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Enerige & Management > Gas - EnBW bereitet Kohleausstieg am Standort Stuttgart-Münster vor
Tim Holt (Siemens Energy) und Georg Stamatelopoulos (EnBW) mit einer Abbildung der neuen Turbinen. Quelle: Paul Gärtner
GAS:
EnBW bereitet Kohleausstieg am Standort Stuttgart-Münster vor
An seinem Kraftwerksstandort in Stuttgart-Münster treibt EnBW den Fuel Switch von Kohle auf Erdgas voran. Die Gasturbinen sollen von Siemens Energy kommen und H2-ready sein. 
 
Auch Georg Stamatelopoulos weiß nicht, wann grüner Wasserstoff tatsächlich in ausreichendem Umfang und zu bezahlbaren Preisen zur Verfügung stehen wird. "Aber wenn es so weit ist, soll die Technik bereitstehen", erklärte der Vorstand von EnBW am 17. November in Stuttgart. "Wir lassen es nicht auf eine Henne-Ei-Problematik ankommen." 

Zum Standort: Der Schwerpunkt des Heizkraftwerks in Stuttgart-Münster liegt auf der Verwertung von Abfällen. Rund 450.000 Tonnen werden hier jährlich verwertet und in Strom und Wärme umgewandelt. Das Heizkraftwerk besteht aus einem Steinkohlekraftwerk mit drei Kohlekesseln, einer Abfallverbrennungsanlage mit drei Müllkesseln, drei Dampfturbinen und einer heizölbetriebenen Turbinenanlage.

Auf den Betrieb mit Erdgas anstelle von Kohle will das baden-württembergische Energieunternehmen sein Heizkraftwerk bis 2024 umstellen. Die Turbinentechnologie von Siemens Energy soll ihm dabei helfen. Im Vergleich zu Kohle verursache Erdgas nur halb so viel CO2, heißt es seitens EnBW. Daher sei in einem zweiten Schritt der Umstieg auf grünen, klimaneutralen Wasserstoff wichtig. Wie die Vertragspartner bei einem Vor-Ort-Pressetermin versicherten, werden die bei Siemens Energy georderten Gasturbinen bereits bei Auslieferung kompatibel für bis zu 75 Prozent Wasserstoff-Beimischung sein. 100 Prozent Wasserstoffverträglichkeit seien für das Gesamtpaket vorgesehen.

​Steuerbare Leistung wichtig

Stamatelopoulos sieht den Fuel Switch von Kohle zu Gas als einen wichtigen Baustein, um in kommenden Jahren weiterhin genügend steuerbare Leistung zur Stromerzeugung zur Verfügung haben. "Nur so können wir den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien flankieren." 

Die zwei Gasturbinen vom Typ SGT-800 verfügen über jeweils 62 MW elektrische Leistung und eine nachgeschaltete Abwärmenutzung. Sie werden die drei bisherigen Kohlekessel am Standort ersetzen. Auch die Rohrleitungen, Leit- und Kesseltechnik sollen möglichst rasch auf den Betrieb mit Wasserstoff umgestellt werden. Aktuell ist das neue Werkstattgebäude im Bau und schafft Platz für das eigentliche Baufeld. Sobald alle Genehmigungen vorliegen, könnte mit den Arbeiten an den neuen Anlagen im ersten Quartal kommenden Jahres begonnen werden. 
 
Fotomontage des Kraftwerksgeländes in Stuttgart-Münster nach dem Neubau des Gaskraftwerks (graues Gebäude mit den fünf Schornsteinen vorne links im Bild)
Quelle: EnBW
 

Davina Spohn
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Donnerstag, 17.11.2022, 16:55 Uhr

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