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Enerige & Management > Wärmenetz - Bremen investiert kräftig in den Fernwärmeausbau
Quelle: Shutterstock / Richard Bradford
WÄRMENETZ:
Bremen investiert kräftig in den Fernwärmeausbau
In Bremen ist der Bau einer sieben Kilometer neuen Leitung vom Fernwärmenetz der Universität in den Stadtteil Vahr gestartet. Die neue Trasse ist Teil des geplanten Kohleausstiegs.
 
Durch die neue Leitung soll von 2023 an Fernwärme aus dem Müllheizkraftwerk Oken bis in Bremens größtes Fernwärmegebiet "Ost" und damit in die Stadtteile Hastedt, Vahr, Sebaldsbrück und Hemelingen sowie zum Mercedes-Benz-Werk Bremen strömen, teilte die SWB AG, Versorgungsunternehmen für Bremen und Bremerhaven, am 8. Februar mit.

Der Bau der Leitung durch die SWB-Gesellschaft Wesernetz, dem örtlichen Netzbetreiber, ist für die SWB ein "wichtiger Meilenstein für den Kohleausstieg". Wenn die Leitung im Jahr 2023 fertig ist und ein Blockheizkraftwerk in Bremen Hastedt den Betrieb aufgenommen hat, kann der letzte der ehemals drei SWB-Kohlekraftwerksblöcke stillgelegt werden, teilte der Versorger weiter mit.

Insgesamt investiert SWB mit der Verbindungsleitung und dem erdgasbetriebenen Blockheizkraftwerk 200 Mio. Euro in den Kohleausstieg und spart rund 2,5 Mio. Tonnen CO2 ein. Das entspricht etwa 14 % der Bremischen Gesamtemissionen. Die Verbindungsleitung soll in rund zwei Jahre fertiggestellt sein. Von den Gesamtkosten entfallen etwa 60 Mio. Euro auf den Leitungsbau.

Mit der neuen Verbindungsleitung erhalten zusätzlich rund 25.000 Haushalte und das Mercedes-Benz-Werk Bremen die Fernwärme aus dem Müllheizkraftwerk. "Mit dieser großen Wärmemenge lässt sich solch ein Projekt finanzieren", beschreibt SWB-Vorstandsvorsitzender Torsten Köhne die Grundvoraussetzung für den Leitungsbau. "Wenn jetzt weitere Verteilnetze an die fertige Verbindungsleitung angeschlossen werden sollen, brauchen wir vor allem auch eine entsprechend große Anzahl von Kunden, die sich diese umweltfreundliche und platzsparende Fernwärme für ihre Gebäudeheizung wünschen", erläutert Köhne die Voraussetzung für die Finanzierbarkeit weiterer Leitungsprojekte.

"Bremen ist mit dem Ausbau umweltfreundlicher Fernwärme in die richtige Richtung gestartet", so Umweltsenatorin Maike Schaefer (Grüne). „Wenn künftig keine Ölheizungen mehr neu installiert werden dürfen, haben die Menschen entlang dieser Trasse die Chance, auf Fernwärme umzustellen", beschreibt Schaefer die weiteren konkreten Schritte bei der Bremer Wärmewende. Auch das Erreichen des Bremer Klimaziels bis zum Jahr 2038 klimaneutral zu sein, erfahre durch den Ausbau der Fernwärme einen deutlichen Schub.
 

Heidi Roider
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