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Enerige & Management > Bilanz - Naturstrom steigert Umsatz und Gewinn
Quelle: Fotolia / Minerva Studio
BILANZ:
Naturstrom steigert Umsatz und Gewinn
Der Düsseldorfer Grünenergie-Anbieter Naturstrom hat den Umbau offenbar im Griff. Der Umsatz kletterte 2021 auf ein Rekordhoch, der Gewinn stieg wieder über die Millionen-Euro-Marke.
 
Ökostrom und Biogas bleiben die verlässlichen Säulen des Geschäfts: Die Naturstrom AG finanziert mit den Einnahmen aus den Energielieferungen an Privat- und Gewerbeanschlüsse aktuell den laufenden Umbau. Im vierten Quartal 2022 machen die Düsseldorfer den Weg für Fremdbeteiligungen an der 2020 entstandenen Tochter Naturenergy frei, die für Betrieb und Wartung des konzerneigenen Erneuerbaren-Parks zuständig ist.

Den Marktverwerfungen gegenüber hat Naturstrom sich relativ resistent gezeigt. Zur Absicherung der Preise habe das Unternehmen die eigenen Wind- und Solarparks genutzt. „Eine Möglichkeit, die nur wenige Energieversorger haben“, so Vorstand Oliver Hummel in einer Unternehmensmitteilung. Das habe zu milderen Preisanstiegen für die Kundschaft geführt. Auch habe Naturstrom Angebote für Neukundinnen und -kunden nur kurzzeitig ausgesetzt.

Gewinnausschüttung erfolgt über Aktien der Tochter Naturenergy

Dennoch habe die Entwicklung auch das Ergebnis von Naturstrom belastet, Anfang 2021 war das Unternehmen von noch besseren Zahlen ausgegangen. So reichte es zu einem Rekordumsatz der Naturstrom-Gruppe im Jahr 2021 von 450 Mio. Euro, was einer Steigerung gegenüber dem Vorjahr von 41 Mio. Euro (10 %) entspricht.

Der Konzerngewinn, 2020 unerwartet auf 700.000 Euro geschrumpft, hat sich erholt und auf 1,3 Mio. Euro beinahe verdoppelt. Ohne die inzwischen verzweigten und von nahezu 50 Gesellschaften betriebenen Geschäfte kommt die Muttergesellschaft laut Nachricht noch auf 4,1 Mio. Euro Gewinn – nach 4,6 Mio. Euro im Jahr 2020.

Beim Energieabsatz weisen die Zahlen nach oben. 330.000 Lieferadressen hat Naturstrom nun im Bestand, etwa 10 % mehr als vor einem Jahr. An sie gingen etwa 1,1 Mrd. kWh Grünstrom, Biogas und Öko-Fernwärme. Hinzu kommen 1,8 Mrd. kWh über den Großhandel.

Die eigene Produktion von Ökoenergie steigt perspektivisch an. Naturenergy will noch 2022 fünf Solarparks mit einer Leistung von 55 MW übernehmen, 2023 geht der Zubau weiter. Heute kommt das Unternehmen auf Wind- und Sonnenkraftwerke mit einer Leistung von 120 MW beziehungsweise 25,5 MW. Minderheitenanteile hält Naturstrom an Windparks mit 106 MW und Solarparks mit 51 MW Kapazitäten.

Die Hauptversammlung von Naturstrom am 20. August soll nach dem Vorschlag des Vorstands beschließen, je Aktie der Naturstrom AG als Sachdividende eine Aktie an Naturenergy auszuschütten. Das ist als weiterer Schritt auf dem Weg der Tochter zu größerer Selbstständigkeit von der Mutter gedacht. Für das letzte Quartal 2022 ist eine Kapitalerhöhung bei Naturenergy vorgesehen, in deren Zuge auch neue Aktionärinnen und Aktionäre hinzukommen sollen. Naturstrom lässt seine Anteilscheine nicht an der Börse handeln.

Mieterstrom- und Quartiersprojekte sollen Aufgabe der Naturstrom AG bleiben. Bei großen Wohnkomplexen schwenken die Düsseldorfer um und setzen weniger auf Biomethan, sondern auf eine brennstofffreie Wärmeversorgung. Als Beispiel nennt das Unternehmen das entstehende Öko-Quartier „Kokoni One“ in Berlin. Hier sollen 84 Wohneinheiten ihre Wärme über zwei Großwärmepumpen erhalten, die über Solarstrom laufen.

Auch im Mobilitätssektor sieht Naturstrom Wachstumsmöglichkeiten. Die Tochter Green Moves setzt auf neue Miet- und Sharingangebote bei elektrisch unterstützten Zweirädern wie Pedelecs und Lastenrädern. Dazu steckt das Joint Venture „Ladegrün!“ weiter Geld in den Ausbau der Ladeinfrastruktur, um Grünstrom für E-Automobile zur Verfügung zu stellen.
 

Volker Stephan
© 2022 Energie & Management GmbH
Montag, 25.07.2022, 14:18 Uhr

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