Dietmar Reiner (Verbund, links) und Jose Luis Blanco (Nordex) bei der Unterschrift des Rahmenvertrages. Quelle Verbund
Verbund Green Power hat mit Nordex einen Rahmenvertrag über 700 MW Windleistung geschlossen. Die Vereinbarung sichert künftige Projekte in sechs europäischen Ländern ab.
Die Erneuerbaren-Tochter des österreichischen Energieversorgers Verbund − die Verbund Green Power − hat am 16. Januar mit dem Windturbinenhersteller Nordex Group einen mehrjährigen Rahmenvertrag abgeschlossen. Die Partner wollen laut einer Mitteilung des österreichischen Versorgers die Lieferung von Windturbinen für geplante Projekte bis 2030 sicherstellen.
Der Vertrag sieht die potenzielle Lieferung von bis zu 105 Onshore-Windturbinen mit einer Leistung von jeweils 7 MW vor. Insgesamt entspricht das einer installierbaren Leistung von bis zu 700 MW. Die Anlagen sollen in den Kernmärkten Österreich, Deutschland, Spanien, Italien, Rumänien und Albanien zum Einsatz kommen.
Teil der Ausbaupläne von Verbund
Nach Angaben von Verbund Green Power kann mit dem vereinbarten Volumen nach heutigem Stand rund die Hälfte der eigenen Windprojekte umgesetzt werden. Voraussetzung für die tatsächliche Umsetzung bleiben jedoch Genehmigungen, finale Investitionsentscheidungen und projektspezifische Lieferverträge. Der Rahmenvertrag selbst verpflichtet bisher nicht zum Abruf der gesamten Leistung.
Der Energiekonzern Verbund treibt den Ausbau von Wind- und Solarenergie im Rahmen seiner Konzernstrategie „Mission V“ voran. Ziel ist es, dass Photovoltaik- und Windkraftanlagen bis 2030 rund ein Viertel der gesamten Stromerzeugung des Unternehmens stellen. Historisch basiert die Erzeugung des Konzerns vor allem auf Wasserkraft. Verbund hat eigenen Angaben nach aktuell mehr als 1.200 MW erneuerbare Erzeugungskapazität außerhalb der Wasserkraft in Europa installiert oder im Bau. Weitere Projekte befinden sich in unterschiedlichen Entwicklungsphasen. Der Rahmenvertrag mit Nordex soll dazu beitragen, die Lieferkette für künftige Vorhaben abzusichern.
Michael Strugl, Vorstandsvorsitzender der Verbund AG, erklärt, die Vereinbarung stärke die Beschaffungsoptionen für laufende und geplante Projekte und erhöhe die Planungssicherheit in einem wettbewerbsintensiven Marktumfeld. Zudem unterstütze sie die Umsetzung der konzernweiten Ausbauziele.
Nordex baut Zusammenarbeit aus
Auch Nordex ordnet die Vereinbarung als langfristige Partnerschaft ein. Nach Angaben von Jose Luis Blanco, CEO der Nordex Group, stellt der Rahmenvertrag Turbinenkapazitäten für eine umfangreiche Projektpipeline in mehreren europäischen Ländern bereit.
Bereits Ende des vergangenen Jahres hatte Verbund Green Power erstmals Windturbinen bei Nordex für ein Projekt in Rumänien bestellt. Dabei handelt es sich um neun Anlagen des Typs N175/6.X. Mit diesem Projekt ist Nordex erstmals in Rumänien für Verbund tätig.
Der nun vereinbarte Rahmenvertrag erweitert diese Zusammenarbeit auf weitere Länder und Projekte. Ob und wann einzelne Turbinen abgerufen werden, hängt laut Unternehmen vom Fortschritt der jeweiligen Vorhaben ab.
Dienstag, 20.01.2026, 11:38 Uhr
Davina Spohn
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