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Energie & Management > Klimaschutz - Denkfabrik zeigt Wege zur Finanzierung der Energiewende
Quelle: Fotolia / malp
Klimaschutz

Denkfabrik zeigt Wege zur Finanzierung der Energiewende

In einem neuen Bericht nennt die Denkfabrik Energy Transitions Commission (Energiewendekommission) den finanziellen Bedarf für erneuerbare Energien und Mittel, Investitionen anzureizen.
Investitionen in saubere Energie müssen sich laut der Energy Transition Commission (ETC) in den nächsten beiden Jahrzehnten vervierfachen. In ihrem jüngsten Bericht mit dem Titel „Finanzierung der Energiewende: Wie Kapital in eine klimaneutrale Wirtschaft gelenkt werden kann“ betont die ETC, wie wichtig eine starke Regierungspolitik sowohl für die Realwirtschaft als auch für das Finanzsystem ist, um die Finanzströme auf dem erforderlichen Niveau zu ermöglichen.

Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass staatliche Zuschüsse erforderlich sind, um einen frühzeitigen Kohleausstieg zu unterstützen, Waldrodungen ein Ende zu setzen und CO2-Abscheidungen aus der Luft zu finanzieren. Um weltweit eine klimaneutrale Wirtschaft zu schaffen, werden von jetzt an bis 2050 jährlich durchschnittlich rund 3,5 Billionen US-Dollar an Kapitalinvestitionen erforderlich sein, schätzt die ETC.

Die Investitionen beliefen sich aber aktuell auf nur etwa 1 Billion USD pro Jahr. Davon seien 70 Prozent für eine CO2-arme Stromerzeugung, -übertragung und -verteilung erforderlich, welche die Dekarbonisierung in fast allen Wirtschaftssektoren unterstützt.

Private Investitionen richtig lenken

Beispiele für gut konzipierte Strategien, um private Investitionen in die Energiewende zu lenken, sind etwa:
  • das Aufstellen ehrgeiziger Ziele für die Erzeugung erneuerbarer Energien bis 2030,
  • die Bepreisung von CO2-Emissionen,
  • die Regulierung von emissionsintensiven Produkten, um die Dekarbonisierung in der Schwerindustrie, Luft- und Seefahrt zu fördern
  • und Verkaufsverbote von Verbrennungsmotoren bis zu einem bestimmten Datum.
Andere wichtige Maßnahmen sind laut dem Bericht verschiedene Formen der Finanzregulierung, gezielte steuerliche Unterstützungsmaßnahmen für die Entwicklung und Ersteinführung neuer Technologien und Verpflichtungen von Finanzinstituten zur Klimaneutralität.

„Angemessene Finanzströme sind der Schlüssel zu einer klimaneutralen Zukunft und dazu, die Auswirkungen des Klimawandels zu begrenzen“, sagte Adair Turner, Vorsitzender der Energy Transition Commission. Private Investitionen, staatliche Gelder und Hilfsgelder seien erforderlich, um eine CO2-arme globale Wirtschaft erreichen. Ein Teil der erforderlichen Mittel werde durch niedrigere Investitionen in fossile Brennstoffe ausgeglichen, was die benötigten Investitionen auf netto 3 Billionen USD senke. Das entspricht etwa 1,3 Prozent des wahrscheinlichen, globalen jährlichen BIPs über die nächsten 30 Jahre.

Erneuerbare Energien senken langfristig Kosten

Diese Investitionen werden zudem ein Energiesystem mit niedrigeren Betriebskosten als heute schaffen, nennt der Bericht als Vorteil. Bis ins Jahr 2050 und darüber hinaus könnte dies zu Ersparnissen pro Jahr von 2 bis 3 Billionen USD führen, abhängig davon, wie sich die Preise der fossilen Brennstoffe entwickeln. In Ländern mit mittlerem und niedrigem Einkommen würde man einen großen Anteil der Investition dafür benötigen, das Wirtschaftswachstum zu unterstützen, selbst dann, wenn die Herausforderung des Klimawandels nicht bestehen würde, schreibt die ETC.

Die Energiewende sei kapitalintensiv, eine Investitionsspitze werde um 2040 erreicht, prognostiziert die Kommission. Danach verringere sich das Investitionsvolumen aufgrund einer niedrigeren Austauschquote für Anlagen. Es gibt ausreichend Kapital weltweit, um die Energiewende zu finanzieren, schätzt die ETC ein. In Wirtschaften mit hohem Einkommen und China werden die jährlichen Investitionen zum Aufbau einer CO2-armen Wirtschaft bis 2030 rund doppelt so hoch sein wie heute. In Ländern mit mittlerem und niedrigem Einkommen ist bis 2030 ein vierfacher Anstieg erforderlich. Diese sollten deshalb international unterstützt werden.

Auch Maßnahmen von Finanzinstituten und Finanzregulierungen könnten die Kapitalumschichtung beschleunigen. Finanzinstitute sollten Netto-Null-Übergangspläne entwickeln, die eine Rolle bei der Kapitalmobilisierung und Umschichtung in CO2-arme Vermögenswerte und Technologien spielen können, empfiehlt die ETC. Finanzregulierung sollte die transparente Offenlegung und Verwaltung von klimabezogenen Risiken und Strategien sicherstellen.

Die Energy Transition Commission (ETC) mit Sitz in London ist eine internationale Denkfabrik, die sich auf Wirtschaftswachstum und Klimaschutz konzentriert. Ihre Mitglieder sind Führungskräfte aus der gesamten Energielandschaft.

Der vollständige Bericht zur Finanzierung der Energiewende steht im Internet bereit.

Donnerstag, 6.04.2023, 12:35 Uhr
Susanne Harmsen
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Quelle: Fotolia / malp
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Denkfabrik zeigt Wege zur Finanzierung der Energiewende
In einem neuen Bericht nennt die Denkfabrik Energy Transitions Commission (Energiewendekommission) den finanziellen Bedarf für erneuerbare Energien und Mittel, Investitionen anzureizen.
Investitionen in saubere Energie müssen sich laut der Energy Transition Commission (ETC) in den nächsten beiden Jahrzehnten vervierfachen. In ihrem jüngsten Bericht mit dem Titel „Finanzierung der Energiewende: Wie Kapital in eine klimaneutrale Wirtschaft gelenkt werden kann“ betont die ETC, wie wichtig eine starke Regierungspolitik sowohl für die Realwirtschaft als auch für das Finanzsystem ist, um die Finanzströme auf dem erforderlichen Niveau zu ermöglichen.

Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass staatliche Zuschüsse erforderlich sind, um einen frühzeitigen Kohleausstieg zu unterstützen, Waldrodungen ein Ende zu setzen und CO2-Abscheidungen aus der Luft zu finanzieren. Um weltweit eine klimaneutrale Wirtschaft zu schaffen, werden von jetzt an bis 2050 jährlich durchschnittlich rund 3,5 Billionen US-Dollar an Kapitalinvestitionen erforderlich sein, schätzt die ETC.

Die Investitionen beliefen sich aber aktuell auf nur etwa 1 Billion USD pro Jahr. Davon seien 70 Prozent für eine CO2-arme Stromerzeugung, -übertragung und -verteilung erforderlich, welche die Dekarbonisierung in fast allen Wirtschaftssektoren unterstützt.

Private Investitionen richtig lenken

Beispiele für gut konzipierte Strategien, um private Investitionen in die Energiewende zu lenken, sind etwa:
  • das Aufstellen ehrgeiziger Ziele für die Erzeugung erneuerbarer Energien bis 2030,
  • die Bepreisung von CO2-Emissionen,
  • die Regulierung von emissionsintensiven Produkten, um die Dekarbonisierung in der Schwerindustrie, Luft- und Seefahrt zu fördern
  • und Verkaufsverbote von Verbrennungsmotoren bis zu einem bestimmten Datum.
Andere wichtige Maßnahmen sind laut dem Bericht verschiedene Formen der Finanzregulierung, gezielte steuerliche Unterstützungsmaßnahmen für die Entwicklung und Ersteinführung neuer Technologien und Verpflichtungen von Finanzinstituten zur Klimaneutralität.

„Angemessene Finanzströme sind der Schlüssel zu einer klimaneutralen Zukunft und dazu, die Auswirkungen des Klimawandels zu begrenzen“, sagte Adair Turner, Vorsitzender der Energy Transition Commission. Private Investitionen, staatliche Gelder und Hilfsgelder seien erforderlich, um eine CO2-arme globale Wirtschaft erreichen. Ein Teil der erforderlichen Mittel werde durch niedrigere Investitionen in fossile Brennstoffe ausgeglichen, was die benötigten Investitionen auf netto 3 Billionen USD senke. Das entspricht etwa 1,3 Prozent des wahrscheinlichen, globalen jährlichen BIPs über die nächsten 30 Jahre.

Erneuerbare Energien senken langfristig Kosten

Diese Investitionen werden zudem ein Energiesystem mit niedrigeren Betriebskosten als heute schaffen, nennt der Bericht als Vorteil. Bis ins Jahr 2050 und darüber hinaus könnte dies zu Ersparnissen pro Jahr von 2 bis 3 Billionen USD führen, abhängig davon, wie sich die Preise der fossilen Brennstoffe entwickeln. In Ländern mit mittlerem und niedrigem Einkommen würde man einen großen Anteil der Investition dafür benötigen, das Wirtschaftswachstum zu unterstützen, selbst dann, wenn die Herausforderung des Klimawandels nicht bestehen würde, schreibt die ETC.

Die Energiewende sei kapitalintensiv, eine Investitionsspitze werde um 2040 erreicht, prognostiziert die Kommission. Danach verringere sich das Investitionsvolumen aufgrund einer niedrigeren Austauschquote für Anlagen. Es gibt ausreichend Kapital weltweit, um die Energiewende zu finanzieren, schätzt die ETC ein. In Wirtschaften mit hohem Einkommen und China werden die jährlichen Investitionen zum Aufbau einer CO2-armen Wirtschaft bis 2030 rund doppelt so hoch sein wie heute. In Ländern mit mittlerem und niedrigem Einkommen ist bis 2030 ein vierfacher Anstieg erforderlich. Diese sollten deshalb international unterstützt werden.

Auch Maßnahmen von Finanzinstituten und Finanzregulierungen könnten die Kapitalumschichtung beschleunigen. Finanzinstitute sollten Netto-Null-Übergangspläne entwickeln, die eine Rolle bei der Kapitalmobilisierung und Umschichtung in CO2-arme Vermögenswerte und Technologien spielen können, empfiehlt die ETC. Finanzregulierung sollte die transparente Offenlegung und Verwaltung von klimabezogenen Risiken und Strategien sicherstellen.

Die Energy Transition Commission (ETC) mit Sitz in London ist eine internationale Denkfabrik, die sich auf Wirtschaftswachstum und Klimaschutz konzentriert. Ihre Mitglieder sind Führungskräfte aus der gesamten Energielandschaft.

Der vollständige Bericht zur Finanzierung der Energiewende steht im Internet bereit.

Donnerstag, 6.04.2023, 12:35 Uhr
Susanne Harmsen

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