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Energie & Management > Wasserstoff - Habeck und Simson besuchen Stahlkonzern im Wandel
Quelle: iStock / Frank Harms
Wasserstoff

Habeck und Simson besuchen Stahlkonzern im Wandel

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) und die EU-Energiekommissarin Kadri Simson informierten sich beim Stahlkonzern Salzgitter über dessen Pläne für CO2-arme Produktion.
Die Salzgitter AG nehme eine Vorreiterrolle mit neuer Technik für eine CO2-arme Stahlfertigung ein, lobte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) bei seinem Besuch am Abend des 31. Mai in der niedersächsischen Stadt. „Wir wollen diese neue Industrie am Standort Salzgitter, Niedersachsen, Deutschland, Europa halten“, so der Minister. Damit begründete er zugleich die milliardenschwere Förderung des Projekts „Salcos“ für den Stahlkonzern. Der Konzern will im laufenden Betrieb das Stahlwerk bis 2033 mit neuer Technik für eine CO2-arme Fertigung umrüsten.

Habeck besuchte das Werk gemeinsam mit EU-Energiekommissarin Kadri Simson und Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD). Der Vorstand der Salzgitter AG hält die Umstellung für alternativlos, um Stahlproduktion in Europa zu halten. Am Ende sollen 95 Prozent der jährlichen CO2-Emissionen in Höhe von 8 Millionen Tonnen eingespart werden. Das entspricht dem Unternehmen zufolge einem Prozent des deutschen CO2-Ausstoßes.

Erste Projektstufe ab 2025 in Betrieb

Die erste von drei Projektstufen mit einer Rohstahlkapazität von 1,9 Millionen Tonnen pro Jahr soll Ende 2025 in Betrieb gehen. Sie wird mit rund 700 Millionen Euro vom Bund und 300 Millionen Euro Landesmitteln aus Niedersachsen gefördert. Die Kosten für die erste Phase beziffert der Konzern auf 2,2 bis 2,4 Milliarden Euro. Um die Ziele erreichen zu können, ist laut dem Unternehmen die Verfügbarkeit von grünem Wasserstoff und grüner Energie zu wirtschaftlichen Preisen entscheidend. Minister Habeck sagte, dass Wasserstoff in einer nachhaltigen Energieproduktion Öl, Gas und natürlich erst recht Kohle verdrängen werde.

Bei ihrem bilateralen Treffen würdigten Kadri Simson und Robert Habeck die im Rahmen von "REPowerEU" erzielten Erfolge. Sie erörterten die Idee, den globalen Markthochlauf von Wasserstoff durch die Verknüpfung der neuen Europäischen Wasserstoffbank mit der deutschen Best-Practice-Initiative H2Global voranzutreiben.
 

Im Rahmen eines „Team Europe“-Ansatzes werde H2Global allen EU-Regierungen offenstehen, die an der Durchführung von Wasserstoffausschreibungen und internationalen Wasserstoffimporten interessiert sind.

Deutschland erprobt Wasserstoffausschreibungen

Minister Habeck erklärte hierzu: „Deutschland wird in den kommenden Jahren mehr als 5 Milliarden Euro in die internationale Wasserstoffbeschaffung investieren.“ Die ersten Ausschreibungen für Wasserstoff-Importe hätten bereits begonnen. „Ich begrüße daher nachdrücklich die Idee, unsere Kräfte zu bündeln und H2Global zu einem integralen Bestandteil der Europäischen Wasserstoffbank zu machen“, so der Minister.

EU-Kommissarin Simson betonte: „Wasserstoff ist der Schlüssel zur vollständigen Dekarbonisierung unseres Energiesystems, neben Energieeffizienz, erneuerbaren Energien und Elektrifizierung.“ Sie freue sich, dass Deutschland Vorreiter bei der Durchführung einer internationalen Wasserstoff-Ausschreibung ist. Die EU wolle auf dieser Erfahrung aufbauen und mit der Europäischen Wasserstoffbank die erste europäische Ausschreibung entwickeln, die allen Mitgliedstaaten offenstehen wird.

Hintergrund H2Global und Europäische Wasserstoffbank

H2Global ist ein innovatives Instrument zur Förderung eines rechtzeitigen und effektiven Technologie- und Markthochlaufs von grünem Wasserstoff und Wasserstoffderivaten. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz stellt bereits 900 Millionen Euro für das erste Förderfenster dieses ausschreibungsbasierten Instruments zur Verfügung und bereitet derzeit weitere Ausschreibungen vor, wie auch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr. Die Umsetzung und Weiterentwicklung von H2Global erfolgt durch die gemeinnützige Stiftung H2Global, deren Tochtergesellschaft Hintco die bereitgestellten Mittel zum Ausgleich der Differenz zwischen Angebots- und Nachfragepreisen einsetzt.

Die Europäische Wasserstoffbank ist eine Initiative der Europäischen Kommission, die sowohl die Produktion von erneuerbarem Wasserstoff in der EU als auch Importe von Wasserstoff erleichtern soll. Ihr Ziel ist es, die Investitionslücke zu schließen und das künftige Angebot an erneuerbarem Wasserstoff mit den europäischen Wasserstoffabnehmern zusammenzubringen, um bis 2030 20 Millionen Tonnen erneuerbaren Wasserstoff zu produzieren und damit einen Beitrag zu den RepowerEU-Zielen und dem Übergang zur Klimaneutralität zu leisten.

Donnerstag, 1.06.2023, 11:55 Uhr
Susanne Harmsen
Energie & Management > Wasserstoff - Habeck und Simson besuchen Stahlkonzern im Wandel
Quelle: iStock / Frank Harms
Wasserstoff
Habeck und Simson besuchen Stahlkonzern im Wandel
Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) und die EU-Energiekommissarin Kadri Simson informierten sich beim Stahlkonzern Salzgitter über dessen Pläne für CO2-arme Produktion.
Die Salzgitter AG nehme eine Vorreiterrolle mit neuer Technik für eine CO2-arme Stahlfertigung ein, lobte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) bei seinem Besuch am Abend des 31. Mai in der niedersächsischen Stadt. „Wir wollen diese neue Industrie am Standort Salzgitter, Niedersachsen, Deutschland, Europa halten“, so der Minister. Damit begründete er zugleich die milliardenschwere Förderung des Projekts „Salcos“ für den Stahlkonzern. Der Konzern will im laufenden Betrieb das Stahlwerk bis 2033 mit neuer Technik für eine CO2-arme Fertigung umrüsten.

Habeck besuchte das Werk gemeinsam mit EU-Energiekommissarin Kadri Simson und Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD). Der Vorstand der Salzgitter AG hält die Umstellung für alternativlos, um Stahlproduktion in Europa zu halten. Am Ende sollen 95 Prozent der jährlichen CO2-Emissionen in Höhe von 8 Millionen Tonnen eingespart werden. Das entspricht dem Unternehmen zufolge einem Prozent des deutschen CO2-Ausstoßes.

Erste Projektstufe ab 2025 in Betrieb

Die erste von drei Projektstufen mit einer Rohstahlkapazität von 1,9 Millionen Tonnen pro Jahr soll Ende 2025 in Betrieb gehen. Sie wird mit rund 700 Millionen Euro vom Bund und 300 Millionen Euro Landesmitteln aus Niedersachsen gefördert. Die Kosten für die erste Phase beziffert der Konzern auf 2,2 bis 2,4 Milliarden Euro. Um die Ziele erreichen zu können, ist laut dem Unternehmen die Verfügbarkeit von grünem Wasserstoff und grüner Energie zu wirtschaftlichen Preisen entscheidend. Minister Habeck sagte, dass Wasserstoff in einer nachhaltigen Energieproduktion Öl, Gas und natürlich erst recht Kohle verdrängen werde.

Bei ihrem bilateralen Treffen würdigten Kadri Simson und Robert Habeck die im Rahmen von "REPowerEU" erzielten Erfolge. Sie erörterten die Idee, den globalen Markthochlauf von Wasserstoff durch die Verknüpfung der neuen Europäischen Wasserstoffbank mit der deutschen Best-Practice-Initiative H2Global voranzutreiben.
 

Im Rahmen eines „Team Europe“-Ansatzes werde H2Global allen EU-Regierungen offenstehen, die an der Durchführung von Wasserstoffausschreibungen und internationalen Wasserstoffimporten interessiert sind.

Deutschland erprobt Wasserstoffausschreibungen

Minister Habeck erklärte hierzu: „Deutschland wird in den kommenden Jahren mehr als 5 Milliarden Euro in die internationale Wasserstoffbeschaffung investieren.“ Die ersten Ausschreibungen für Wasserstoff-Importe hätten bereits begonnen. „Ich begrüße daher nachdrücklich die Idee, unsere Kräfte zu bündeln und H2Global zu einem integralen Bestandteil der Europäischen Wasserstoffbank zu machen“, so der Minister.

EU-Kommissarin Simson betonte: „Wasserstoff ist der Schlüssel zur vollständigen Dekarbonisierung unseres Energiesystems, neben Energieeffizienz, erneuerbaren Energien und Elektrifizierung.“ Sie freue sich, dass Deutschland Vorreiter bei der Durchführung einer internationalen Wasserstoff-Ausschreibung ist. Die EU wolle auf dieser Erfahrung aufbauen und mit der Europäischen Wasserstoffbank die erste europäische Ausschreibung entwickeln, die allen Mitgliedstaaten offenstehen wird.

Hintergrund H2Global und Europäische Wasserstoffbank

H2Global ist ein innovatives Instrument zur Förderung eines rechtzeitigen und effektiven Technologie- und Markthochlaufs von grünem Wasserstoff und Wasserstoffderivaten. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz stellt bereits 900 Millionen Euro für das erste Förderfenster dieses ausschreibungsbasierten Instruments zur Verfügung und bereitet derzeit weitere Ausschreibungen vor, wie auch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr. Die Umsetzung und Weiterentwicklung von H2Global erfolgt durch die gemeinnützige Stiftung H2Global, deren Tochtergesellschaft Hintco die bereitgestellten Mittel zum Ausgleich der Differenz zwischen Angebots- und Nachfragepreisen einsetzt.

Die Europäische Wasserstoffbank ist eine Initiative der Europäischen Kommission, die sowohl die Produktion von erneuerbarem Wasserstoff in der EU als auch Importe von Wasserstoff erleichtern soll. Ihr Ziel ist es, die Investitionslücke zu schließen und das künftige Angebot an erneuerbarem Wasserstoff mit den europäischen Wasserstoffabnehmern zusammenzubringen, um bis 2030 20 Millionen Tonnen erneuerbaren Wasserstoff zu produzieren und damit einen Beitrag zu den RepowerEU-Zielen und dem Übergang zur Klimaneutralität zu leisten.

Donnerstag, 1.06.2023, 11:55 Uhr
Susanne Harmsen

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