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Enerige & Management > Elektrofahrzeuge - Neue Hamburger Fähren tuckern bald lautlos dank Batterie-Antrieb
Quelle: E&M / Jonas Rosenberger
ELEKTROFAHRZEUGE:
Neue Hamburger Fähren tuckern bald lautlos dank Batterie-Antrieb
Fährfahrten mit grünem Gewissen: Die Hamburger Reederei „HADAG“ stellt ihre Flotte sukzessive auf klimafreundliche Antriebe um. Drei neue Hybrid-Fähren sollen 2024 den Dienst antreten.
 
Eine Fährfahrt ohne Einsatz von Dieseltreibstoff rückt im Hamburger Hafen immer näher. Jetzt hat der Betreiber der Hafenfähren, die städtische Reederei Hadag, drei Fähren geordert, die ab 2024 hauptsächlich durch eine Elektro-Batterie in Bewegung kommen sollen. Ein Dieselgenerator ist weiterhin für zusätzliche Reichweite vorgesehen, soll aber perspektivisch für eine Wasserstoff-Brennstoffzelle weichen.

Am 19. Juli unterzeichneten Hadag-Vorstand Tobias Haack und Olaf Deter in Hamburg den Kaufvertrag über drei Hybrid-Fähren. Deter ist einer der Geschäftsführer der SET Schiffbau- und Entwicklungsgesellschaft Tangermünde, die die Fähren produzieren und ab Anfang im Rhythmus von drei Monaten ausliefern will.

Deter bezeichnete den Auftrag gegenüber unserer Redaktion als „bedeutend“. Zwar habe SET bereits größere Schiffe gebaut, darunter 2009 das erste diesel-elektrische Kreuzfahrtschiff. Durch das Auftragspaket von gleich drei Plug-in-Hybrid-Fähren sei die Neubau-Abteilung der in Sachsen-Anhalt ansässigen Werft allerdings weitgehend ausgelastet. SET beschäftigt etwa 100 Mitarbeitende.

Schritt in Richtung Nachhaltigkeit und Klimaneutralität

Die Hadag verfügt bereits über zwei diesel-elektrische Fähren. Die kommenden Hybrid-Fähren stellen noch einmal eine Weiterentwicklung dar. Sie besitzen einen Batteriespeicher mit einer Kapazität von 616 kW, die sich über Standard-Ladelösungen binnen vier Stunden wieder füllen lassen, so Rene Leue, technischer Leiter bei SET.

Tobias Haack bezeichnet den Erwerb der Fähren als „riesigen Schritt in Richtung Nachhaltigkeit und Klimaneutralität“. Die Hybrid-Schiffe stellen künftig mit einer Länge von 33 Metern und Platz für 250 Menschen die größten Fähren der Flotte dar. Über die exakten Kosten des Millionen-Projekts vereinbarten die Partner Stillschweigen.

Olaf Deter jedenfalls darf auf einen Folgeauftrag hoffen. Der Rahmenvertrag beinhaltet eine Kaufoption für drei weitere Fähren, die dann direkt mit einer Brennstoffzelle ausgerüstet sein werden. Die Hadag habe Zeit bis Mitte 2024, um diese Option zu ziehen.
 

Volker Stephan
© 2022 Energie & Management GmbH
Dienstag, 19.07.2022, 17:21 Uhr

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