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Neue Verunsicherung greift beim gehackten Versorger in Westfalen: Nach dem Cyberangriff waren Daten der Kundschaft im Darknet aufgetaucht, ein Missbrauch ist nicht auszuschließen.
Beunruhigende Nachrichten kommen von der Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime Nordrhein-Westfalen (ZAC NRW) bei der Generalstaatsanwaltschaft Köln. Beim Cyberangriff auf die Gemeinschaftsstadtwerke Kamen, Bönen und Bergkamen (GSW) sind den Tätern offenbar doch Kundendaten in die Hände gefallen. Das teilen die GSW mit.
Wie die Westfalen weiter bekannt geben, seien Daten kurzzeitig im Darknet, dem schwer zu durchdringenden Teil des Internets, eingestellt gewesen. Es handele sich um „ältere Datensicherungen“ aus dem Jahr 2019 und zum Teil auch aus 2017. Die GSW raten ihren Kundinnen und Kunden zu erhöhter Wachsamkeit und einem genauen Blick auf Kontobewegungen.
Denn zu den erbeuteten Daten, die im Darknet standen, könnten Personen- und Kontaktdaten (Name und Vorname, Anschrift, E-Mail-Adresse, Telefonnummer), Kunden- und Vertragsdaten (Tarif, Kundennummer) sowie Bankverbindungsdaten (IBAN, Kontoinhaber) gehört haben. Zusätzlich empfehlen die GSW, keine sensiblen Informationen bei möglicherweise eingehenden Nachrichten über SMS, Anrufe oder E-Mails auszuhändigen. Links zu folgen oder Anhänge zu öffnen sei bei unbekannten Absendern ebenfalls nicht ratsam.
Der Versorger aus der Umgebung von Dortmund geht davon aus, dass es bisher nicht zu einem Missbrauch der Daten gekommen ist. Dafür gebe es zumindest aktuell keine Hinweise. Bis zuletzt waren die untersuchenden Behörden davon ausgegangen, dass lediglich die IT-Systeme von dem am 28. Juni festgestellten Angriff (wir berichteten) betroffen waren.
Die neuen Erkenntnisse müssen die Behörden in den vergangenen zwei Wochen erlangt haben. Denn noch am 12. August hatte ein Sprecher der ZAC NRW auf Anfrage dieser Redaktion geantwortet, es lägen noch keine abschließend gesicherten Erkenntnisse darüber vor, ob die Täter Daten „ausleiten“ konnten.
GSW-Geschäftsführer Alexander Loipfinger betont angesichts der neuen Entwicklung noch einmal, dass „die Aufarbeitung des Vorfalls und der Schutz der Daten unserer Kunden […] höchste Priorität“ hätten. Das kommunale Unternehmen geht offenbar davon aus, dass die Kundschaft auf die Lage sensibel reagiert. Denn die GSW treten zunächst in Kürze mit einem Schreiben an die Kundinnen und Kunden heran, in denen Risiken und Handlungsempfehlungen zur Sprache kommen.
Außerdem erneuert der Versorger sein Angebot, persönlich in den Austausch gehen zu können. Dies sei allerdings nicht am Telefon möglich, da es sich um Fragen zu personenbezogenen Daten handelt. Stattdessen ist für den Kontakt eine Mailadresse eingerichtet: Sie lautet datenschutz@gsw-kamen.de. (vs)
Dienstag, 25.08.2026, 16:03 Uhr
Volker Stephan
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