Ziel einer Cyberattacke: die Stadtwerke Landsberg am Lech. Quelle: Stadtwerke Landsberg
Gerade erst hat sich ein Stadtwerk in Westfalen von einem Cyberangriff erholt, da ist der nächste Versorger betroffen. Im oberbayerischen Landsberg sind aktuell die Systeme lahmgelegt.
Die Stadtwerke in Landsberg am Lech haben bekanntgegeben, Ziel eines Hackerangriffs geworden zu sein. Zentrale Systeme der Informationstechnik seien verschlüsselt, melden die Oberbayern. Während die Versorgungsleistungen nicht beeinträchtigt sein sollen, lässt sich dies über den missbräuchlichen Gebrauch möglicherweise erbeuteter Daten derzeit noch nicht sagen.
In dem Fusionsstadtwerk für Kamen, Bönen und Bergkamen (GSW) waren die Ermittelnden nach Wochen der Untersuchung jüngst zu dem Schluss gekommen, dass ältere Kundendaten kurzzeitig im Darknet aufgetaucht waren (wir berichteten). In Landsberg am Lech versuchen Expertenteams zu ergründen, ob es durch die Verschlüsselung der Systeme auch zu Datenabfluss gekommen ist.
Das als Anstalt öffentlichen Rechts (AöR) organisierte Kommunalunternehmen in Landsberg ist mit seinen etwa 130 Mitarbeitenden – und Vorstand Jörg Gründinger an der Spitze – für die Lieferung von Strom, Gas, Wärme und Wasser zuständig. In diesen operativen Bereichen sehen die Stadtwerke aktuell keine Beeinträchtigungen, dies gelte auch für weitere Geschäfts- und Dienstleistungsfelder wie Kläranlage, Glasfaser- und Ladeinfrastruktur sowie Bad und Parkgaragen.
Vor allem die Kommunikationskanäle sind beeinträchtigtKundinnen und Kunden werden die Folgen des Cyberangriffs derzeit vor allem dadurch spüren, dass die Mitarbeitenden der Stadtwerke kaum oder gar nicht per Telefon oder E-Mail zu erreichen sind. Alternativlösungen seien in Vorbereitung, heißt es von Seiten des Versorgers. Das Internetportal der Stadtwerke ist offenbar nicht betroffen, auch Vertragsabschlüsse seien weiterhin möglich.
Nach dem Vorfall, der sich nach Angaben der Stadtwerke in der Nacht zum 1. September ereignet hat, haben die Verantwortlichen laut Mitteilung mit weitreichenden Sicherheitsmaßnahmen reagiert. Sämtliche Internetverbindungen setzte das Unternehmen offline, dazu fuhr es die Systeme herunter. Ein Krisenstab habe die Arbeit aufgenommen, um nach dem – so wörtlich – „gezielten, kriminellen Cyberangriff“ schnellstmöglich die Normalität wiederherzustellen.
Mit der Hilfe von speziellen Cyber-Security-Fachleuten läuft die Analyse, welches Ausmaß der Angriffe hatte. Dazu unterstützen sie beim Wiederaufbau der IT-Systeme. Gemäß Notfallplan hätten die Stadtwerke alle notwendigen Schritte eingeleitet, darunter die fristgerechte Information der zuständigen Behörden. Auch habe der Versorger Anzeige erstattet.
Sollte sich herausstellen, dass die Internet-Kriminellen Daten erbeutet haben, wollen die Stadtwerke Betroffene „proaktiv und transparent“ informieren. Belastbare Indizien für Auswirkungen auf Systeme der Kundschaft und von Partnerunternehmen gebe es derzeit allerdings nicht.
Freitag, 4.09.2026, 12:08 Uhr
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