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Enerige & Management > Mobilität - Erste E-Fähre auf dem Bodensee vom Stapel gelaufen
Die E-Fähre beim Stapellauf im Friedrichshafener Hafen, Quelle: BSB
MOBILITÄT:
Erste E-Fähre auf dem Bodensee vom Stapel gelaufen
Bis 2035 wollen die Bodensee-Schiffsbetriebe ihre Flotte auf umweltfreundliche Antriebe umstellen. Jetzt ist das erste E-Schiff im Wasser.
 
"Das Schiff ist im Wasser, Probleme gab es keine". So fasst ein Sprecher den erfolgreichen Stapellauf des ersten vollelektrisch betriebenen Schiffs der Bodensee-Schiffsbetriebe (BSB) im Gespräch mit der Redaktion zusammen. Nach neun Monaten Bauzeit sei das Schiff nun so gut wie fertig, nur letzte Programmierarbeiten stünden noch aus, bevor die einzelnen Systeme in Betrieb gehen könnten und die Probefahrten stattfinden.

Momentan trägt das Schiff noch den Projektnamen "Artemis", allerdings nur bis zur Taufe am 17. Juli: Dann bekommt es seinen endgültigen Namen, der vorher nicht verraten werden darf. Ansonsten drohe Unglück, so der Sprecher. Ab dem 18. Juli 2022 startet das Schiff dann zunächst von verschiedenen Häfen aus zu Begrüßungsfahrten für die Bevölkerung, ab Ende Juli soll es im regulären Betrieb laufen und täglich bis zu 300 Passagiere transportieren.

Das von einer 1.000-kWh-Batterie betriebene Schiff ist Teil der BSB-Strategie, alle Schiffe der Flotte bis 2035 auf umweltfreundliche Antriebe umzustellen und den Bodensee zu einer "Modellregion für eine klimaneutrale Zukunft der Fahrgastschifffahrt" zu entwickeln. "Wir wollen und müssen bei allen Schiffen vom Kohlenstoff der fossilen Brennstoffe wegkommen", so Christoph Witte, technischer Leiter und Mitglied der Geschäftsführung der BSB.

Hoher Energiebedarf

Tatsächlich ist der elektrische Betrieb von Schiffen noch eine Herausforderung. Der Energiebedarf für Motor und Elektronik der Artemis lässt sich nur zum Teil durch die auf dem Freideck des Schiffes installierten Solarzellen decken. In der Mittagspause und über Nacht muss das Schiff aufgeladen werden, auch soll es nur mit energiesparenden 15 km/h unterwegs sein.

Gebaut wurde nach dem Katamaran-Prinzip: Das Schiff gleitet auf zwei Kufen durch das Wasser und erreicht so einen geringeren Schiffswiderstand im Vergleich zum konventionellen Einrumpf-Schiff. Auch wurden beim Bau viele Teile aus Aluminium hergestellt, um das Gewicht zu reduzieren. Die Kosten beliefen sich auf 3,6 Mio. Euro, mit 300.000 Euro förderte der Bund das Projekt. Sollte sich diese Konstruktion bewähren, wollen die BSB ein Schwesterschiff in Auftrag geben, das im Jahr 2025 in Betrieb gehen könnte.

Noch etwas länger auf seinen Einsatz auf dem Bodensee warten muss die von den Stadtwerken Konstanz geplante Flüssigerdgas (LNG)-Fähre. Diese sollte eigentlich schon 2019 fertig sein, aufgrund der Insolvenz der beauftragen Werft verzögerte sich der Bau allerdings um mehrere Jahre. Die Stadtwerke bauen das "Fährschiff 14" nun in Eigenregie mit einer Projektwerft (wir berichteten). Die Arbeiten gingen gut voran und lägen im Zeitplan, sagte ein Sprecher gegenüber der Redaktion. Die Fertigstellung ist für 2023 geplant.
 

Katia Meyer-Tien
Redakteurin
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Dienstag, 28.06.2022, 15:41 Uhr

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