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Enerige & Management > Bilanz - "Netzausbau geht spürbar voran"
Quelle: Fotolia / ldprod
BILANZ:
"Netzausbau geht spürbar voran"
Der Übertragungsnetzbetreiber Amprion ist auch im Jahr 2021 gewachsen. Die Investitionen sollen weiter ausgebaut werden.
 
"Wir können feststellen, der Netzausbau geht spürbar voran", sagte der CEO des Übertragungsnetzbetreibers Amprion, Hans-Jürgen Brick, bei der Vorstellung der Geschäftszahlen 2021 vor der Presse. Das Unternehmen mit Sitz in Dortmund betreut beim Netzausbau 1.700 Kilometer auf hoher See und 3.900 Kilometer an Land. Vor allem beim Onshore-Windkraftausbau sehe man bei den Planungs- und Genehmigungsverfahren "signifikante Fortschritte."

Amprion plant ab 2030 rund 8.000 MW an Leistungskapazitäten vor allem aus Meerwindkraftparks in der Nordsee nach Nordrhein-Westfalen zu transportieren. Denn in Westdeutschland würden die Großkraftwerke immer mehr durch Offshore-Windparks ersetzt. "Durch die Fortschritte, die wir bei den Genehmigungsverfahren erleben, sind wir sehr optimistisch, das zu erreichen."

Nicht nur eine Stellschraube bei den Genehmigungen

Dabei gebe es nicht nur eine Stellschraube bei den Genehmigungen, so Brick weiter. "Es ist ein Bündel von Einflussfaktoren." Bei Amprion stelle man fest, dass generell das Verständnis von Behörden, aber auch der Bevölkerung für den Netzausbau sich "erheblich weiterentwickelt hat." Mit dazu beigetragen habe sicher auch das eindeutige Bekenntnis der Bundesregierung für den Klimaschutz und einhergehend für den notwendigen Netzausbau.

Brick forderte in diesem Zusammenhang eine zunehmende koordinierte Planung beim Ausbau aller Energieträger. Das sei ein entscheidender Punkt zur Erhöhung der Versorgungssicherheit. "Strom, Gas und Wasserstoff dürfen nicht länger isoliert betrachtet werden, sondern müssen künftig integriert geplant und koordiniert betrieben werden." Nur das schafft Versorgungssicherheit und ist ein Beitrag zu Kosteneffizienz.

"Beim Umbau des Energiesystems sind sicherheitspolitische Aspekte relevanter denn je – das zeigt der Krieg in der Ukraine. Wir müssen also Klimaneutralität, Bezahlbarkeit und Sicherheit der Energieversorgung gleichzeitig im Blick behalten", sagte Brick.

Unter dem Strich laufen die Geschäfte gut bei Amprion. Wie Finanzchef Peter Rüth mitteilte, legte der um die EEG-Zahlungen bereinigte Gesamtumsatz um 25,7 % auf 4,04 Mrd. Euro zu. "Das spiegelt den Netzausbau und unser wachsendes Geschäftsmodell wider.“ Der Jahresüberschuss lag mit 184 Mio. Euro unter dem Vorjahr. Vor einem Jahr wurde dieser mit 217 Mio. Euro angegeben. Dies sei auch so prognostiziert und liege am regulierten Netzgeschäft. "Wir optimieren immer eine Regulierungsperiode und nicht ein einzelnes Kalenderjahr."

Investitionen auf Rekordniveau

Dass Amprion ordentlich wirtschafte, verdeutlichte Rüth am Ebitda, dem Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Hier habe Amprion ein Ergebnis von 608 Mio. Euro erreicht, 5,4 % mehr als im Vorjahr. Im Geschäftsjahr 2021 investierte der Übertragungsnetzbetreiber eine Rekordsumme von 1,24 Mrd. Euro in den Ausbau und die Erneuerung seiner Netzinfrastruktur. Bis 2026 sollen es insgesamt 12 Mrd. Euro sein, der in neue Stromleitungen fließt. Dabei braucht es auch qualifiziertes Personal. Mit 2.062 Beschäftigten lag der Bestand 5,6 % über dem Vorjahr.

Der Ausblick für das laufende Geschäftsjahr fällt durchweg positiv aus. Amprion rechnet mit weiter steigende Erlöse im Netzgeschäft. "Wir prognostizieren einen auf dem Vorjahresniveau liegenden Jahresüberschuss." Die Investitionen sollen nochmal zulegen, auf 1,6 Mrd. Euro.
 
Geschäftszahlen 2022 von Amprion
  Jahr 2022 Jahr 2021 Veränderung
Umsatz Netzgeschäft  4,04 Mrd. Euro 3,21 Mrd. Euro +25,7 %
Ebitda 608 Mio. Euro 577 Mio. Euro +5,4 %
Jahresüberschuss 184 Mio. Euro 217 Mio. Euro -15,2 %
Investitionen 1,24 Mrd. Euro 1,07 Mrd. Euro +16,1 %
Quelle: Amprion
 

Stefan Sagmeister
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