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Energie & Management > Unternehmen - Auftragsflaute belastet Wärmepumpen-Hersteller
Quelle: Stiebel Eltron
Unternehmen

Auftragsflaute belastet Wärmepumpen-Hersteller

Der Wärmepumpenhersteller Stiebel Eltron plant eigentlich eine Standort-Erweiterung. Auf eine starke erste Jahreshälfte 2023 folgte jedoch eine schwache zweite.
Der Wärmepumpenhersteller Stiebel Eltron blickt mit Sorge ins nächste Jahr. Auf ein starkes erstes Halbjahr folgte eine schwache zweite Jahreshälfte, wie Geschäftsführer Kai Schiefelbein der Deutschen Presse-Agentur sagte. Letztlich werde das Unternehmen aus Holzminden (Niedersachsen) wohl etwa 110.000 Wärmepumpen verkauft haben − 30.000 mehr als im Vorjahr.

„Der Auftragseingang im Moment verheißt gar nichts Gutes. Die Tendenz ist stark rückläufig“, sagte Schiefelbein weiter. Nach dem Wärmepumpen-Boom im ersten Halbjahr 2023 hätten sich viele Kunden im zweiten Halbjahr für Gas- und Ölkessel entschieden. Vermutlich auch wegen der Debatte um das Heizungsgesetz (Gebäudeenergiegesetz). Derzeit herrsche bei den Kunden eine abwartende Haltung. „Im Moment wird eine Heizung nur ausgetauscht, wo eine Heizung kaputtgeht“, konkretisierte Schiefelbein. Die Menschen schauten, ob und welche Förderungen es im kommenden Jahr gebe.

Für den Wärmepumpenbauer ist das eine schwierige Situation. Wenn der Markt nicht rasch anziehe und die Nachfrage in den ersten drei Monaten in etwa auf dem Niveau des Dezembers verharre, müsse das Unternehmen Personal abbauen. Ein klarer Widerspruch zu den Zielen der Firma, die eigentlich auf Wachstum gepolt ist. Mittelfristig rechne Stiebel Eltron damit, dass allein der Bedarf an Luft-Wasser-Wärmepumpen aus Holzminden von 70.000 im Jahr 2023 auf 200.000 im Jahr 2027 steige. Es sei aber natürlich nicht möglich, Mitarbeitende eine Zeit lang quasi auf Vorrat zu beschäftigen.

Allein im zu Ende gehenden Jahr seien etwa 150 Millionen Euro investiert worden. Bis 2027 sollen es mehr als 600 Millionen Euro werden. Unter anderem soll der Firmensitz in Holzminden ausgebaut werden. Zudem wurde vor Kurzem ein neuer Standort in Höxter in Nordrhein-Westfalen eröffnet, und in Gifhorn (Niedersachsen) übernimmt das Unternehmen nach und nach Teile eines bisherigen Conti-Standorts und will 2027 dort 300 Mitarbeiter beschäftigen (wir berichteten).
 
 
Politische Debatten verunsichern Hauseigentümer

Der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) moniert, gerade die politischen Debatten in diesem Jahr hätten den Markt stark verunsichert. So sei die Zahl der Förderanträge beim zuständigen Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) in den ersten acht Monaten des Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als 70 Prozent zurückgegangen. Der BWP sowie der Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) fordern, die Stromsteuer auf das europarechtlich zulässige Minimum abzusenken. Darüber hinaus solle der Mehrwertsteuersatz für Wärmepumpen-Strom auf 7 Prozent abgesenkt werden.

Kritisch bewertet deshalb BWP-Geschäftsführer Martin Sabel den Wegfall der Bundeszuschüsse zu den Übertragungsnetz-Entgelten: „Strom kommt schon heute zu über 50 Prozent aus erneuerbaren Quellen – und er kostet aktuell mehr als dreimal so viel wie fossiles Erdgas. Das liegt vor allem an einem überproportional hohen Anteil an Steuern, Abgaben und Umlagen.“ In der aktuellen politischen Lage Strom effektiv zu verteuern sei kontraproduktiv.

Positiv bewertet der Branchenverband den Haushaltskompromiss der Bundesregierung. „Es ist gut, dass wir jetzt mit den neuen Fassungen von Gebäudeenergiegesetz und Bundesförderung für effiziente Gebäude die Wärmewende im Heizungskeller konsequent fortführen können. Leider hat der Weg dahin für unnötige Verunsicherung gesorgt und die gute Dynamik beim Wärmepumpenhochlauf ausgebremst.“

Mittwoch, 20.12.2023, 14:17 Uhr
Heidi Roider / dpa
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Quelle: Stiebel Eltron
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Auftragsflaute belastet Wärmepumpen-Hersteller
Der Wärmepumpenhersteller Stiebel Eltron plant eigentlich eine Standort-Erweiterung. Auf eine starke erste Jahreshälfte 2023 folgte jedoch eine schwache zweite.
Der Wärmepumpenhersteller Stiebel Eltron blickt mit Sorge ins nächste Jahr. Auf ein starkes erstes Halbjahr folgte eine schwache zweite Jahreshälfte, wie Geschäftsführer Kai Schiefelbein der Deutschen Presse-Agentur sagte. Letztlich werde das Unternehmen aus Holzminden (Niedersachsen) wohl etwa 110.000 Wärmepumpen verkauft haben − 30.000 mehr als im Vorjahr.

„Der Auftragseingang im Moment verheißt gar nichts Gutes. Die Tendenz ist stark rückläufig“, sagte Schiefelbein weiter. Nach dem Wärmepumpen-Boom im ersten Halbjahr 2023 hätten sich viele Kunden im zweiten Halbjahr für Gas- und Ölkessel entschieden. Vermutlich auch wegen der Debatte um das Heizungsgesetz (Gebäudeenergiegesetz). Derzeit herrsche bei den Kunden eine abwartende Haltung. „Im Moment wird eine Heizung nur ausgetauscht, wo eine Heizung kaputtgeht“, konkretisierte Schiefelbein. Die Menschen schauten, ob und welche Förderungen es im kommenden Jahr gebe.

Für den Wärmepumpenbauer ist das eine schwierige Situation. Wenn der Markt nicht rasch anziehe und die Nachfrage in den ersten drei Monaten in etwa auf dem Niveau des Dezembers verharre, müsse das Unternehmen Personal abbauen. Ein klarer Widerspruch zu den Zielen der Firma, die eigentlich auf Wachstum gepolt ist. Mittelfristig rechne Stiebel Eltron damit, dass allein der Bedarf an Luft-Wasser-Wärmepumpen aus Holzminden von 70.000 im Jahr 2023 auf 200.000 im Jahr 2027 steige. Es sei aber natürlich nicht möglich, Mitarbeitende eine Zeit lang quasi auf Vorrat zu beschäftigen.

Allein im zu Ende gehenden Jahr seien etwa 150 Millionen Euro investiert worden. Bis 2027 sollen es mehr als 600 Millionen Euro werden. Unter anderem soll der Firmensitz in Holzminden ausgebaut werden. Zudem wurde vor Kurzem ein neuer Standort in Höxter in Nordrhein-Westfalen eröffnet, und in Gifhorn (Niedersachsen) übernimmt das Unternehmen nach und nach Teile eines bisherigen Conti-Standorts und will 2027 dort 300 Mitarbeiter beschäftigen (wir berichteten).
 
 
Politische Debatten verunsichern Hauseigentümer

Der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) moniert, gerade die politischen Debatten in diesem Jahr hätten den Markt stark verunsichert. So sei die Zahl der Förderanträge beim zuständigen Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) in den ersten acht Monaten des Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als 70 Prozent zurückgegangen. Der BWP sowie der Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) fordern, die Stromsteuer auf das europarechtlich zulässige Minimum abzusenken. Darüber hinaus solle der Mehrwertsteuersatz für Wärmepumpen-Strom auf 7 Prozent abgesenkt werden.

Kritisch bewertet deshalb BWP-Geschäftsführer Martin Sabel den Wegfall der Bundeszuschüsse zu den Übertragungsnetz-Entgelten: „Strom kommt schon heute zu über 50 Prozent aus erneuerbaren Quellen – und er kostet aktuell mehr als dreimal so viel wie fossiles Erdgas. Das liegt vor allem an einem überproportional hohen Anteil an Steuern, Abgaben und Umlagen.“ In der aktuellen politischen Lage Strom effektiv zu verteuern sei kontraproduktiv.

Positiv bewertet der Branchenverband den Haushaltskompromiss der Bundesregierung. „Es ist gut, dass wir jetzt mit den neuen Fassungen von Gebäudeenergiegesetz und Bundesförderung für effiziente Gebäude die Wärmewende im Heizungskeller konsequent fortführen können. Leider hat der Weg dahin für unnötige Verunsicherung gesorgt und die gute Dynamik beim Wärmepumpenhochlauf ausgebremst.“

Mittwoch, 20.12.2023, 14:17 Uhr
Heidi Roider / dpa

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