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Enerige & Management > Elektrofahrzeuge - Absehbares Ende der Verbrenner mit Stern
Quelle: Jonas Rosenberger
ELEKTROFAHRZEUGE:
Absehbares Ende der Verbrenner mit Stern
Ab 2025 sollen die Kundinnen und Kunden von Mercedes für jedes Modell eine vollelektrische Alternative zur Auswahl haben.
 
Mercedes-Benz will bis zum kommenden Jahr in allen Segmenten, in denen die Marke vertreten ist, batterieelektrische Fahrzeuge anbieten. Dies geht aus einer Mitteilung des Automobilherstellers hervor.

Vor allem im Luxussegment gewinne die Elektromobilität an Fahrt, lässt sich Ola Källenius zitieren. Dort sei Mercedes-Benz zu Hause, so der Vorstandsvorsitzende der Daimler AG, der auch auf dem Chefsessel des Pkw-Bauers sitzt. "Der Wendepunkt rückt näher und wir werden bereit sein, wenn die Märkte bis zum Ende des Jahrzehnts vollständig auf Elektroautos umstellen", sagt Källenius.

"Electric only" statt "Electric first"

Entsprechend sollen die Investitionen in Forschung und Entwicklung aufgestockt werden. Mehr als 40 Mrd. Euro sind für den Zeitraum zwischen 2022 und 2030 für den Ausbau der batterieelektrischen Produktpalette vorgesehen. Dahinter steht die Überzeugung der Mercedes-Verantwortlichen, der schnellere Ausbau des Angebots an "überzeugenden Fahrzeugen" werde der E-Mobilität schneller zum Durchbruch verhelfen. Die Kapitalallokation werde sich von "Electric first" zu "Electric only" verschieben. Die Investitionen in Verbrennungsmotoren und Technologien für Plug-in-Hybride will der Automobilhersteller zwischen 2019 und 2026 um 80 % zurückfahren. Die Rendite erwarten die Mercedes-Verantwortlichen in der vollelektrischen Welt auf ähnlichem Niveau wie im Zeitalter des Verbrennungsmotors.

Im Jahr 2025, so kündigt der Autokonzern an, werde Mercedes-Benz drei vollelektrische Architekturen einführen – eine für mittelgroße und große Pkw, eine für die AMG-Modelle und eine für Vans und leichte Nutzfahrzeuge.
 
Mercedes-Chef Ola Källenius hat drei vollelektrische
Fahrzeugarchitekturen für 2025 angekündigt
Quelle: Daimler AG

Acht eigene Werke zur Zellproduktion geplant

Vor diesem Hintergrund hat Mercedes-Benz einen Technologieplan veröffentlicht. Ein wesentliches Element ist die Erweiterung der Wertschöpfungstiefe durch das Insourcing von Antriebstechnologien für E-Autos. Ein erster Meilenstein ist die nun bekannt gegebene Übernahme des britischen Elektromotorherstellers Yasa. Eigene Elektromotoren, einschließlich Wechselrichter und Software, seien ein wichtiges Element der Strategie "mit einem klaren Fokus auf die Effizienz und die Kosten", heißt es in der Mitteilung. Ein weiteres wichtiges Element ist offensichtlich die strategische Fokussierung auf den chinesischen Markt, der heute bereits der weltweit größte für Elektrofahrzeuge sei mit Hunderten Dienstleistern und Zulieferern, die auf Software und E-Autokomponenten spezialisiert seien.

Künftig sollen eigene Fabriken zur Zellproduktion Mercedes' Bedarf von mehr als 200 Mio. kWh an Batteriekapazitäten decken. Dafür plant der Hersteller zusammen mit Partnern weltweit acht Fabriken. Für die Produktion ganzer Batteriesysteme ist bereits ein Netzwerk von neun Werken geplant. Dem Autokonzern geht es dabei wesentlich um standardisierte Batterien, die in mehr als 90 % aller Pkw und Vans zum Einsatz kommen sollen. Künftig könnten dies Feststoffbatterien sein, die Mercedes-Benz entwickeln will. Gespräche mit entsprechenden Partnern seien im Gang.

Darüber hinaus gab das Unternehmen bekannt, mit Shell an einer Erweiterung des Ladenetzwerks zu arbeiten, damit Mercedes-Kundinnen und -Kunden künftig neben dem Mercedes-me-Charge-Netzwerk (derzeit rund 530.000 Gleich- und Wechselstromladepunkte weltweit) auch das Recharge-Netzwerk des Ölkonzerns (bis 2025 rund 30.000 Ladepunkte in Europa, China und Nordamerika) nutzen können. Außerdem plant Mercedes, Premium-Ladestationen an „herausragenden Standorten“ zu errichten.

Zum Technologieplan gehört schließlich auch die sogenannte Vision EQXX. Die reale Reichweite des Elektrofahrzeugs, dessen Vorstellung für 2022 avisiert ist, gibt Mercedes mit "mehr als 1.000 Kilometern" an. Ziel der Studie ist es unter anderem, einen einstelligen Verbrauchswert für Kilowattstunden pro 100 Kilometer bei „normaler Geschwindigkeit auf der Autobahn“ zu erreichen. Von den Erkenntnissen dieses Projekts sollen schließlich alle Fahrzeugarchitekturen profitieren.
 

Fritz Wilhelm
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Freitag, 23.07.2021, 16:20 Uhr

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