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Enerige & Management > Windkraft Offshore - Branche fordert von G-20-Staaten mehr Windkraftausbau
Quelle: Shutterstock/Paul Biryukov
WINDKRAFT OFFSHORE:
Branche fordert von G-20-Staaten mehr Windkraftausbau
Eine Allianz führender Vorstände der globalen Windindustrie fordert von den G-20-Mitgliedern ambitioniertere nationale Ziele für die Produktion von Windenergie zum Klimaschutz.
 
In einem offenen Brief vom 19. Juli fordern 23 CEOs von Windkraftunternehmen, das Potenzial der erneuerbaren Energien voll auszuschöpfen. Stellvertretend für die Global Wind Energy Coalition (GWEC) schrieben sie an die Staats- und Regierungschefs der G 20 in Vorbereitung der nächsten UN-Klimakonferenz (COP 26) im Herbst in Glasgow. In ihrem Brief weisen sie darauf hin, dass trotz Fortschritten bei der Energiewende die aktuellen Klimazusagen der G-20-Länder immer noch zu einer Erwärmung von 2,4 °C führen werden.

Damit seien die Ziele der Pariser Klimakonferenz von 1,5 °C nicht erreichbar. „Die G-20-Mitgliedsländer verursachen mehr als 80 Prozent der globalen energiebezogenen Kohlenstoffemissionen - die Politik hat in diesen Ländern also die Fähigkeit, die weltweite Energielandschaft zu transformieren, und muss dafür in die Pflicht genommen werden", sagte der CEO der GWEC, Ben Backwell. Diese Länder müssten sich daher verstärkt für die Nutzung erneuerbarer Energien einsetzen.

Ausbau muss vervierfacht werden

Der Ausbau der Windenergie und anderer erneuerbarer Energien bleibe derzeit noch weit hinter den internationalen Klimazielen zurück, sodass dringender Handlungsbedarf besteht. Der Brief ist von den CEOs der größten Windkraftunternehmen unterzeichnet - einschließlich Vestas Wind Systems, Siemens Gamesa Renewable Energy, Orsted, SSE, RWE und Mainstream Renewable Power - sowie von Branchenvereinigungen in wichtigen Regionen wie Großbritannien, Brasilien, China, Mexiko und Südafrika.

Die Unterzeichner heben hervor, dass sich nach den jüngsten Voraussagen der Internationalen Energieagentur (IEA) der Ausbau von Windkraftanlagen von 93.000 MW im Jahr 2020 auf 390.000 MW 2030 vervierfachen müsse. Nur so sei es möglich, bis 2050 die nötige Energie ohne weitere Klimagasemissionen zu erzeugen. Die IEA und die Internationale Organisation für Erneuerbare Energien (IRENA) stimmten überein, dass zum Erreichen der Netto-Null-Ziele bis 2050 insgesamt eine Windenergiekapazität von rund 8 Mio. MW anzusetzen ist, wenn das Ziel einer Erderwärmung von 1,5 °C erreicht werden soll.

Der offene Brief warnt, dass bei den aktuellen Wachstumsraten für Windenergie die globale Windenergiekapazität bis 2050 deutlich hinter den für die Kohlenstoffneutralität erforderlichen Mengen zurückbleiben wird - mit einem Installationsdefizit von bis zu 57 %. Um den Nachholbedarf beim Ausbau der Windkraft aufzuholen, fordert die Windkraftbranche von den G 20 daher ambitioniertere Ausbauziele auf nationaler Ebene und effektive politische und regulatorische Rahmenbedingungen für die Beschaffung und Bereitstellung erneuerbarer Energien.

Zudem müssten die Staaten für Netze und Leitungen als Infrastruktur sorgen und eine Übereinkunft zu effektiver und glaubwürdiger Klimagasbepreisung durchsetzen. Die großen Industrieländer sollten zudem die nationalen und regionalen Finanzströme an Benchmarks für einen 1,5-°C-konformen Pfad anpassen. Eine kohärente und inklusive Politik solle zudem die öffentlichen Ressourcen für den Übergang zu einer Netto-Null-Wirtschaft bis 2050 bereitstellen, um die Klimaneutralität bis 2050 zu erreichen.

Der offene Brief ging an eine Reihe von Regierungs-, Energie-, Finanz- und institutionellen Führungspersönlichkeiten, darunter an die Direktion von COP 26, der UNFCCC, der IRENA, der IEA, des IWF, des WEF und einer Reihe von multilateralen Entwicklungsbanken.
 

Susanne Harmsen
Redakteurin
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Montag, 19.07.2021, 11:49 Uhr

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