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Enerige & Management > F&E - Neuartiges Gleichstrom-Netz für Erneuerbare in Betrieb
Bild: alphaspirit / Fotolia
F&E:
Neuartiges Gleichstrom-Netz für Erneuerbare in Betrieb
Weniger Komponenten, höhere Wirkungsgrade: Ein Forschungsnetz ist jetzt in Aachen in Betrieb gegangen, das das Umwandeln von Gleichstrom aus erneuerbaren Energien überflüssig macht.
 
Es trägt die Bezeichnung Mittelspannungs-Gleichstrom-Forschungsnetz (MVDC-Forschungsnetz) und ist ein Kind des Forschungscampus‘ Flexible Elektrische Netze (FEN), bestehend aus Rheinisch-Westfälischer Technischer Hochschule (RWTH) Aachen, 16 Professuren und 21 Industriepartnern.

Das von den Entwicklern als „einzigartig“ gefeierte Netz hat inzwischen eine Planungs- und Bauphase von fünf Jahren erfolgreich abgeschlossen und ist ein vom Bund gefördertes Projekt. Zum Einsatz kommt das Netz in Aachen nun als Verbindung der MW-Prüfstände des Institute for Power Generation and Storage Systems (PGS) am Eon Energy Research Center (ERC) und des Center for Wind Drives (CWD) der Hochschule.

Ökostrom effizienter leiten, ohne in Wechselstrom umzuwandeln

Strom im Bereich erneuerbare Energien muss gemäß bisherigem Stand der Technik in der Regel zuerst in Wechselstrom umgewandelt werden, bevor er in die Verteilnetze integriert werden kann. Das führt zu einem geringeren Wirkungsgrad der gewonnenen Energie. Das MVDC-Forschungsnetz will hier Abhilfe schaffen und zudem einen Beitrag zu flexibleren Stromnetzen leisten.

Als Schlüsselkomponente für zukünftige intelligente Gleichspannungsunterwerke sehen die Entwickler am FEN den eigens entwickelten DC-DC-Wandler an. Die Unterwerke bieten sich künftig für größere Solarparks und Batteriespeicher an, etwa in E-Ladestationen oder industriellen DC-Netzen. Der Wandler erfülle die Anforderungen zukünftiger Gleichspannungsnetze, heißt es in einer Mitteilung der Energieagentur NRW, weil er einen bidirektionalen, flexibel steuerbaren Leistungsfluss und gleichzeitig eine galvanische Trennung ermöglicht.

Insgesamt soll das entwickelte System mit einer Nennleistung von 5 MW die Leistungen konventioneller, trockener Netztransformatoren um etwa das Zwanzigfache übertreffen. Der Aachener Forschungscampus erprobt bereits einen mit 7 MW noch leistungsfähigeren DC-DC-Wandler.
 

Volker Stephan
© 2020 Energie & Management GmbH
Montag, 02.03.2020, 14:28 Uhr

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