Quelle: Katia Meyer-Tien
Der Netzbetreiber 50 Hertz baut das Umspannwerk im brandenburgischen Thyrow auf bis zu 500 MW Anschlussleistung aus. Über die Anlage soll ein neues Rechenzentrum versorgt werden.
Der US-amerikanische Rechenzentrenbetreiber Vantage und der Übertragungsnetzbetreiber 50 Hertz haben nach eigenen Angaben einen Anschlusserrichtungsvertrag für eine Anlage unterzeichnet, die in Genshagen bei Berlin entsteht. Die Stromversorgung des neuen Rechenzentrums soll über ein eigenes 380/20-kV-Umspannwerk der Amerikaner erfolgen, das über zwei rund 14 Kilometer lange, erdverlegte 380-kV-Kabel an das Umspannwerk Thyrow von 50 Hertz angeschlossen wird, heißt es.
Der Übertragungsnetzbetreiber plant, zwei 380-kV-Schaltfelder in der neu zu bauenden 380-kV-Anlage des Umspannwerks zu errichten. Die Kosten für die Baumaßnahmen beziffert 50 Hertz auf rund 11,7 Millionen Euro. Die vertraglich vereinbarte Anschlussleistung betrage 300 MW, in der Endausbaustufe seien 500 MW vorgesehen, heißt es weiter.
„Mit diesem Anschluss wird unser BER1-Campus über mehr als 300 MW Kapazität verfügen und damit zu den größten Rechenzentrumscampi in der Region zählen“, wird der Europa-Chef von Vantage, David Howson, in einer Mitteilung zitiert. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Denver, Colorado, stellt laut eigener Aussage rund 50 Prozent der Rechenzentrumskapazität in Berlin-Brandenburg.
2.000 MW bis zum Jahr 2029
50-Hertz-Chef Stefan Kapferer nahm die Vertragsunterzeichnung zum Anlass, um auf die von der Bundesregierung angestrebte Änderung der Kraftwerksnetzanschluss-Verordnung hinzuweisen. „Das ist ein erster wichtiger Schritt, damit künftig nicht mehr das Prinzip ‚First come, first serve‘ gilt, sondern diejenigen Netzanschluss-Projekte zum Zuge kommen, die einen hohen Reifegrad aufweisen“, so Kapferer.
Dem Übertragungsnetzbetreiber schwebt vor, bis 2029 Netzanschlüsse für neue Rechenzentren mit einer Anschlussleistung von rund 2.000 MW zu realisieren. Insbesondere die Region Berlin/Brandenburg, Frankfurt am Main und die umliegende Region Rhein-Main zählen zu den Wachstumsregionen für Rechenzentren, erklärt das Unternehmen.
Mittwoch, 17.12.2025, 11:57 Uhr
Manfred Fischer
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