht zu werden“, betonte Andreas Reichel, der Vorsitzende der Geschäftsführung.

Stiftungslösung für die Steinkohle?

Nach der Entscheidung der kommunalen Anteilseigner im Jahr 2021, ihr Engagement bei den Essenern zu beenden, sei es jetzt die Aufgabe der Steag-Geschäftsführung, den Eigentümern einen Verkauf ihrer Anteile zu angemessenen Konditionen zu ermöglichen, so Reichel. „Angesichts der zuletzt positiven wirtschaftlichen Entwicklung haben die Kraftwerke an Wert gewonnen. Die Chancen, dass das zweigeteilte Unternehmen als Ganzes verkauft werden kann, sind zuletzt deutlich gestiegen“, unterstrich er.

Vorstellbar wäre aber zum Beispiel auch die Einbringung des Steinkohlebereichs in eine Stiftung, wie dies von der Berliner Ampel-Koalition bereits im vergangenen Herbst in ihrem Koalitionsvertrag ins Spiel gebracht wurde. „Eine Stiftungslösung könnte auch aus Sicht eines Investors attraktiv sein“, erklärte der Vorstandsvorsitzende. „Sie wäre eine Handlungsoption, die im Interesse der Versorgungssicherheit Kraftwerke am Markt bündelt, mittelfristig aber auch den Rückbau der Kohlekraftwerke und ihrer Mannschaften organisieren könnte.“

Kohleausstieg steht grundsätzlich nicht in Frage

Die eigentlich schon für dieses Frühjahr geplante Umrüstung des Steinkohleblocks Herne 4 wurde, wie Reichel weiter erläuterte, verschoben. Eine grundsätzliche Abkehr vom Kohleausstieg bedeute diese Entscheidung jedoch ausdrücklich nicht: „Klar ist, dass wir als Unternehmen und als Volkswirtschaft insgesamt aus der Kohle aussteigen werden.“ Daran ändere auch die aktuell wegen des russischen Überfalls auf die Ukraine unsichere Lage nichts. Insofern stelle sich mit Blick auf den seit 2020 gesetzlich verankerten Kohleausstieg nicht die Frage nach dem ob, sondern nur nach dem wann. Und nach dem Beitrag, den Steinkohle bis dahin zur Gewährleistung von Versorgungssicherheit in Deutschland leisten kann.
 

Günter Drewnitzky
Redakteur
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Freitag, 13.05.2022, 14:44 Uhr

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