Konverterplattform für Offshore-Strom. Quelle: 50 Hertz
50 Hertz hat ein Konsortium aus Siemens Energy und „NSORe“ mit dem Bau eines Offshore-Konvertersystems beauftragt. Ein Großteil der Fertigung soll in Rostock erfolgen.
Der Übertragungsnetzbetreiber 50 Hertz hat am 17.
Juni in Berlin den Auftrag für ein Offshore-Konvertersystem des Projekts North Sea Connector 2 offiziell vergeben. Er geht an ein Konsortium aus Siemens Energy und Neptun Smulders Offshore Renewables (NSORe).
Neben den Unternehmensvertretern waren auch Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) und die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern Manuela Schwesig (SPD) bei der Bekanntgabe anwesend. Nach Angaben des Unternehmens sollen damit erstmals Offshore-Konverterplattformen des neuen 2-GW-Standards für die Anbindung von Windparks auf See überwiegend in Deutschland gebaut werden.
Das Projekt umfasst eine Offshore-Plattform in der Nordsee sowie eine landseitige Konverterstation. Die Anlage an Land entsteht an einem neuen Umspannwerk bei Mühlenbeck nahe Schwerin. Dort soll künftig die Gleichstromverbindung „NordOstLink“ enden. Die Offshore-Plattform wird rund 200
Kilometer westlich von Sylt installiert. Die Inbetriebnahme ist bis Ende 2034 vorgesehen.
Made in Germany50-Hertz-Chef Stefan Kapferer erklärte, das Ausschreibungsverfahren habe gezeigt, dass heimische Werften inzwischen wettbewerbsfähige Angebote für den Bau von Offshore-Plattformen vorlegen könnten. Das Unternehmen sei zudem zuversichtlich, die Verhandlungen über das zweite Konverterprojekt in absehbarer Zeit abschließen zu können.
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) wertete die Auftragsvergabe als Signal für den Industriestandort Deutschland. Weltweit gebe es bislang nur wenige Anbieter von Offshore-Konverterplattformen mit einer Leistung von 2
GW. Das Projekt zeige die technologische Leistungsfähigkeit der deutschen Industrie und stärke zugleich Wertschöpfung, Beschäftigung und die Energiewende.
Auch Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig begrüßte die Entscheidung. Die Projekte stünden für industrielle Wertschöpfung, Arbeitsplätze und Zukunftstechnologien. Sie stärkten die Rolle des Landes als Werften- und Industriestandort.
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V.li.: M-V-Ministerpräsidentin Manuela Schwesig, 50-Hertz-CEO Stefan Kapferer und Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche bei der Bekanntgabe Quelle: Susanne Harmsen |
Aufgabenverteilung im KonsortiumLaut 50 Hertz führt das Konsortium die Planung, Beschaffung, Fertigung, Installation und Inbetriebnahme der Anlagen aus. Siemens Energy liefert die Hochspannungs- und Konvertertechnik. NSORe übernimmt den Bau wesentlicher Plattformkomponenten.
NSORe ist ein Gemeinschaftsunternehmen der Neptun Werft, die zur Meyer-Werft-Gruppe gehört, und des belgischen Stahlbauunternehmens Smulders. Die Neptun Werft mit Sitz in Rostock-Warnemünde fertigt die sogenannte Topside der Offshore-Plattform. Dabei handelt es sich um das Hauptgebäude der Anlage, in dem unter anderem Transformatoren, Schaltanlagen und Konverter untergebracht werden. Der Großteil der Konstruktion und Fertigung soll in Rostock erfolgen. Die stählerne Unterkonstruktion der Plattform, die Jacket-Foundation, entsteht auf einer Smulders-Werft im niederländischen Vlissingen.
Mehr Projekte möglichDarüber hinaus verhandelt 50
Hertz nach eigenen Angaben mit NSORe über ein weiteres Offshore-Konvertersystem gleicher Größe für das Projekt North Sea Connector
1. Auch dabei sollen wesentliche Komponenten in Rostock-Warnemünde gefertigt werden. Kommt der Auftrag zustande, würde sich das Auftragsvolumen für NSORe aus beiden Projekten auf rund 2,5
Milliarden Euro summieren. Das Geld würde überwiegend in Produktion und Dienstleistungen in Mecklenburg-Vorpommern fließen.
Nach Angaben von 50
Hertz könnten durch die beiden Vorhaben langfristig mehr als 500 zusätzliche Arbeitsplätze bei den beteiligten Unternehmen und deren Zulieferern in Mecklenburg-Vorpommern entstehen.
Unterstützung kommt auch von der Stiftung Offshore-Windenergie. Geschäftsführerin Karina Würtz bezeichnete die Vergabe als bedeutendes industriepolitisches Signal. Die Entscheidung zeige, dass die deutsche maritime Wirtschaft bei Schlüsseltechnologien der Energiewende international wettbewerbsfähig sei.
Mittwoch, 17.06.2026, 12:21 Uhr
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