• Typischer Brückentag im Gasmarkt
  • BDEW fordert Nachbesserungen bei Gesetzentwurf
  • BEMD bekräftigt seine Forderungen an die E-world
  • G7-Staaten bekennen sich zum Kohleausstieg bis 2035
  • Bürger stellen sich hinter Erdwärmeprojekt
  • So verhindert die EU ihre Spaltung bei russischem Gas
  • Fraunhofer ISE will Agri-PV mit guten Beispielen verbreiten
  • Zwei weitere Landstromanlagen für den Seehafen Kiel
  • Neue Klima- und Energiepartnerschaft mit den USA unterzeichnet
  • EEX steigt in freiwillige Kohlenstoffmärkte ein
Enerige & Management > Wasserstoff - 80 Vorschläge für die künftige Bundesregierung
Virtuelle Übergabe des Aktionsplans: Katherina Reiche (r.) und Helge Braun Bild: Nationaler Wasserstoffrat
WASSERSTOFF:
80 Vorschläge für die künftige Bundesregierung
80 konkrete Vorschläge für den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft hat der Nationale Wasserstoffrat an Kanzleramtschef Helge Braun übergeben. Adressat ist aber die nächste Regierung.
 
Um die klimapolitischen Ziele zu erreichen, muss Deutschland schnell ambitionierte Schritte zum Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft gehen. Der „Wasserstoff Aktionsplan Deutschland 2021 – 2025“ enthält 80 Vorschläge des Nationalen Wasserstoffrats (NWR) für die nächste Bundesregierung. Die 26 Expertinnen und Experten des die Bundesregierung beratenden Gremiums haben den Aktionsplan am 2. Juli an Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) übergeben.

Katherina Reiche, Vorsitzende der Geschäftsführung der Westenergie und Vorsitzende des NWR, betonte bei der Übergabe: „Wasserstoff ist die Grundvoraussetzung für die Dekarbonisierung von Anwendungen, die sich technisch oder wirtschaftlich nicht sinnvoll auf grünen Strom umstellen lassen. Nur durch einen konsequenten Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft werden sich Treibhausgasemissionen umfassend und effizient reduzieren lassen.“

Das Gremium versteht seinen Aktionsplan als Blaupause für ein Regierungsprogramm zum Thema Wasserstoff nach der Bundestagswahl im September. Reiche: „Die Umsetzung dieser Maßnahmen ist aus unserer Sicht unerlässlich, um die noch einmal verschärften Klimaziele erreichen zu können.“

Der Nationale Wasserstoffrat war im Juni 2020 gemeinsam mit dem Beschluss der Nationalen Wasserstoffstrategie berufen worden, um die Bundesregierung durch Vorschläge und Handlungsempfehlungen bei der Umsetzung und Weiterentwicklung der Nationalen Wasserstoffstrategie zu beraten und zu unterstützen.

Der Aktionsplan gliedert sich in drei Teile:
  • Zunächst wird die Ausgangslage mit Blick auf Klimaschutzziele, Industriepotenziale und rechtliche Rahmenbedingungen diskutiert.
  • Der zweite Teil fasst die Diskussion um den zu erwartenden Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft bis 2030 zusammen – getrennt nach Bedarfen, Aufkommen und notwendiger Infrastruktur.
  • Der dritte Teil leitet konkrete, nach Dringlichkeit priorisierte Handlungsempfehlungen zur effizienten Umsetzung der Nationalen Wasserstoffstrategie ab.
„Es geht darum, den Wasserstoffmarkthochlauf entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu realisieren – also von der Erzeugung über die Speicherung und den Transport bis hin zu den Anwendungen sowie einer qualifizierten Zulieferindustrie“, so Katherina Reiche. 

​80 Maßnahmen mit zeitlicher Priorisierung

Der NWR hat in dem Aktionsplan 80 Einzelmaßnahmen vorgeschlagen und auch in eine zeitliche Priorisierung gebracht. Dabei sind insbesondere die erforderlichen Entscheidungen für die Industrie sehr kurzfristig zu treffen: An erster Stelle steht die Verfügbarkeit grünen Wasserstoffs, gefolgt von der Erfassung des CO2-Fußabdrucks der in den industriellen Verfahren eingesetzten Gase durch die Einführung einheitlicher Herkunftsnachweise. Auch bei staatlichen Förderinstrumenten zeigt der Aktionsplan kurzfristige Entwicklungsbedarfe auf.

Im Verkehrssektor sehen die NWR-Mitglieder kurzfristigen Handlungsbedarf innerhalb der kommenden beiden Jahre. Neben Standardisierungsaspekten und Fragen des regulatorischen Rahmens der EU geht es vor allem um den Aufbau einer europaweiten Tankstelleninfrastruktur und den staatlich unterstützten Aufbau einer Zulieferindustrie. 

Der NWR zeigt in dem Aktionsplan auch den Handlungsbedarf beim regulatorischen Rahmen auf. Besonderes Augenmerk legt er auf einen geeigneten Preisanreiz: „Erstens muss die CO2-Bepreisung in allen Sektoren gestärkt, zweitens der Strompreis von der EEG-Umlage befreit und drittens die Stromsteuer deutlich reduziert werden“, erklärte Katherina Reiche.

Der Wasserstoff Aktionsplan Deutschland 2021 – 2025   kann von der Webseite des Wasserstoffrats heruntergeladen werden.
 

Peter Koller
Redakteur
+49 (0) 8152 9311 21
eMail
facebook
© 2022 Energie & Management GmbH
Freitag, 02.07.2021, 15:20 Uhr

Mehr zum Thema