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Energie & Management > E&M-Umfrage - Direktvermarktung: Warten auf mehr Schwung
Quelle: Fotolia / vencav
E&M-Umfrage

Direktvermarktung: Warten auf mehr Schwung

Die Auswertung der 18. E&M-Umfrage zur Direktvermarktung zeigt: EnBW bleibt die Nummer 1, vor Quadra Energy und Statkraft Markets.
Die Zeiten, in denen ein einziges Unternehmen hierzulande die Geschäfte bei der Direktvermarktung dominiert hat, sind wohl endgültig vorbei. Zu Beginn dieses Jahres hatte die EnBW zum ersten Mal die Poleposition beim E&M-Ranking erobert und dabei überraschenderweise den Abonnementsieger Statkraft Markets auf dem obersten Platz des Treppchens abgelöst.

Zur Mitte des Jahres hat EnBW Platz eins nicht nur verteidigt, sondern den Vorsprung auf Platz 2 mit einem Portfolio von 11.070 MW leicht ausgebaut: Mehr als 2.000 MW Leistung beträgt der Vorsprung auf die zweitplatzierte Quadra Energy GmbH, zeigen die Ergebnisse der mittlerweile 18. E&M-Direktvermarktungsumfrage. An dieser Markterhebung haben sich 46 Unternehmen beteiligt.

Die Sektkorken haben bei EnBW nicht geknallt, dennoch hat das Team um Andreas Bader, Leiter Stromvermarktung Erneuerbare Energien und Batteriespeicher, das aktuelle Abschneiden zufrieden registriert: „Wir freuen uns über die gleichbleibende Positionierung, auch wenn uns bewusst ist, dass sich üblicherweise die Portfolien unterjährig kaum verändern.“ Bader hat Recht: Bei den meisten Unternehmen hat es nicht viel Bewegung bei ihren Vertragsbeständen gegeben.

Bei den EnBW-Zahlen fällt auf, dass wie zu Jahresbeginn weiterhin das zu vermarktende Solarportfolio größer als das Windportfolio ist. Nach Next Kraftwerke ist EnBW der bundesweit zweitgrößte Solarstromvermarkter, was Bader so erklärt: „Durch die kontinuierliche Optimierung unseres Angebots und unserer Plattform können wir positive Effekte für alle Anlagentechnologien erzielen.“

Quadra Energy mit dem größte Windkraftportfolio

Zugelegt und damit auf Platz 2 beim Halbjahresranking mit einem Vertragsbestand von 9.000 MW zurückgekehrt, hat die Quadra Energy GmbH. Nicht diese Platzierung überrascht, auf Platz 2 hatte Quadra Energy, die seit April 2021 wie der Windenergieanlagenhersteller Enercon zur Aloys-Wobben-Stiftung gehört, bereits Anfang 2022 gelegen. Damals lag das Düsseldorfer Handelshaus aber noch um rund 3.000 MW hinter einem namhaften Konkurrenzunternehmen aus der NRW-Landeshauptstadt, nämlich Statkraft Markets. Nun liegt Quadra um 700 MW vor Statkraft, die auf Platz drei mit einem Vorsprung von rund 300 MW vor Next Kraftwerke abgerutscht sind.

Dass Quadra nach wie vor viele Enercon-Anlagen unter Vertrag hat, daraus macht Geschäftsführer Thomas Krings keinen Hehl. Dass Quadra sein Geld zu großen Teilen mit der Vermarktung von Windstrom verdient, ist auch nicht zu leugnen. Denn das Düsseldorfer Handelshaus ist mit einem Wind-Portfolio von 7.900 MW erstmals der größte Windenergie-Vermarkter beim E&M-Ranking.

Von den Newcomern wie der Lumenaza GmbH oder CF Flex Power, die erstmals an einer der jüngsten Direktvermarktungs-Umfragen von E&M teilgenommen haben, hat sich bislang die Pure.energy GmbH am besten entwickelt. Das deutsch-türkische Unternehmen hat für Mitte des Jahres einen Portfoliobestand von 1.520 MW gemeldet. Dabei soll es nicht bleiben, sagt Ulrich Haberland, der wie sein „Chef“, Firmengründer Servet Akgün, sein Handwerk bei Statkraft Markets gelernt hat: „Wir werden vom Markt immer besser wahrgenommen, sodass wir am Jahresende sicherlich höhere Zahlen präsentieren können.“

Nächste E&M-Umfrage Anfang kommenden Jahres

Vom bisherigen Portfolio entfallen bei Pure.energy gut zwei Drittel auf White-Label-Verträge. „Bei der Zusammenarbeit mit Drittanbietern können wir unsere Stärke ausspielen“, betont Haberland, „unser Vorteil ist, dass wir uns sehr flexibel auf Kundenwünsche und sich ändernde Rahmenbedingungen einstellen können.“

Die nächste E&M-Umfrage zur Direktvermarktung Anfang kommenden Jahres dürfte dafür erste Indizien liefern. Klar ist heute schon, dass die Zeiten, in denen ein Unternehmen den deutschen Markt für Direktvermarktung dominierte, vorbei sind. Auch das gehört zur Zeitenwende auf dem deutschen Energiemarkt.

Die drei größten Direktvermarkter im 1. Halbjahr 2023
RangUnternehmenMW 
1EnBW11.070
2Quadra Energy9.000
3Statkraft Markets8.500

Alle Ergebnisse zur 18. E&M-Direktvermarktungsumfrage finden Sie in der kommenden E&M-Zeitungsausgabe, die am 1. September erscheint.

Freitag, 25.08.2023, 12:04 Uhr
Ralf Kpke
Energie & Management > E&M-Umfrage - Direktvermarktung: Warten auf mehr Schwung
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E&M-Umfrage
Direktvermarktung: Warten auf mehr Schwung
Die Auswertung der 18. E&M-Umfrage zur Direktvermarktung zeigt: EnBW bleibt die Nummer 1, vor Quadra Energy und Statkraft Markets.
Die Zeiten, in denen ein einziges Unternehmen hierzulande die Geschäfte bei der Direktvermarktung dominiert hat, sind wohl endgültig vorbei. Zu Beginn dieses Jahres hatte die EnBW zum ersten Mal die Poleposition beim E&M-Ranking erobert und dabei überraschenderweise den Abonnementsieger Statkraft Markets auf dem obersten Platz des Treppchens abgelöst.

Zur Mitte des Jahres hat EnBW Platz eins nicht nur verteidigt, sondern den Vorsprung auf Platz 2 mit einem Portfolio von 11.070 MW leicht ausgebaut: Mehr als 2.000 MW Leistung beträgt der Vorsprung auf die zweitplatzierte Quadra Energy GmbH, zeigen die Ergebnisse der mittlerweile 18. E&M-Direktvermarktungsumfrage. An dieser Markterhebung haben sich 46 Unternehmen beteiligt.

Die Sektkorken haben bei EnBW nicht geknallt, dennoch hat das Team um Andreas Bader, Leiter Stromvermarktung Erneuerbare Energien und Batteriespeicher, das aktuelle Abschneiden zufrieden registriert: „Wir freuen uns über die gleichbleibende Positionierung, auch wenn uns bewusst ist, dass sich üblicherweise die Portfolien unterjährig kaum verändern.“ Bader hat Recht: Bei den meisten Unternehmen hat es nicht viel Bewegung bei ihren Vertragsbeständen gegeben.

Bei den EnBW-Zahlen fällt auf, dass wie zu Jahresbeginn weiterhin das zu vermarktende Solarportfolio größer als das Windportfolio ist. Nach Next Kraftwerke ist EnBW der bundesweit zweitgrößte Solarstromvermarkter, was Bader so erklärt: „Durch die kontinuierliche Optimierung unseres Angebots und unserer Plattform können wir positive Effekte für alle Anlagentechnologien erzielen.“

Quadra Energy mit dem größte Windkraftportfolio

Zugelegt und damit auf Platz 2 beim Halbjahresranking mit einem Vertragsbestand von 9.000 MW zurückgekehrt, hat die Quadra Energy GmbH. Nicht diese Platzierung überrascht, auf Platz 2 hatte Quadra Energy, die seit April 2021 wie der Windenergieanlagenhersteller Enercon zur Aloys-Wobben-Stiftung gehört, bereits Anfang 2022 gelegen. Damals lag das Düsseldorfer Handelshaus aber noch um rund 3.000 MW hinter einem namhaften Konkurrenzunternehmen aus der NRW-Landeshauptstadt, nämlich Statkraft Markets. Nun liegt Quadra um 700 MW vor Statkraft, die auf Platz drei mit einem Vorsprung von rund 300 MW vor Next Kraftwerke abgerutscht sind.

Dass Quadra nach wie vor viele Enercon-Anlagen unter Vertrag hat, daraus macht Geschäftsführer Thomas Krings keinen Hehl. Dass Quadra sein Geld zu großen Teilen mit der Vermarktung von Windstrom verdient, ist auch nicht zu leugnen. Denn das Düsseldorfer Handelshaus ist mit einem Wind-Portfolio von 7.900 MW erstmals der größte Windenergie-Vermarkter beim E&M-Ranking.

Von den Newcomern wie der Lumenaza GmbH oder CF Flex Power, die erstmals an einer der jüngsten Direktvermarktungs-Umfragen von E&M teilgenommen haben, hat sich bislang die Pure.energy GmbH am besten entwickelt. Das deutsch-türkische Unternehmen hat für Mitte des Jahres einen Portfoliobestand von 1.520 MW gemeldet. Dabei soll es nicht bleiben, sagt Ulrich Haberland, der wie sein „Chef“, Firmengründer Servet Akgün, sein Handwerk bei Statkraft Markets gelernt hat: „Wir werden vom Markt immer besser wahrgenommen, sodass wir am Jahresende sicherlich höhere Zahlen präsentieren können.“

Nächste E&M-Umfrage Anfang kommenden Jahres

Vom bisherigen Portfolio entfallen bei Pure.energy gut zwei Drittel auf White-Label-Verträge. „Bei der Zusammenarbeit mit Drittanbietern können wir unsere Stärke ausspielen“, betont Haberland, „unser Vorteil ist, dass wir uns sehr flexibel auf Kundenwünsche und sich ändernde Rahmenbedingungen einstellen können.“

Die nächste E&M-Umfrage zur Direktvermarktung Anfang kommenden Jahres dürfte dafür erste Indizien liefern. Klar ist heute schon, dass die Zeiten, in denen ein Unternehmen den deutschen Markt für Direktvermarktung dominierte, vorbei sind. Auch das gehört zur Zeitenwende auf dem deutschen Energiemarkt.

Die drei größten Direktvermarkter im 1. Halbjahr 2023
RangUnternehmenMW 
1EnBW11.070
2Quadra Energy9.000
3Statkraft Markets8.500

Alle Ergebnisse zur 18. E&M-Direktvermarktungsumfrage finden Sie in der kommenden E&M-Zeitungsausgabe, die am 1. September erscheint.

Freitag, 25.08.2023, 12:04 Uhr
Ralf Kpke

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