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Enerige & Management > Bilanz - GGEW sieht sich "robust und krisenfest"
Quelle: Fotolia / Eisenhans
BILANZ:
GGEW sieht sich "robust und krisenfest"
Der südhessische Energiedienstleister setzt auf erneuerbare Energien und profitiert davon in der Krise.
 
 
Mit einem Jahresüberschuss von 2,6 Mio. Euro (2020: 2,1 Mio. Euro) blickt die südhessische Gruppen-Gas- und Elektrizitätswerk Bergstraße AG (GGEW) zufrieden auf ein herausforderndes, letztlich aber erfolgreiches Jahr 2021 zurück. Das "robuste Geschäftsmodell" des Energieversorgers erweise sich als krisenfest. Dank einer "professionellen Beschaffungsstrategie", bei der man auf Risikomanagement statt immer nur auf die billigsten Einkaufspreise gesetzt habe, habe der starke Anstieg der Großhandelspreise an den Spotmärkten für Gas und Strom nur geringe negative Auswirkungen gehabt, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens anlässlich der Veröffentlichung der Bilanzzahlen. Mit 224,7 Mio. Euro lag auch der Umsatz des im hessischen Bensheim ansässigen Energieversorgers über dem des Vorjahres (221,7 Mio. Euro).

In Windparks und Solaranlagen seien im gesamten Geschäftsjahr rund 215,6 Mio. kWh erzeugt worden, das entspreche rund 40 % der gesamten Stromabgabe an den Letztverbraucher (553 Mio. kWh). Die gesamte Gasabgabe habe bei 1.397 Mio. kWh gelegen und sei damit witterungsbedingt leicht gestiegen (2020: 1.158 Mio. kWh). Das gesamte, von der GGEW geführte Erzeugungsportfolio für regenerative Energien umfasse 45 Windenergieanlagen und 39 Photovoltaik-Anlagen mit 120,9 MW Leistung, ein neues Photovoltaik-Freiflächenprojekt in Wald-Michelbach sei für Frühsommer 2023 zur Realisierung vorgesehen. Fossile Stromerzeugung besitze man nicht.

Insgesamt wandle sich der Vertrieb der GGEW immer mehr vom Strom-, Gas- und Wasserdienstleister zum Anbieter von Energie-, Internet- und Mobilitätsprodukten. So habe sich das E-Carsharing sehr positiv entwickelt, auch PV-Pacht- und Heizungspacht-Angebote sowie der Verkauf und die Installation von Wallboxen würden sehr gut angenommen.

Klimaneutral vielleicht 2030

Eine Prognose für das kommende Geschäftsjahr sei schwierig, sagte GGEW-Vorstand Carsten Hoffmann. Vieles hänge ab vom Verlauf des Krieges in der Ukraine und dessen Einfluss auf die Energiemärkte, vom weiteren Verlauf der Corona-Pandemie und auch vom Umgang Chinas mit der Pandemie.

Das geplante Investitionsvolumen für 2022 in die Versorgungsanlagen der GGEW betrage 22,6 Mio. Euro. Auf die gesamten Strom-, Gas- und Wassernetze entfallen rund 5,4 Mio. Euro zur Sicherstellung der Versorgungssicherheit. Weiterhin sei beabsichtigt, rund 6,2 Mio. Euro in den Ausbau der Glasfasernetze zu investieren. Bis 2028 will der Versorger den Glasfaserausbau im gesamten Netzgebiet abgeschlossen haben.

Wesentliche Ziele blieben darüber hinaus Nachhaltigkeit und Klimaschutz. "Wir haben zwar noch keine eigenen Klimaschutzziele für die GGEW AG definiert, arbeiten aber mit Hochdruck daran. Ich hoffe, dass wir im Verlauf des Jahres 2022 ein konkretes Paket auf den Tisch legen können. Schlussendlich ist da der Weg zur Klimaneutralität das Ziel. Wann genau wir dieses Ziel einer klimaneutralen GGEW AG erreichen, ist derzeit noch schwer zu prognostizieren. Vielleicht 2030? Ich hoffe es", so Hoffmann. Beim Ausbau der erneuerbaren Energien gehe es aber nicht nur um Klimaschutz und Unabhängigkeit, sondern auch um die künftige Reduzierung der Energiekosten. Niedrigere Gestehungskosten aus Wind und Solar ermöglichten es, perspektivisch Endkunden und Industrie günstiger mit Energie versorgen zu können.
 
Bilanzzahlen der GGEW AG in Mio. Euro
  2021 2020
Jahresüberschuss 2,6 2,1
Umsatz 224,7 221,7
Bilanzsumme  204,9 190.8
Investitionen 14,8 21,1
Quelle: GGEW AG
 

Katia Meyer-Tien
Redakteurin
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