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Eine Studie von Wind Europe und Hitachi Energy zeigt: Ein Energiesystem mit hohem Anteil Erneuerbarer verursacht bis 2050 deutlich geringere Gesamtkosten als alternative Szenarien.
Ein Energiesystem auf Basis erneuerbarer Energien verursacht laut einer gemeinsamen Analyse des Verbands Wind Europe und des Technologiekonzerns Hitachi Energy die geringsten Gesamtkosten bis 2050. Das trifft selbst dann zu, wenn Aufwendungen für Netze, Speicher und Reservekapazitäten berücksichtigt werden, teilt die europäische Lobby-Organisation der Windkraftbranche mit.
Die Studie vergleicht fünf Szenarien: vier Pfade mit Netto-Null-Emissionen sowie ein langsames Übergangsszenario, das die Klimaziele verfehlt. In den Netto-Null-Pfaden wurden auch Varianten untersucht, die stärker auf Kernenergie, Wasserstoff oder Kohlendioxidabscheidung setzen. Diese verursachen laut Untersuchung höhere Kosten als ein erneuerbares Energiesystem. Die Differenzen zwischen den Netto-Null-Szenarien betragen bis 2050 zwischen 487
Milliarden Euro und 860
Milliarden Euro.
Im Vergleich zu dem Szenario mit verfehlten Klimazielen ist ein erneuerbares Energiesystem den Angaben zufolge um 1,6
Billionen Euro günstiger. Diese Differenz ergibt sich vor allem aus verbleibenden Brennstoffkosten und Kosten für Kohlendioxid im Szenario des langsamen Übergangs. Bis 2035 summieren sich die Einsparungen auf 331
Milliarden Euro.
Das Szenario mit hohen Anteilen erneuerbarer Energien umfasst einen wachsenden Stromanteil im Energiemix und berücksichtigt zusätzliche Investitionen in Elektrifizierung, etwa in der Schwerindustrie. Auch unter Einbeziehung dieser Investitionen bleibt das erneuerbare Szenario kostenärmer als die untersuchten Alternativen.
Importabhängigkeit sinkt auf bis zu 22 ProzentDie Analyse zeigt außerdem, so Wind Europe, dass ein System mit hohen Anteilen erneuerbarer Energien die Versorgungssicherheit stärkt. Die Energieproduktion übersteigt dabei die Nachfrage deutlich. Zudem sinkt die Importabhängigkeit von siebzig Prozent im Jahr 2030 auf 22 Prozent im Jahr 2050. Im langsamen Übergangsszenario bleibt sie den Berechnungen zufolge mit 78 Prozent im Jahr 2030 und 54 Prozent im Jahr 2050 deutlich höher.
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Verschiedene Energiesysteme im Kostenvergleich (zum Vergrößern auf die Grafik klicken) Quelle: Wind Europe |
Weitere untersuchte Effekte betreffen die Beschäftigung. Die europäische Windindustrie beschäftigt nach Verbandsangaben derzeit rund 440.000 Menschen. Bis 2030 sollen es 600.000 sein. Die Autoren der Studie verweisen zudem auf die strukturelle Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte: Der Anteil von Wind- und Solarenergie an der europäischen Stromerzeugung ist seit 2000 von weniger als einem Prozent auf dreißig Prozent gestiegen, während die Emissionen gesunken und die Wirtschaft gewachsen ist.
Die 40-seitige Studie mit dem Titel „
Delivering a cost-effective energy system for Europe“ steht als kostenfreier Download bereit.
Montag, 8.12.2025, 14:19 Uhr
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