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Energie & Management > Klimaschutz - IEA sieht grüne Schlüsseltechnologien im Aufschwung
Quelle: Shutterstock / 24Novembers
Klimaschutz

IEA sieht grüne Schlüsseltechnologien im Aufschwung

Klimafreundliche Technologien verleihen dem Wachstum der globalen Wirtschaft nach Ansicht der IEA eine neue Dynamik.
Die Internationale Energieagentur, IEA, findet derzeit wöchentlich neue Hinweise darauf, dass die grüne Transformation der Weltwirtschaft auf einem guten Weg ist. In dieser Woche hat man in Paris die Hersteller grüner Schlüsseltechnologien − Photovoltaik, Batterien, Windräder, Wärmepumpen und Elektrolyseure − als Lokomotive der Weltkonjunktur ausgemacht.

Die IEA hat untersucht, wie sich die Investitionen dieser Branchen in den letzten beiden Jahren entwickelt haben. Danach entfielen auf diese Sektoren im letzten Jahr 0,7 Prozent der weltweiten Investitionen und 4 Prozent des globalen Wachstums. 2023 wurden in neue Fabriken 200 Milliarden Dollar investiert, davon 80 Milliarden in neue Kapazitäten zur Herstellung von Solartechnik und 110 Milliarden für Batteriefabriken.

Allerdings konzentrieren sich diese Investitionen auf wenige Regionen: drei Viertel entfielen auf die Volksrepublik China, 9 Prozent auf die USA und 7 Prozent auf die EU. Die restlichen 9 Prozent wurden überwiegend in Ostasien investiert, Afrika und Lateinamerika spielen bislang keine Rolle als Anbieter von klimafreundlicher Technologie.

Die IEA geht davon aus, dass etwa 40 Prozent der im letzten Jahr getätigten Investitionen bereits in diesem Jahr zu einer höheren Produktion führen. Das gilt vor allem für neue Batteriefabriken in Europa und in Nordamerika. Bereits im letzten Jahr war die Produktion neuer Batterien um 45 Prozent auf 800 Millionen kWh gestiegen. Allerdings könnten die Hersteller bereits jetzt drei Mal mehr Batterien anbieten. Der Bedarf, den die IEA für 2030 erwartet, könnte mit den bestehenden Kapazitäten und den bereits angekündigten Investitionen zu 90 Prozent gedeckt werden.

Überkapazitäten in China

Die Fabriken für Solarzellen und -module könnten diesen Bedarf, der sich aus dem IEA-Szenario NZE2030 (Net Zero Emissions 2030) ergibt, bereits heute befriedigen. Allerdings beträgt ihre Auslastung gegenwärtig nur 50 Prozent. Das liegt zum einen an Engpässen bei den Vorprodukten, vor allem aber an den großen Überkapazitäten, die besonders in China entstanden sind. Das hat die Preise in den Keller geschickt und zu hohen Beständen in den Lagern geführt. In China, aber auch in den USA und Deutschland, seien manche Projekte für neue Fabriken deswegen aufgeschoben oder verkleinert worden, heißt es im Bericht der IEA.

Zusätzliche Kapazitäten entstanden 2023 auch für den Bau von Windrädern und Elektrolyseuren, auch wenn der Zuwachs hier „weniger dramatisch“ ausfiel. Größte Anbieter von Windkraftanlagen bleiben China, die USA und die EU aber Indien hat seine Produktion 2023 um 60 Prozent erhöht. Anders als bei der Photovoltaik und der Produktion von Batterien zeichnet sich ein ausreichendes Angebot an Windrädern für das NZE-Szenario aber nur in China ab.

Die Kapazität zur Herstellung von Elektrolyseuren hat sich 2023 nahezu verdoppelt von 12.000 auf 23.000 MW. Allerdings würden die neuen Anlagen diese Produktion wahrscheinlich erst nach ein paar Jahren erreichen. Größter Anbieter sei auch hier China mit 60 Prozent der weltweiten Produktion, gefolgt von der EU mit 20 und den USA mit 16 Prozent. Eine Prognose möchte die IEA auf Grundlage der jüngsten Entwicklung nicht abgeben. Die Auslastung der Anlagen sei nach wie vor gering, die meisten angekündigten Projekte seien Fabriken, in denen die Elektrolyseure zusammengeschraubt würden. Neue Kapazitäten für die dazugehörigen Komponenten würden bislang nicht geplant.

Trendwende bei den Wärmepumpen

Eine Trendwende gab es 2023 bei den Wärmepumpen. Ihr Absatz ging um 3 Prozent zurück, nachdem die Umsätze in den zwei Jahren davor um zweistellige Prozentsätze zugelegt hatten. Dies habe die Investoren verunsichert. Nur in China stiegen die Kapazitäten noch. Eine wachsende Nachfrage in der Volksrepublik wurde auch dadurch befriedigt, dass 20 Prozent weniger Wärmepumpen exportiert wurden. In den USA erwartet die IEA trotz des Absatzrückgangs in diesem Jahr wieder höhere Investitionen, nachdem die US-Regierung 250 Millionen Dollar Subventionen für neue Wärmepumpen-Fabriken zur Verfügung stellt. Andere Staaten hätten sich Ziele für den Einsatz von Wärmepumpen gesetzt.

In der EU herrsche zwar weiter Unklarheit über die Regulierung und Förderung von Wärmepumpen, die Hersteller würden vorerst aber an ihren Plänen festhalten, bis Ende des Jahrzehntes neue Anlagen in Betrieb zu nehmen. Im Hinblick auf die Klimaziele für 2030 würden die Fabriken, die es schon gibt, und die noch gebaut werden sollen, nur 40 Prozent des Bedarfs decken. Bei der IEA ist man deswegen aber nicht beunruhigt. Die Auslastung der bestehenden Anlagen könne schnell erhöht werden und möglicherweise würden am Ende mehr neue Fabriken gebaut als bislang angekündigt wurden.

Dienstag, 7.05.2024, 17:27 Uhr
Tom Weingrtner
Energie & Management > Klimaschutz - IEA sieht grüne Schlüsseltechnologien im Aufschwung
Quelle: Shutterstock / 24Novembers
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IEA sieht grüne Schlüsseltechnologien im Aufschwung
Klimafreundliche Technologien verleihen dem Wachstum der globalen Wirtschaft nach Ansicht der IEA eine neue Dynamik.
Die Internationale Energieagentur, IEA, findet derzeit wöchentlich neue Hinweise darauf, dass die grüne Transformation der Weltwirtschaft auf einem guten Weg ist. In dieser Woche hat man in Paris die Hersteller grüner Schlüsseltechnologien − Photovoltaik, Batterien, Windräder, Wärmepumpen und Elektrolyseure − als Lokomotive der Weltkonjunktur ausgemacht.

Die IEA hat untersucht, wie sich die Investitionen dieser Branchen in den letzten beiden Jahren entwickelt haben. Danach entfielen auf diese Sektoren im letzten Jahr 0,7 Prozent der weltweiten Investitionen und 4 Prozent des globalen Wachstums. 2023 wurden in neue Fabriken 200 Milliarden Dollar investiert, davon 80 Milliarden in neue Kapazitäten zur Herstellung von Solartechnik und 110 Milliarden für Batteriefabriken.

Allerdings konzentrieren sich diese Investitionen auf wenige Regionen: drei Viertel entfielen auf die Volksrepublik China, 9 Prozent auf die USA und 7 Prozent auf die EU. Die restlichen 9 Prozent wurden überwiegend in Ostasien investiert, Afrika und Lateinamerika spielen bislang keine Rolle als Anbieter von klimafreundlicher Technologie.

Die IEA geht davon aus, dass etwa 40 Prozent der im letzten Jahr getätigten Investitionen bereits in diesem Jahr zu einer höheren Produktion führen. Das gilt vor allem für neue Batteriefabriken in Europa und in Nordamerika. Bereits im letzten Jahr war die Produktion neuer Batterien um 45 Prozent auf 800 Millionen kWh gestiegen. Allerdings könnten die Hersteller bereits jetzt drei Mal mehr Batterien anbieten. Der Bedarf, den die IEA für 2030 erwartet, könnte mit den bestehenden Kapazitäten und den bereits angekündigten Investitionen zu 90 Prozent gedeckt werden.

Überkapazitäten in China

Die Fabriken für Solarzellen und -module könnten diesen Bedarf, der sich aus dem IEA-Szenario NZE2030 (Net Zero Emissions 2030) ergibt, bereits heute befriedigen. Allerdings beträgt ihre Auslastung gegenwärtig nur 50 Prozent. Das liegt zum einen an Engpässen bei den Vorprodukten, vor allem aber an den großen Überkapazitäten, die besonders in China entstanden sind. Das hat die Preise in den Keller geschickt und zu hohen Beständen in den Lagern geführt. In China, aber auch in den USA und Deutschland, seien manche Projekte für neue Fabriken deswegen aufgeschoben oder verkleinert worden, heißt es im Bericht der IEA.

Zusätzliche Kapazitäten entstanden 2023 auch für den Bau von Windrädern und Elektrolyseuren, auch wenn der Zuwachs hier „weniger dramatisch“ ausfiel. Größte Anbieter von Windkraftanlagen bleiben China, die USA und die EU aber Indien hat seine Produktion 2023 um 60 Prozent erhöht. Anders als bei der Photovoltaik und der Produktion von Batterien zeichnet sich ein ausreichendes Angebot an Windrädern für das NZE-Szenario aber nur in China ab.

Die Kapazität zur Herstellung von Elektrolyseuren hat sich 2023 nahezu verdoppelt von 12.000 auf 23.000 MW. Allerdings würden die neuen Anlagen diese Produktion wahrscheinlich erst nach ein paar Jahren erreichen. Größter Anbieter sei auch hier China mit 60 Prozent der weltweiten Produktion, gefolgt von der EU mit 20 und den USA mit 16 Prozent. Eine Prognose möchte die IEA auf Grundlage der jüngsten Entwicklung nicht abgeben. Die Auslastung der Anlagen sei nach wie vor gering, die meisten angekündigten Projekte seien Fabriken, in denen die Elektrolyseure zusammengeschraubt würden. Neue Kapazitäten für die dazugehörigen Komponenten würden bislang nicht geplant.

Trendwende bei den Wärmepumpen

Eine Trendwende gab es 2023 bei den Wärmepumpen. Ihr Absatz ging um 3 Prozent zurück, nachdem die Umsätze in den zwei Jahren davor um zweistellige Prozentsätze zugelegt hatten. Dies habe die Investoren verunsichert. Nur in China stiegen die Kapazitäten noch. Eine wachsende Nachfrage in der Volksrepublik wurde auch dadurch befriedigt, dass 20 Prozent weniger Wärmepumpen exportiert wurden. In den USA erwartet die IEA trotz des Absatzrückgangs in diesem Jahr wieder höhere Investitionen, nachdem die US-Regierung 250 Millionen Dollar Subventionen für neue Wärmepumpen-Fabriken zur Verfügung stellt. Andere Staaten hätten sich Ziele für den Einsatz von Wärmepumpen gesetzt.

In der EU herrsche zwar weiter Unklarheit über die Regulierung und Förderung von Wärmepumpen, die Hersteller würden vorerst aber an ihren Plänen festhalten, bis Ende des Jahrzehntes neue Anlagen in Betrieb zu nehmen. Im Hinblick auf die Klimaziele für 2030 würden die Fabriken, die es schon gibt, und die noch gebaut werden sollen, nur 40 Prozent des Bedarfs decken. Bei der IEA ist man deswegen aber nicht beunruhigt. Die Auslastung der bestehenden Anlagen könne schnell erhöht werden und möglicherweise würden am Ende mehr neue Fabriken gebaut als bislang angekündigt wurden.

Dienstag, 7.05.2024, 17:27 Uhr
Tom Weingrtner

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