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Energie & Management > Veranstaltung - Mit voller Kraft und diversen Kraftstoffen in die Energiezukunft
Gastgebende: (v.l.) Tilman Bechthold, Hedwig Doloszeski, Gesa Netzeband und Stefan Hölbfer. Quelle: Volker Stephan
Veranstaltung

Mit voller Kraft und diversen Kraftstoffen in die Energiezukunft

Mit dem Aufruf zu ambitionierten, aber abgestimmten Regelwerken für die Energiewende in Europa hat eine Konferenz der DGMK in Essen begonnen. Kohlenstoffträger seien Teil der Lösung.
In Deutschlands heimlicher Energie-Hauptstadt Essen sind mehr als 100 Menschen aus Wissenschaft, Forschung und Industrie zusammengekommen, um die Transformation des Energiesystems und die Zukunft von fossilen wie nachhaltigen Kraftstoffen zu diskutieren. Titel der Veranstaltung ist „Verfahren zur sicheren Versorgung mit Kohlenstoffträgern, Kraftstoffen und Chemikalien“.

Gastgeber der internationalen Zusammenkunft mit Teilnehmenden auch aus Japan sind die Fachbereiche Petrochemie und Konversion von Kohlenstoffträgern der Deutschen Wissenschaftlichen Gesellschaft für nachhaltige Energieträger, Mobilität und Kohlenstoffkreisläufe e.V. (DGMK). Partner der zweitägigen Konferenz sind die Schwesterorganisationen aus Österreich und Italien, die Österreichische Gesellschaft für Energiewissenschaften (ÖGEW) und die Societa Chimica Italiana (SCI).

Zur Einführung hob DGMK-Geschäftsführerin Dr. Gesa Netzeband am 8. Oktober auf das Miteinander von industriellen Innovationen und wissenschaftlicher Forschung ab. Unternehmen, Universitäten und Forschungseinrichtungen stünden vor immer größeren Herausforderungen. Netzeband verwies dabei auf weltweite Spannungen und Konflikte, die Transformation des Energiesystems und den Klimawandel.

Sichere Versorgungsketten seien zunehmend von Bedeutung, so Netzeband weiter. Sie ging dann auf die RED-III-Direktive ein, die Novelle zur Nutzung erneuerbarer Energien in der EU. Sie hat auch auf den Verkehrssektor und damit auf den Transport von Gütern und die Produktion chemischer Erzeugnisse erhebliche Auswirkungen. Für Netzeband ist es unerlässlich, die Umsetzung in den einzelnen europäischen Staaten zu harmonisieren. Unterschiede seien hinderlich. Die Industrie müsse verlässliche Rahmenbedingungen vorfinden, in denen sie sich bewegen kann.

Tilman Bechthold spielte anschließend mit dem Verhältnis von Theorie und Praxis. Der Sprecher des DGMK-Fachbereichs „Konversion von Kohlenstoffträgern“ holte ein Zitat des damaligen Bundesumweltministers Jürgen Trittin (Grüne) aus der Mottenkiste, der gesagt hatte, die Energiewende in Deutschland würde pro Kopf monatlich nicht mehr als eine Kugel Eis kosten. In der Praxis, so Bechthold, sei es weit mehr als das.

Balance zwischen Nachhaltigkeit, Bezahlbarkeit und Sicherheit

Insofern verfolge die Konferenz den Ansatz, die Lücke zwischen Theorie und Praxis bei der Energiewende weiter zu schließen. Bechthold mahnte an, die Balance zwischen Nachhaltigkeit auf der einen sowie Bezahlbarkeit und Versorgungssicherheit auf der anderen Seite zu halten.

Zur Eröffnung der Essener Veranstaltung sprach auch noch Dr. Stefan Hölbfer, Präsident der ÖGEW. Er rief in Erinnerung, dass die Energiewirtschaft über lange Jahre durch die Faktoren Verfügbarkeit, Effizienz und Kosten bestimmt war. Hinzugekommen seien inzwischen Dimensionen wie Klimaziele, Versorgungssicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und sichere Rahmenbedingungen für Investitionen.

Hölbfer warb bei den Gesetzgebern um verlässliche und dauerhafte Regeln. Sie seien erforderlich, um nötige Investitionen der Wirtschaft nicht zu verzögern. Das betreffe im Besonderen lang angelegte Projekte der Energieinfrastruktur, Raffinerien, Industrieanlagen und Kraftwerke der erneuerbaren Energien.

International tätige Unternehmen benötigten hier Regelwerke, die grenzübergreifend wirken. Europas Regierungen müssten einerseits ambitionierte Ziele setzen, aber zugleich Hindernisse abbauen. Gerade die Umsetzung der RED-III-Direktive habe immense Bedeutung für den Ausbau der erneuerbaren Energien und den Hochlauf nachhaltiger Kraftstoffe. Einheitliche Regelungen müssten das Ziel sein, nicht nationale Eigenheiten. Hier sei Pragmatismus der Perfektion vorzuziehen.

Die europäischen Klima- und Transformationsziele müssten laut Hölbfer abgestimmt, verhältnismäßig, verlässlich und ökonomisch vertretbar sein. Dies seien die besten Voraussetzungen für wirksamen Klimaschutz, für die Sicherheit von Versorgungsketten, für eine starke Industrie in Europa und eine hohe Investitionsbereitschaft, so Hölbfer abschließend. Die Konferenz mit zahlreichen Vorträgen und einer Preisverleihung für wissenschaftliche Forschung endet am 9. Oktober. (vs)

Donnerstag, 8.10.2026, 15:35 Uhr
Volker Stephan
Energie & Management > Veranstaltung - Mit voller Kraft und diversen Kraftstoffen in die Energiezukunft
Gastgebende: (v.l.) Tilman Bechthold, Hedwig Doloszeski, Gesa Netzeband und Stefan Hölbfer. Quelle: Volker Stephan
Veranstaltung
Mit voller Kraft und diversen Kraftstoffen in die Energiezukunft
Mit dem Aufruf zu ambitionierten, aber abgestimmten Regelwerken für die Energiewende in Europa hat eine Konferenz der DGMK in Essen begonnen. Kohlenstoffträger seien Teil der Lösung.
In Deutschlands heimlicher Energie-Hauptstadt Essen sind mehr als 100 Menschen aus Wissenschaft, Forschung und Industrie zusammengekommen, um die Transformation des Energiesystems und die Zukunft von fossilen wie nachhaltigen Kraftstoffen zu diskutieren. Titel der Veranstaltung ist „Verfahren zur sicheren Versorgung mit Kohlenstoffträgern, Kraftstoffen und Chemikalien“.

Gastgeber der internationalen Zusammenkunft mit Teilnehmenden auch aus Japan sind die Fachbereiche Petrochemie und Konversion von Kohlenstoffträgern der Deutschen Wissenschaftlichen Gesellschaft für nachhaltige Energieträger, Mobilität und Kohlenstoffkreisläufe e.V. (DGMK). Partner der zweitägigen Konferenz sind die Schwesterorganisationen aus Österreich und Italien, die Österreichische Gesellschaft für Energiewissenschaften (ÖGEW) und die Societa Chimica Italiana (SCI).

Zur Einführung hob DGMK-Geschäftsführerin Dr. Gesa Netzeband am 8. Oktober auf das Miteinander von industriellen Innovationen und wissenschaftlicher Forschung ab. Unternehmen, Universitäten und Forschungseinrichtungen stünden vor immer größeren Herausforderungen. Netzeband verwies dabei auf weltweite Spannungen und Konflikte, die Transformation des Energiesystems und den Klimawandel.

Sichere Versorgungsketten seien zunehmend von Bedeutung, so Netzeband weiter. Sie ging dann auf die RED-III-Direktive ein, die Novelle zur Nutzung erneuerbarer Energien in der EU. Sie hat auch auf den Verkehrssektor und damit auf den Transport von Gütern und die Produktion chemischer Erzeugnisse erhebliche Auswirkungen. Für Netzeband ist es unerlässlich, die Umsetzung in den einzelnen europäischen Staaten zu harmonisieren. Unterschiede seien hinderlich. Die Industrie müsse verlässliche Rahmenbedingungen vorfinden, in denen sie sich bewegen kann.

Tilman Bechthold spielte anschließend mit dem Verhältnis von Theorie und Praxis. Der Sprecher des DGMK-Fachbereichs „Konversion von Kohlenstoffträgern“ holte ein Zitat des damaligen Bundesumweltministers Jürgen Trittin (Grüne) aus der Mottenkiste, der gesagt hatte, die Energiewende in Deutschland würde pro Kopf monatlich nicht mehr als eine Kugel Eis kosten. In der Praxis, so Bechthold, sei es weit mehr als das.

Balance zwischen Nachhaltigkeit, Bezahlbarkeit und Sicherheit

Insofern verfolge die Konferenz den Ansatz, die Lücke zwischen Theorie und Praxis bei der Energiewende weiter zu schließen. Bechthold mahnte an, die Balance zwischen Nachhaltigkeit auf der einen sowie Bezahlbarkeit und Versorgungssicherheit auf der anderen Seite zu halten.

Zur Eröffnung der Essener Veranstaltung sprach auch noch Dr. Stefan Hölbfer, Präsident der ÖGEW. Er rief in Erinnerung, dass die Energiewirtschaft über lange Jahre durch die Faktoren Verfügbarkeit, Effizienz und Kosten bestimmt war. Hinzugekommen seien inzwischen Dimensionen wie Klimaziele, Versorgungssicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und sichere Rahmenbedingungen für Investitionen.

Hölbfer warb bei den Gesetzgebern um verlässliche und dauerhafte Regeln. Sie seien erforderlich, um nötige Investitionen der Wirtschaft nicht zu verzögern. Das betreffe im Besonderen lang angelegte Projekte der Energieinfrastruktur, Raffinerien, Industrieanlagen und Kraftwerke der erneuerbaren Energien.

International tätige Unternehmen benötigten hier Regelwerke, die grenzübergreifend wirken. Europas Regierungen müssten einerseits ambitionierte Ziele setzen, aber zugleich Hindernisse abbauen. Gerade die Umsetzung der RED-III-Direktive habe immense Bedeutung für den Ausbau der erneuerbaren Energien und den Hochlauf nachhaltiger Kraftstoffe. Einheitliche Regelungen müssten das Ziel sein, nicht nationale Eigenheiten. Hier sei Pragmatismus der Perfektion vorzuziehen.

Die europäischen Klima- und Transformationsziele müssten laut Hölbfer abgestimmt, verhältnismäßig, verlässlich und ökonomisch vertretbar sein. Dies seien die besten Voraussetzungen für wirksamen Klimaschutz, für die Sicherheit von Versorgungsketten, für eine starke Industrie in Europa und eine hohe Investitionsbereitschaft, so Hölbfer abschließend. Die Konferenz mit zahlreichen Vorträgen und einer Preisverleihung für wissenschaftliche Forschung endet am 9. Oktober. (vs)

Donnerstag, 8.10.2026, 15:35 Uhr
Volker Stephan

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