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Enerige & Management > Stadtwerke - 6.000 Gas- und Stromkunden ohne Neuverträge in Bad Säckingen
Quelle: Pixabay / martaposemuckel
STADTWERKE:
6.000 Gas- und Stromkunden ohne Neuverträge in Bad Säckingen
Auch die angeschlagenen kommunalen Stadtwerke in Bad Säckingen kündigen Verträge für Gas und Strom. Damit fallen die Betroffenen in der Regel in die Grundversorgung.
 
Mehr als 6.000 Sondertarife für Gas und Strom lassen die Stadtwerke Bad Säckingen zum Jahresende auslaufen. Die Kündigungen sind offenbar inzwischen fristgerecht bei den betroffenen Haushalten und Gewerbebetrieben im Südschwarzwald eingegangen. Die Stadtwerke sind sowohl bei Strom als auch bei Gas Grundversorger in ihrem Einzugsbereich.

Der finanziell angeschlagene Versorger an der Grenze zur Schweiz ist bemüht, die gekündigten Verträge in einen Zusammenhang mit der allgemeinen Entwicklung an den Energiemärkten zu rücken. „Mit diesem Problem stehen wir nicht alleine da“, so Stadtwerke-Chef Udo Engel gegenüber dem vor Ort erscheinenden Südkurier. Etliche Energielieferanten und Versorgungsunternehmen unterbreiten aktuell ihrer Kundschaft keine speziellen Sondertarife, weil eine Kalkulationsgrundlage aufgrund der in die Höhe geschossenen Einkaufspreise derzeit noch nicht gegeben ist.

Mitte November will der Versorger neue Angebote unterbreiten

Das Unternehmen kündigte an, den Betroffenen bis Mitte November ein Nachfolgeangebot zu unterbreiten, sofern diese sich nicht inzwischen nach einem anderen Anbieter umgesehen haben. Unschlagbar günstige Konditionen sind aber aktuell nirgends zu erwarten. In den kommenden Wochen erhoffen viele Versorger sich ein klareres Bild, welche Auswirkungen die Entlastungsmaßnahmen des Bundes auf ihre Geschäftsbeziehungen und Vertragsgestaltungen haben.

Kommt in Bad Säckingen ab Januar für die Kunden nur die Grundversorgung bei den Stadtwerken in Betracht, stellt sich auch hier die Frage nach dem Preis. Aktuell liegt die kWh Strom bei 47,4 Cent, eine Verteuerung erscheint auch hier unausweichlich. Bei der Fernwärmeversorgung haben die Stadtwerke inzwischen gemäß rechtlichen Vorgaben drei Tarifzonen mit unterschiedlicher Preisbildung geschaffen, da sie die Wärme mit unterschiedlichen Energieträgern produzieren.

Millionen-Schulden und Probleme mit dem Ex-Chef

Offene Baustellen hat der Versorger genug. Die Hochrhein-Kommune als Mehrheitseignerin (73,7 %) musste zuletzt die drohende Insolvenz der Stadtwerke verhindern. Sie schoss Geld über einen aufzunehmenden Kredit zu und sicherte damit zunächst das Fortbestehen. 11,1 Mio. Euro wandern so aus der Tasche der Stadt in den verschuldeten Versorger. Den Rest der sich auf 15 Mio. Euro belaufenden Kapitalaufstockung stemmt der andere Anteilseigner, die Schweizer Energiedienst Holding AG, mit einer Einlage von 3,9 Mio. Euro.

Weiter sind staatsanwaltliche Ermittlungen gegen den Ex-Geschäftsführer der Stadtwerke noch immer nicht beendet. Ihm wird Untreue vorgeworfen. Ob dies im unmittelbaren Zusammenhang mit der Schieflage der Stadtwerke steht, darüber geben die Beteiligten keine Auskünfte.
 

Volker Stephan
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Dienstag, 11.10.2022, 16:55 Uhr

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