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Energie & Management > Politik - Klimanetzwerk fordert mehr Einsatz der EU für Klimaschutz
Quelle: Pixabay / Dominic Wunderlich
Politik

Klimanetzwerk fordert mehr Einsatz der EU für Klimaschutz

Die EU könnte ihre CO2-Emissionen nach Ansicht des Klimanetzwerks CAN zehn Jahre früher als bisher geplant auf Null bringen.
Die Umweltorganisation CAN (Climate Action Network), die die Klimapolitik der EU schon lange für unzureichend hält, legte am Dienstag in Brüssel einen neuen Bericht vor, um ihre bisherigen Forderungen zu untermauern. Danach reichen die bislang vorliegenden Klimaziele der 195 Vertragspartner des Pariser Abkommens nicht aus, um die Erwärmung der Erdatmosphäre auf 1,5 Grad zu begrenzen. Daraus folgt für die Autoren, dass das Klimaziel der EU, die CO2-Emissionen bis 2030 um 55 % (gegenüber 1990) zu reduzieren, unzureichend ist. Es handele sich „um einen Schritt in die richtige Richtung, aber nicht genug, damit die EU ihre Verpflichtung erfüllt“.

Die laufenden Verhandlungen zwischen dem Europäischen Parlament und dem Ministerrat böten aber die Gelegenheit, die Vorschläge der Kommission nachzubessern. Nach Ansicht der Autoren könnte die EU ihre Emissionen bis 2030 auf 66 bis 77 % des Niveaus von 1990 reduzieren und bereits 2040 klimaneutral werden. Die EU will die Klimaneutralität bis 2050 erreichen.

Die CO2-Emissionen könnten schneller gesenkt werden, wenn industrielle Prozesse und der Verkehr schneller elektrifiziert und mehr Windräder und Solaranlagen installiert würden als bisher geplant. 2030 könnten die erneuerbaren Energien bis zu 54 % der Energienachfrage decken. Dafür müsste die Kapazität der Stromübertragungsnetze um 25 % erhöht werden.

Steigerung der Energieeffizienz

Bis 2040 könnte die Energieerzeugung vollständig aus erneuerbaren Energiequellen bestritten werden. Sektoren, die nicht ohne Kohlenwasserstoffe auskommen, könnten bis dahin mit grünem Wasserstoff oder synthetischen Kraftstoffen aus klimaneutraler Produktion versorgt werden.

Schließlich halten es die Autoren des Berichtes für realistisch, die Energieeffizienz schneller zu verbessern. Bis 2050 könne der Energieverbrauch der EU halbiert werden und bereits 2040 könne der Gebäudesektor mit einem Drittel der heute benötigten Energie auskommen.

Die Untersuchung zeige, sagte Ryan Wilson, einer der Autoren, im Vorfeld der nächsten Klimakonferenz, dass ein höheres Klimaziel der EU „nicht nur technisch machbar sondern auch kosteneffektiv wäre und den Anspruch der EU unterstreichen würde, in der internationalen Klimapolitik eine Führungsrolle zu spielen“.

Dienstag, 20.09.2022, 15:14 Uhr
Tom Weingrtner
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Quelle: Pixabay / Dominic Wunderlich
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Klimanetzwerk fordert mehr Einsatz der EU für Klimaschutz
Die EU könnte ihre CO2-Emissionen nach Ansicht des Klimanetzwerks CAN zehn Jahre früher als bisher geplant auf Null bringen.
Die Umweltorganisation CAN (Climate Action Network), die die Klimapolitik der EU schon lange für unzureichend hält, legte am Dienstag in Brüssel einen neuen Bericht vor, um ihre bisherigen Forderungen zu untermauern. Danach reichen die bislang vorliegenden Klimaziele der 195 Vertragspartner des Pariser Abkommens nicht aus, um die Erwärmung der Erdatmosphäre auf 1,5 Grad zu begrenzen. Daraus folgt für die Autoren, dass das Klimaziel der EU, die CO2-Emissionen bis 2030 um 55 % (gegenüber 1990) zu reduzieren, unzureichend ist. Es handele sich „um einen Schritt in die richtige Richtung, aber nicht genug, damit die EU ihre Verpflichtung erfüllt“.

Die laufenden Verhandlungen zwischen dem Europäischen Parlament und dem Ministerrat böten aber die Gelegenheit, die Vorschläge der Kommission nachzubessern. Nach Ansicht der Autoren könnte die EU ihre Emissionen bis 2030 auf 66 bis 77 % des Niveaus von 1990 reduzieren und bereits 2040 klimaneutral werden. Die EU will die Klimaneutralität bis 2050 erreichen.

Die CO2-Emissionen könnten schneller gesenkt werden, wenn industrielle Prozesse und der Verkehr schneller elektrifiziert und mehr Windräder und Solaranlagen installiert würden als bisher geplant. 2030 könnten die erneuerbaren Energien bis zu 54 % der Energienachfrage decken. Dafür müsste die Kapazität der Stromübertragungsnetze um 25 % erhöht werden.

Steigerung der Energieeffizienz

Bis 2040 könnte die Energieerzeugung vollständig aus erneuerbaren Energiequellen bestritten werden. Sektoren, die nicht ohne Kohlenwasserstoffe auskommen, könnten bis dahin mit grünem Wasserstoff oder synthetischen Kraftstoffen aus klimaneutraler Produktion versorgt werden.

Schließlich halten es die Autoren des Berichtes für realistisch, die Energieeffizienz schneller zu verbessern. Bis 2050 könne der Energieverbrauch der EU halbiert werden und bereits 2040 könne der Gebäudesektor mit einem Drittel der heute benötigten Energie auskommen.

Die Untersuchung zeige, sagte Ryan Wilson, einer der Autoren, im Vorfeld der nächsten Klimakonferenz, dass ein höheres Klimaziel der EU „nicht nur technisch machbar sondern auch kosteneffektiv wäre und den Anspruch der EU unterstreichen würde, in der internationalen Klimapolitik eine Führungsrolle zu spielen“.

Dienstag, 20.09.2022, 15:14 Uhr
Tom Weingrtner

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