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Enerige & Management > Photovoltaik - Großer Solarpark entsteht entlang der Autobahn A2 in Oelde
Quelle: E&M / Jonas Rosenberger
PHOTOVOLTAIK:
Großer Solarpark entsteht entlang der Autobahn A2 in Oelde
Auf einer etwa 30 Fußballfelder großen Fläche an der A2 wollen die Stadtwerke Ostmünsterland ihren größten Solarpark bauen. Die Stadt Oelde kann darüber alle Privathaushalte versorgen.
 
Unweit der Autobahn A2 nimmt ein raumgreifendes Projekt der Energiewende allmählich Gestalt an. Die Stadtwerke Ostmünsterland in Nordrhein-Westfalen treiben gerade ihren größten Solarpark voran, der auf einem 22 Hektar großen Gelände im Gebiet der Stadt Oelde entstehen soll. Dies entspricht einer Fläche von etwa 30 Fußballplätzen.

Das unter dem Namen "Solarpark Oelde" laufende Vorhaben befindet sich aktuell im Bebauungsplanverfahren, dem muss die Baugenehmigung folgen. Der Spatenstich für das Kraftwerk soll, so eine Sprecherin der Stadtwerke auf Anfrage unserer Redaktion, Mitte bis Ende 2023 erfolgen. Oeldes Bürgermeisterin Karin Rodeheger (parteilos) bezeichnet den Park mit einer Kapazität von 25 MW als "beeindruckendes Projekt" und "wichtigen Meilenstein" für die Kommune, die bis zum Jahr 2035 klimaneutral werden will.

Thüga-Tochter Erneuerbare Energie mit im Boot

Ab 2024 soll die Anlage dann jährlich bis zu 25 Mio. kWh Sonnenstrom liefern. Das entspricht nicht nur in etwa dem Strombedarf der Privathaushalte in Oelde, das vor allem durch die Brauerei Pott's bekannt ist, sondern spart auch etwa 12.500 Tonnen Kohlendioxid ein. Neben den Stadtwerken ist als Betreiber des Solarparks die Thüga-Tochter Thüga Erneuerbare Energien mit im Boot. An ihr halten die Stadtwerke Ostmünsterland Anteile in Höhe von 1,15 %.

Die Thüga Erneuerbare Energien stemmt zugleich die Investitionssumme von etwa 15 Mio. Euro, mit der Inbetriebnahme werden die Stadtwerke offiziell Mitbetreiber des Solarparks. Den produzierten Strom speist der Park ins Netz ein, die Betreibergesellschaft plane den Abschluss eines langfristigen Stromabnahmevertrags (PPA), so die Sprecherin der Stadtwerke.

Die ausgewählte Fläche grenzt im Süden an die Autobahn 2, ist abschüssig und soll durch Hecken und weiteren Grünpflanzungen von der umliegenden Bebauung aus nicht einsehbar sein. Die bisher landwirtschaftlich genutzten Böden sind laut Projektbeschreibung nur von mittlerer Güte und sollen durch den Solarpark aufgewertet werden.

Bürgerbeteiligung am 15-Mio.-Euro-Projekt vorgesehen

Dafür verbauen die Projektpartner sogenannte bifaciale Module auf mindestens drei Meter hohen Ständern. "Dadurch wird die Verschattung unterhalb der Module reduziert", so Klaus-Peter Lehmann, Leiter Projektentwicklung bei der Thüga Erneuerbare Energien. Auch soll dies den Boden vor dem Austrocknen durch Sonneneinstrahlung bewahren. Die Fläche könne ferner parallel für die Bienenzucht oder die Schafhaltung zur Verfügung stehen.

Für Winfried Münsterkötter, einer der Geschäftsführer der Stadtwerke Ostmünsterland, ist der Solarpark auch unter regionalen Gesichtspunkten ein Gewinn. "Mit Sonnenenergie aus Oelde und für Oelde können Kunden zukünftig auch ihren grünen Strom 'regional' einkaufen", sagt er. Dazu hat die Bevölkerung die Möglichkeit, sich finanziell an dem Projekt zu beteiligen. Münsterkötters Amtskollege Rolf Berlemann sieht in dem Park einen Beitrag zum Ausbau der Solarenergie, "mit dem wir die Energiewende zukunftsweisend vorantreiben".

Die Stadtwerke Ostmünsterland sind im Juli 2018 aus der Fusion der Energieversorgung Oelde GmbH mit der Stadtwerke ETO GmbH & Co. KG hervorgegangen. An der ETO waren die Kommunen Ennigerloh, Telgte, Ostbevern, Drensteinfurt und Sendenhorst nebst der Thüga Aktiengesellschaft und Innogy beteiligt. Die Energieversorgung Oelde wurden von der Stadt Oelde und Innogy getragen. Die Innogy-Anteile sind inzwischen an die Eon-Tochter Westenergie übergegangen.
 

Volker Stephan
© 2022 Energie & Management GmbH
Mittwoch, 30.03.2022, 16:53 Uhr

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