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Energie & Management > Wasserstoff - Erster Schritt zum Wasserstoff-Kernnetz
Quelle: Shutterstock / petrmalinak
Wasserstoff

Erster Schritt zum Wasserstoff-Kernnetz

Den aktuellen Planungsstand, wie ein zukünftiges Wasserstoff-Kernnetz aussehen könnte, haben die Fernleitungsnetzbetreiber (FNB) jetzt vorgelegt. Weitere Schritte sollen bald folgen.
Mit dem Wasserstoff-Kernnetz sollen große Verbrauchs- und Erzeugungsregionen für Wasserstoff in Deutschland erreicht und so zentrale Wasserstoff-Standorte, beispielsweise große Industriezentren, Speicher, Kraftwerke und Importkorridore, angebunden werden. Das Kernnetz enthält wichtige Wasserstoff-Infrastrukturen, die bis 2032 in Betrieb gehen sollen. Es wird von den Fernleitungsnetzbetreibern modelliert und bildet das Grundgerüst der Wasserstoff-Infrastruktur. Vorgesehen ist dann der weitere Ausbau in mehreren Stufen.

Nach dem aktuellen Stand der Planung umfasst das Netz Leitungen mit einer Gesamtlänge von 11.200 Kilometern. Es werde lange Verbindungen vom Norden in den Süden Deutschlands sowie von Osten nach Westen geben, sagte Barbara Fischer, Geschäftsführerin FNB Gas. Wichtig sei es vor allem, große Industriestandorte anzubinden, die ohne Wasserstoff nicht klimafreundlich betrieben werden können, bei denen also etwa eine Elektrifizierung kaum möglich ist. Dazu gehören die Stahl- und die Chemie-Branche.

Im Mai hatte die Bundesregierung den Entwurf für eine Novelle des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) auf den Weg gebracht, die die regulatorischen, kartellrechtlichen und netzplanerischen Grundlagen für die Entwicklung eines ausbaufähigen Wasserstoff-Kernnetzes legt. Der Gesetzesentwurf befindet sich derzeit im parlamentarischen Verfahren, das vermutlich bis zum Herbst abgeschlossen sein wird. 

Aufbruchsignal für alle Akteure

„Die FNB unterstützen voll und ganz das Ziel der Bundesregierung, schnell und kosteneffizient eine deutschlandweite Wasserstoff-Infrastruktur aufzubauen, die den Markthochlauf ermöglicht und in den EU-Binnenmarkt eingebettet ist“, erklärte Barbara Fischer. Den jetzt vorgestellten Planungsstand nannte sie einen ersten Schritt. Man arbeite weiter mit Hochdruck daran, bis zum Herbst der Bundesnetzagentur einen gemeinsamen Entwurf für ein optimiertes Wasserstoff-Kernnetz vorzulegen.

„Ein deutschlandweites Kernnetz ist das gewünschte Aufbruchssignal für alle Akteure entlang der Wertschöpfungskette. Zentrale Voraussetzung ist allerdings auch die gesetzliche Verankerung eines Finanzierungsmodells, das marktfähige Netzentgelte und zugleich eine kapitalmarktfähige Finanzierung durch die Netzbetreiber gewährleistet“, betonte Thomas Gößmann, Vorstandsvorsitzender des FNB Gas.

Auf Basis des veröffentlichten Planungsstandes zum Wasserstoff-Kernnetz haben Betreiber von Verteilernetzen, Wasserstoffnetzbetreiber und Betreiber von sonstigen Rohrleitungsinfrastrukturen bis zum 28. Juli die Gelegenheit zur Stellungnahme und zur Meldung weiterer Infrastrukturen für das Kernnetz an die FNB. Anschließend werden diese, wie es in einer Mitteilung der FNB heißt, auf ihre Verwendung bei der Planung des Kernnetzes geprüft.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz gibt Ländern, Verbänden und sonstigen Stakeholdern ebenfalls bis zum 28. Juli Gelegenheit zur Stellungnahme zum Aufbau des Kernnetzes. Damit sollen Stakeholder die Möglichkeit bekommen, Argumente für die Aufnahme weiterer Leitungsinfrastrukturen darzulegen.

„Es ist wichtig, dass alle Marktteilnehmer rasch Klarheit darüber erhalten, wann und wie sie ihre Bedarfe für die weiteren Ausbaustufen des Wasserstoffnetzes einbringen können. Das schafft Planungs- und Investitionssicherheit“, so Gößmann.

Finanzierung durch Netzentgelte

Wie es in einer Mitteilung des Bundeswirtschaftsministeriums anlässlich der eingereichten Vorlage der FNB heißt, ist das Ziel der Bundesregierung der privatwirtschaftliche Aufbau des Wasserstoff-Kernnetzes, finanziert durch Netzentgelte. Nach aktueller Planung solle ein möglichst bundesweit einheitliches Netzentgelt implementiert werden, das in der Hochlaufphase gedeckelt ist, um einen raschen Markthochlauf zu unterstützen. Die Netzentgelte sollen durch zeitliche Streckung auf ein marktgängiges Niveau gebracht werden. Dazu entwickle man aktuell – unter Einbeziehung der Möglichkeit einer subsidiären Teilabsicherung durch den Bund – ein detailliertes Konzept.

Für die Rückmeldung an info@fnb-gas.de haben die FNB ein Formular auf ihrer Webseite zur Verfügung gestellt. Das Wirtschaftsministerium nimmt Stellungnahmen per E-Mail unter der Adresse WASSERSTOFFKERNNETZ@bmwk.bund.de entgegen.

Mittwoch, 12.07.2023, 14:34 Uhr
Gnter Drewnitzky
Energie & Management > Wasserstoff - Erster Schritt zum Wasserstoff-Kernnetz
Quelle: Shutterstock / petrmalinak
Wasserstoff
Erster Schritt zum Wasserstoff-Kernnetz
Den aktuellen Planungsstand, wie ein zukünftiges Wasserstoff-Kernnetz aussehen könnte, haben die Fernleitungsnetzbetreiber (FNB) jetzt vorgelegt. Weitere Schritte sollen bald folgen.
Mit dem Wasserstoff-Kernnetz sollen große Verbrauchs- und Erzeugungsregionen für Wasserstoff in Deutschland erreicht und so zentrale Wasserstoff-Standorte, beispielsweise große Industriezentren, Speicher, Kraftwerke und Importkorridore, angebunden werden. Das Kernnetz enthält wichtige Wasserstoff-Infrastrukturen, die bis 2032 in Betrieb gehen sollen. Es wird von den Fernleitungsnetzbetreibern modelliert und bildet das Grundgerüst der Wasserstoff-Infrastruktur. Vorgesehen ist dann der weitere Ausbau in mehreren Stufen.

Nach dem aktuellen Stand der Planung umfasst das Netz Leitungen mit einer Gesamtlänge von 11.200 Kilometern. Es werde lange Verbindungen vom Norden in den Süden Deutschlands sowie von Osten nach Westen geben, sagte Barbara Fischer, Geschäftsführerin FNB Gas. Wichtig sei es vor allem, große Industriestandorte anzubinden, die ohne Wasserstoff nicht klimafreundlich betrieben werden können, bei denen also etwa eine Elektrifizierung kaum möglich ist. Dazu gehören die Stahl- und die Chemie-Branche.

Im Mai hatte die Bundesregierung den Entwurf für eine Novelle des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) auf den Weg gebracht, die die regulatorischen, kartellrechtlichen und netzplanerischen Grundlagen für die Entwicklung eines ausbaufähigen Wasserstoff-Kernnetzes legt. Der Gesetzesentwurf befindet sich derzeit im parlamentarischen Verfahren, das vermutlich bis zum Herbst abgeschlossen sein wird. 

Aufbruchsignal für alle Akteure

„Die FNB unterstützen voll und ganz das Ziel der Bundesregierung, schnell und kosteneffizient eine deutschlandweite Wasserstoff-Infrastruktur aufzubauen, die den Markthochlauf ermöglicht und in den EU-Binnenmarkt eingebettet ist“, erklärte Barbara Fischer. Den jetzt vorgestellten Planungsstand nannte sie einen ersten Schritt. Man arbeite weiter mit Hochdruck daran, bis zum Herbst der Bundesnetzagentur einen gemeinsamen Entwurf für ein optimiertes Wasserstoff-Kernnetz vorzulegen.

„Ein deutschlandweites Kernnetz ist das gewünschte Aufbruchssignal für alle Akteure entlang der Wertschöpfungskette. Zentrale Voraussetzung ist allerdings auch die gesetzliche Verankerung eines Finanzierungsmodells, das marktfähige Netzentgelte und zugleich eine kapitalmarktfähige Finanzierung durch die Netzbetreiber gewährleistet“, betonte Thomas Gößmann, Vorstandsvorsitzender des FNB Gas.

Auf Basis des veröffentlichten Planungsstandes zum Wasserstoff-Kernnetz haben Betreiber von Verteilernetzen, Wasserstoffnetzbetreiber und Betreiber von sonstigen Rohrleitungsinfrastrukturen bis zum 28. Juli die Gelegenheit zur Stellungnahme und zur Meldung weiterer Infrastrukturen für das Kernnetz an die FNB. Anschließend werden diese, wie es in einer Mitteilung der FNB heißt, auf ihre Verwendung bei der Planung des Kernnetzes geprüft.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz gibt Ländern, Verbänden und sonstigen Stakeholdern ebenfalls bis zum 28. Juli Gelegenheit zur Stellungnahme zum Aufbau des Kernnetzes. Damit sollen Stakeholder die Möglichkeit bekommen, Argumente für die Aufnahme weiterer Leitungsinfrastrukturen darzulegen.

„Es ist wichtig, dass alle Marktteilnehmer rasch Klarheit darüber erhalten, wann und wie sie ihre Bedarfe für die weiteren Ausbaustufen des Wasserstoffnetzes einbringen können. Das schafft Planungs- und Investitionssicherheit“, so Gößmann.

Finanzierung durch Netzentgelte

Wie es in einer Mitteilung des Bundeswirtschaftsministeriums anlässlich der eingereichten Vorlage der FNB heißt, ist das Ziel der Bundesregierung der privatwirtschaftliche Aufbau des Wasserstoff-Kernnetzes, finanziert durch Netzentgelte. Nach aktueller Planung solle ein möglichst bundesweit einheitliches Netzentgelt implementiert werden, das in der Hochlaufphase gedeckelt ist, um einen raschen Markthochlauf zu unterstützen. Die Netzentgelte sollen durch zeitliche Streckung auf ein marktgängiges Niveau gebracht werden. Dazu entwickle man aktuell – unter Einbeziehung der Möglichkeit einer subsidiären Teilabsicherung durch den Bund – ein detailliertes Konzept.

Für die Rückmeldung an info@fnb-gas.de haben die FNB ein Formular auf ihrer Webseite zur Verfügung gestellt. Das Wirtschaftsministerium nimmt Stellungnahmen per E-Mail unter der Adresse WASSERSTOFFKERNNETZ@bmwk.bund.de entgegen.

Mittwoch, 12.07.2023, 14:34 Uhr
Gnter Drewnitzky

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