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Enerige & Management > Wasserstoff - Regionale Wasserstoff-Infrastruktur für Waiblingen
Quelle: Shutterstock / Alexander Limbach
WASSERSTOFF:
Regionale Wasserstoff-Infrastruktur für Waiblingen
An einem regionalen Wasserstoff-Ökosystem tüfteln die Stadtwerke Waiblingen mit dem Projektierer "GP JOULE". Die gemeinsame Projektgesellschaft "hy.waiblingen" soll die Pläne umsetzen.
 
Die neu gegründete Gesellschaft Hy Waiblingen soll einen Elektrolyseur mit einer Leistung von 2 MW in Waiblingen bei Stuttgart errichten. Ab 2023 wird dieser bis zu 259 Tonnen grünen Wasserstoff aus regional erzeugtem Ökostrom produzieren. Dies gaben die Partner in einer gemeinsamen Mitteilung vom 26. Januar bekannt. 

Auch die Abnehmer stehen bereits fest: Neun Brennstoffzellen-Busse im Waiblinger Nahverkehr und zwei Doppelkabinenfahrzeuge für die Straßenmeisterei im Rems-Murr-Kreis sollen den Wasserstoff mit einem Druck von 350 bar beziehen. Auch im Fuhrpark der Projektgesellschaft Hy Waiblingen und der Stadtwerke Waiblingen sollen fünf Pkw mit dem Wasserstoff betrieben werden − dort mit einem Druck von 700 bar. Wie die Partner mitteilen, reicht der ab 2023 jährlich produzierte Wasserstoff in Waiblingen für die täglichen Tankvorgänge von 22 Bussen und 32 Pkw und entspricht damit einer Gesamtreichweite von bis zu 28.000 Kilometer.

Auch die bei der Elektrolyse entstehende Abwärme soll genutzt werden, indem sie dem örtlichen Fernwärmenetz zugeführt wird. Genaueres wollen die Partner derzeit noch nicht bekannt geben. 

Ähnliches Projekt in Schleswig-Holstein

Als Geschäftsführer der Projektgesellschaft wurde Bernhard Zipp, technischer Leiter der Stadtwerke Waiblingen, berufen. Ihm als zweiter Geschäftsführer zur Seite steht Andre Steinau, der Leiter des Geschäftsbereiches Wasserstoff beim norddeutschen Unternehmen GP Joule. Der Projektierer mit Sitz in Reußenköge hat bereits langjährige Erfahrung im Aufbau regionaler Wasserstoff-Ökosysteme. Ein Beispiel ist das Projekt "e-Farm", in dem GP Joule zusammen mit 19 Partnern (darunter Windparkbetreiber, Energieversorger und -händler und Logistiker) ein Erzeugungs- und Vertriebsnetz für grünen Wasserstoff in Nordfriesland aufgebaut hat. Fünf modular erweiterbare 225-kW-Elektrolyseure erzeugen mit regionalem Ökostrom Wasserstoff. Mit mobilen Speichercontainern wird dieser zu zwei Tankstellen in Niebüll und Husum transportiert und dient als Treibstoff für zwei Wasserstoffbusse sowie mindestens 30 Wasserstoff-Pkw und -Lkw. 

Wie in Nordfriesland setzt GP Joule auch in Waiblingen auf die regionale Wertschöpfung. Andre Steinau: "Die Akzeptanz vor Ort bildet die Grundlage für unser Handeln. Wenn der Zusammenhang zwischen erneuerbarer Energieerzeugung und der Abnahme vor Ort deutlich wird, können wir die Bürger und Bürgerinnen von unseren nachhaltigen Projekten überzeugen. Mit den Wasserstoffbussen, unseren Firmenautos und hoffentlich vielen weiteren Pkw wird dieser Zusammenhang direkt erfahrbar."
 

Davina Spohn
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