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Energie & Management > Stromspeicher - Ursache für Verpuffung in Haus mit LG-Speicher weiter unklar
Quelle: Fotolia / sdecoret
Stromspeicher

Ursache für Verpuffung in Haus mit LG-Speicher weiter unklar

Seit zehn Monaten laufen die Untersuchungen zur Ursache der Verpuffung in einem Haus in Schleswig-Holstein. Weder der Speicherhersteller noch die Marktaufsicht äußern sich zu Details.
Das Gebäude ist Geschichte. Im Februar war bei einer Verpuffung die komplette Seitenwand eines Hauses in Schönberg (Schleswig-Holstein) herausgerissen worden (wir berichteten). Der Verdacht fiel auf den Batteriespeicher. Ein Gerät der Baureihe Resu des Herstellers LG. „Das alte Haus musste vollständig abgetragen werden. Planung, Statik und Baugenehmigung für den Neubau wurden innerhalb kürzester Zeit auf den Weg gebracht“, teilte der Haushersteller Viebrockhaus im April mit. Im Sommer bekamen die Betroffenen ein neues Heim.

Nicht der erste Unfall, der in Zusammenhang mit einem LG-Speicher in Deutschland gebracht wird. Im Mai 2022 geriet ein Gerät in Calw (Baden-Württemberg) in Brand. „Leider konnte die Ursache des Brandes nicht ermittelt werden. Die Batterie wurde schwer beschädigt und wurde LG Energy Solution seitens der Versicherungsgesellschaft des Kunden nicht für weitere Untersuchungen zur Verfügung gestellt“, teilte LG der Redaktion im Oktober 2023 mit.

„Wir haben unseren Kunden bei der Beseitigung der Brandschäden unterstützt und den Vorfall gelöst und abgeschlossen.“ Andere Vorfälle im Zusammenhang mit PV-Speichern, die für Schlagzeilen sorgten, ereigneten sich etwa 2023 in Kochel und Mittenwald (Bayern).

Zehn Monate nach dem Unfall in Schönberg ist noch immer unklar, welche Rolle der Batteriespeicher spielte. „Aufgrund einer laufenden Untersuchung des Brandvorfalls können wir derzeit keine weiteren Details bereitstellen“, so LG auf die Frage der Redaktion, ob Experten die Ursache für die Verpuffung inzwischen geklärt haben. Das Unternehmen weist auf seine Rückrufaktion hin. „Für bestimmte Modelle, die in einem bestimmten Zeitraum produziert wurden, haben wir im Jahr 2021 ein Austauschprogramm eingeführt und 2022 mit der Bereitstellung von Softwareupdates begonnen.“

Marktaufsicht seit 2020 im Austausch mit Speicherhersteller

Die zuständige Marktaufsicht im Regierungsbezirk Darmstadt – die LG Energy Solution Europe GmbH hat ihren Sitz in Sulzbach im Taunus – hat sich in den Fall eingeschaltet. Doch auch die Behörde äußert sich nicht zur Frage einer speichertechnischen Ursache in Schönberg. „Da es sich hierbei um ein laufendes Verfahren handelt, können wir leider keine nähere Auskunft geben“, so ein Sprecher des Regierungspräsidiums.

Die Behörde steht nicht zum ersten Mal im Austausch mit LG. Ohne den Herstellernamen zu nennen, teilte das Regierungspräsidium vergangenes Jahr gegenüber der Redaktion mit, dass man vom Hersteller „erstmals im Sommer 2020 über Brandereignisse an Photovoltaik-Speichereinheiten und die eingeleiteten Korrekturmaßnahmen in Kenntnis gesetzt“ worden sei.

„Unsere Behörde wurde im Weiteren auch über den Fortgang der freiwillig getroffenen Korrekturmaßnahmen informiert. Die vom Hersteller getroffenen und bis heute durchgeführten Maßnahmen wurden vom RP Darmstadt aus als geeignet und angemessen bewertet“, berichtete der Behördensprecher.

Der Rückruf vom Mai 2021 betrifft nach Angaben des südkoreanischen Konzerns Lithium-Ionen-Batteriezellen für bestimmte ESS-Produkte, die zwischen April 2017 und September 2018 hergestellt wurden. „Nach einer gründlichen Überprüfung der Herstellungs- und Qualitätssicherungsprozesse hat LG Energy Solution festgestellt, dass Abläufe in bestimmten Herstellungsprozessen einen Defekt in einigen Elektroden verursacht haben könnten“, so der südkoreanische Konzern im Oktober 2023.

„Im Jahr 2018 haben wir Verbesserungen am Herstellungsprozess und am Batteriedesign vorgenommen, um die Sicherheit unserer Ersatzbatterien zu erhöhen. Seitdem wurde bei den Elektroden kein Defekt mehr festgestellt“, teilte das Unternehmen im Oktober 2023 mit.

Speicher-Drosselung aufgehoben

Viebrockhaus hatte nach dem Unfall alle in seinen Typenhäusern installierten LG-Speicher gedrosselt. „Es handelte sich damals um eine reine Sicherheitsmaßnahme, bis Viebrockhaus vom Hersteller sowie externen Fachleuten die Situation analysiert und eingeordnet bekommen hat. Danach wurde die pauschale Drosselung wieder aufgehoben“, sagt die Unternehmenssprecherin.

Das Ehepaar, das das neue Haus nach der Verpuffung erhalten hat, hat sich laut Mitteilung auch wieder einen Batteriespeicher einbauen lassen. „Wir waren von Anfang an von der Technik überzeugt und die Wahrscheinlichkeit, dass so etwas passiert, ist extrem gering“, wird der Bauherr in der Mitteilung von Viehbrockhaus zitiert. Neben dem eigentlichen Schaden seien die vielen Falschinformationen und Spekulationen rund um das Thema Batteriespeicher in den sozialen Medien eine große Belastung gewesen.

Mittwoch, 10.12.2025, 16:57 Uhr
Manfred Fischer
Energie & Management > Stromspeicher - Ursache für Verpuffung in Haus mit LG-Speicher weiter unklar
Quelle: Fotolia / sdecoret
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Ursache für Verpuffung in Haus mit LG-Speicher weiter unklar
Seit zehn Monaten laufen die Untersuchungen zur Ursache der Verpuffung in einem Haus in Schleswig-Holstein. Weder der Speicherhersteller noch die Marktaufsicht äußern sich zu Details.
Das Gebäude ist Geschichte. Im Februar war bei einer Verpuffung die komplette Seitenwand eines Hauses in Schönberg (Schleswig-Holstein) herausgerissen worden (wir berichteten). Der Verdacht fiel auf den Batteriespeicher. Ein Gerät der Baureihe Resu des Herstellers LG. „Das alte Haus musste vollständig abgetragen werden. Planung, Statik und Baugenehmigung für den Neubau wurden innerhalb kürzester Zeit auf den Weg gebracht“, teilte der Haushersteller Viebrockhaus im April mit. Im Sommer bekamen die Betroffenen ein neues Heim.

Nicht der erste Unfall, der in Zusammenhang mit einem LG-Speicher in Deutschland gebracht wird. Im Mai 2022 geriet ein Gerät in Calw (Baden-Württemberg) in Brand. „Leider konnte die Ursache des Brandes nicht ermittelt werden. Die Batterie wurde schwer beschädigt und wurde LG Energy Solution seitens der Versicherungsgesellschaft des Kunden nicht für weitere Untersuchungen zur Verfügung gestellt“, teilte LG der Redaktion im Oktober 2023 mit.

„Wir haben unseren Kunden bei der Beseitigung der Brandschäden unterstützt und den Vorfall gelöst und abgeschlossen.“ Andere Vorfälle im Zusammenhang mit PV-Speichern, die für Schlagzeilen sorgten, ereigneten sich etwa 2023 in Kochel und Mittenwald (Bayern).

Zehn Monate nach dem Unfall in Schönberg ist noch immer unklar, welche Rolle der Batteriespeicher spielte. „Aufgrund einer laufenden Untersuchung des Brandvorfalls können wir derzeit keine weiteren Details bereitstellen“, so LG auf die Frage der Redaktion, ob Experten die Ursache für die Verpuffung inzwischen geklärt haben. Das Unternehmen weist auf seine Rückrufaktion hin. „Für bestimmte Modelle, die in einem bestimmten Zeitraum produziert wurden, haben wir im Jahr 2021 ein Austauschprogramm eingeführt und 2022 mit der Bereitstellung von Softwareupdates begonnen.“

Marktaufsicht seit 2020 im Austausch mit Speicherhersteller

Die zuständige Marktaufsicht im Regierungsbezirk Darmstadt – die LG Energy Solution Europe GmbH hat ihren Sitz in Sulzbach im Taunus – hat sich in den Fall eingeschaltet. Doch auch die Behörde äußert sich nicht zur Frage einer speichertechnischen Ursache in Schönberg. „Da es sich hierbei um ein laufendes Verfahren handelt, können wir leider keine nähere Auskunft geben“, so ein Sprecher des Regierungspräsidiums.

Die Behörde steht nicht zum ersten Mal im Austausch mit LG. Ohne den Herstellernamen zu nennen, teilte das Regierungspräsidium vergangenes Jahr gegenüber der Redaktion mit, dass man vom Hersteller „erstmals im Sommer 2020 über Brandereignisse an Photovoltaik-Speichereinheiten und die eingeleiteten Korrekturmaßnahmen in Kenntnis gesetzt“ worden sei.

„Unsere Behörde wurde im Weiteren auch über den Fortgang der freiwillig getroffenen Korrekturmaßnahmen informiert. Die vom Hersteller getroffenen und bis heute durchgeführten Maßnahmen wurden vom RP Darmstadt aus als geeignet und angemessen bewertet“, berichtete der Behördensprecher.

Der Rückruf vom Mai 2021 betrifft nach Angaben des südkoreanischen Konzerns Lithium-Ionen-Batteriezellen für bestimmte ESS-Produkte, die zwischen April 2017 und September 2018 hergestellt wurden. „Nach einer gründlichen Überprüfung der Herstellungs- und Qualitätssicherungsprozesse hat LG Energy Solution festgestellt, dass Abläufe in bestimmten Herstellungsprozessen einen Defekt in einigen Elektroden verursacht haben könnten“, so der südkoreanische Konzern im Oktober 2023.

„Im Jahr 2018 haben wir Verbesserungen am Herstellungsprozess und am Batteriedesign vorgenommen, um die Sicherheit unserer Ersatzbatterien zu erhöhen. Seitdem wurde bei den Elektroden kein Defekt mehr festgestellt“, teilte das Unternehmen im Oktober 2023 mit.

Speicher-Drosselung aufgehoben

Viebrockhaus hatte nach dem Unfall alle in seinen Typenhäusern installierten LG-Speicher gedrosselt. „Es handelte sich damals um eine reine Sicherheitsmaßnahme, bis Viebrockhaus vom Hersteller sowie externen Fachleuten die Situation analysiert und eingeordnet bekommen hat. Danach wurde die pauschale Drosselung wieder aufgehoben“, sagt die Unternehmenssprecherin.

Das Ehepaar, das das neue Haus nach der Verpuffung erhalten hat, hat sich laut Mitteilung auch wieder einen Batteriespeicher einbauen lassen. „Wir waren von Anfang an von der Technik überzeugt und die Wahrscheinlichkeit, dass so etwas passiert, ist extrem gering“, wird der Bauherr in der Mitteilung von Viehbrockhaus zitiert. Neben dem eigentlichen Schaden seien die vielen Falschinformationen und Spekulationen rund um das Thema Batteriespeicher in den sozialen Medien eine große Belastung gewesen.

Mittwoch, 10.12.2025, 16:57 Uhr
Manfred Fischer

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