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Energie & Management > Gas - Neue Hoffnung für „Kraft Sibiriens 2“
Quelle: Shutterstock / MVelishchuk
Gas

Neue Hoffnung für „Kraft Sibiriens 2“

Die Chancen für eine neue Gaspipeline von Russland nach China sind nach dem Besuch von Wladimir Putin in Peking gestiegen.
Wladimir Putin machte sich bei Chinas Staatsoberhaupt Xi Jinping für die Gasleitung „Kraft Sibiriens 2“ stark. Der Präsident pries bei dem Treffen Russland als zuverlässigen Energielieferanten an. Immerhin hat es die Leitung unter einer anderen Bezeichnung in den aktuellen Fünfjahresplan von China geschafft.

Zu den Gesprächsergebnissen mit Xi erklärte Putin: „Ich merke an, dass Russland und China im Energiebereich aktiv zusammenarbeiten. Unser Land zählt zu den größten Exporteuren von Erdöl, Erdgas einschließlich LNG und Kohle in die Volksrepublik China. Wir sind selbstverständlich bereit, weiter zuverlässig die unterbrechungsfreie Versorgung des rasch wachsenden chinesischen Marktes mit all diesen Brennstoffarten sicherzustellen.“

In seinem Gespräch mit Xi hatte Putin erklärt, dass das bilaterale Handelsvolumen seit mehreren Jahren die Marke von 200 Milliarden US-Dollar überschreite. „Die Lokomotive hinter dieser wirtschaftlichen Zusammenarbeit ist die russisch-chinesische Kooperation im Energiesektor. Vor dem Hintergrund der Krise im Nahen Osten behält Russland nach wie vor seine Rolle als zuverlässiger Rohstofflieferant bei, während China ein verantwortungsbewusster Abnehmer dieser Ressourcen bleibt.“

Positive Handelsdynamik

Eine wachsende Abnahme Chinas von russischem Öl und Gas dokumentieren Zahlen des chinesischen Hauptzollamts, über die russische Medien jüngst berichteten. Demnach stiegen in China die Bezüge von russischem LNG von Januar bis April gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum um 16 Prozent an, während die Lieferungen über die Gasleitung „Kraft Sibiriens 1“ einen Anstieg von 1,8 Prozent aufwiesen.

Die Ölimporte stiegen sogar um 26 Prozent. Die Blockade von Hormus ließ besonders die LNG- und Ölimporte ansteigen, da China den Wegfall von Importen aus dem Nahen Osten im Zug des Irankrieges ausgleichen muss. Das wiederum nährt in Russland die Hoffnung, dass das Pipeline-Projekt Kraft Sibiriens 2 endlich in die Gänge kommt.

Trotz der herausfordernden Umstände sei das Handelsvolumen zwischen den Ländern in diesem Jahr von Januar bis April um 20 Prozent gestiegen, erklärte Xi. Diese günstige Dynamik sollte genutzt werden, um Chinas Fünfjahresplan 2026-2030 mit Russlands nationalen Entwicklungszielen abzustimmen und darin die stabilisierende Rolle der Kooperation im Energiesektor effektiv zur Geltung zu bringen.

Im März hatte Kraft Sibiriens 2 im Fünfjahresplan unter dem Eindruck des Nahostkonflikts unter der Bezeichnung Erdgaspipeline China-Russland Eingang gefunden. Russland und China hätten sich im Großen und Ganzen auf die wesentlichen Eckdaten des Projekts verständigt, sagte Kremlsprecher Dmitrij Peskow gegenüber russischen Medien. Wenngleich „noch einige Nuancen zu klären sind“, herrsche beim Zeitplan noch kein eindeutiger Konsens.

Kraft Sibiriens 2 als russischer Trumpf

Igor Juschkow von der Finanzuniversität der russischen Regierung sieht in Kraft Sibiriens 2 einen russischen Trumpf, wie er gegenüber der russischen Tageszeitung Komsomolskaja Prawda am Vorabend der Gespräche zwischen Putin und Xi erläuterte. Die Verhandlungen laufen ihm zufolge bereits seit vielen Jahren. Doch die Chancen für einen Vertragsabschluss seien gestiegen, weil die Aktionen der USA in Venezuela und im Nahen Osten sich gegen China richteten.

So kämen die Öl- und Gaslieferungen aus dem Norden, sprich aus Russland**,** als die verlässlichere Option in den Blick. „Es ist ein Mythos, dass wir Gas an Europa oder China für fast nichts verkaufen“, wehrte Juschkow Preisspekulationen ab. „Wir verkaufen zu Marktpreisen, genau wie andere Anbieter auch. Wir sind völlig wettbewerbsfähig und verdienen damit Geld, genau wie alle anderen.“

Die Preisfrage wird am Ende entscheiden, ob das Großprojekt umgesetzt wird. Mit einer Fertigstellung vor 2030 ist nicht zu rechnen. Geht Kraft Sibiriens 2 tatsächlich in Betrieb, könnte sich das Transportvolumen von fast 50 Milliarden Kubikmetern Gas pro Jahr um weitere 50 Milliarden Kubikmeter erhöhen. Mehr als 52 Milliarden Kubikmeter Gas waren es, die China im vergangenen Jahr aus Russland importiert hat. 38,8 Milliarden Kubikmeter über Kraft Sibiriens 1 und 13,5 Milliarden Kubikmeter per Schiff.

Mittwoch, 20.05.2026, 16:20 Uhr
Josephine Bollinger-Kanne
Energie & Management > Gas - Neue Hoffnung für „Kraft Sibiriens 2“
Quelle: Shutterstock / MVelishchuk
Gas
Neue Hoffnung für „Kraft Sibiriens 2“
Die Chancen für eine neue Gaspipeline von Russland nach China sind nach dem Besuch von Wladimir Putin in Peking gestiegen.
Wladimir Putin machte sich bei Chinas Staatsoberhaupt Xi Jinping für die Gasleitung „Kraft Sibiriens 2“ stark. Der Präsident pries bei dem Treffen Russland als zuverlässigen Energielieferanten an. Immerhin hat es die Leitung unter einer anderen Bezeichnung in den aktuellen Fünfjahresplan von China geschafft.

Zu den Gesprächsergebnissen mit Xi erklärte Putin: „Ich merke an, dass Russland und China im Energiebereich aktiv zusammenarbeiten. Unser Land zählt zu den größten Exporteuren von Erdöl, Erdgas einschließlich LNG und Kohle in die Volksrepublik China. Wir sind selbstverständlich bereit, weiter zuverlässig die unterbrechungsfreie Versorgung des rasch wachsenden chinesischen Marktes mit all diesen Brennstoffarten sicherzustellen.“

In seinem Gespräch mit Xi hatte Putin erklärt, dass das bilaterale Handelsvolumen seit mehreren Jahren die Marke von 200 Milliarden US-Dollar überschreite. „Die Lokomotive hinter dieser wirtschaftlichen Zusammenarbeit ist die russisch-chinesische Kooperation im Energiesektor. Vor dem Hintergrund der Krise im Nahen Osten behält Russland nach wie vor seine Rolle als zuverlässiger Rohstofflieferant bei, während China ein verantwortungsbewusster Abnehmer dieser Ressourcen bleibt.“

Positive Handelsdynamik

Eine wachsende Abnahme Chinas von russischem Öl und Gas dokumentieren Zahlen des chinesischen Hauptzollamts, über die russische Medien jüngst berichteten. Demnach stiegen in China die Bezüge von russischem LNG von Januar bis April gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum um 16 Prozent an, während die Lieferungen über die Gasleitung „Kraft Sibiriens 1“ einen Anstieg von 1,8 Prozent aufwiesen.

Die Ölimporte stiegen sogar um 26 Prozent. Die Blockade von Hormus ließ besonders die LNG- und Ölimporte ansteigen, da China den Wegfall von Importen aus dem Nahen Osten im Zug des Irankrieges ausgleichen muss. Das wiederum nährt in Russland die Hoffnung, dass das Pipeline-Projekt Kraft Sibiriens 2 endlich in die Gänge kommt.

Trotz der herausfordernden Umstände sei das Handelsvolumen zwischen den Ländern in diesem Jahr von Januar bis April um 20 Prozent gestiegen, erklärte Xi. Diese günstige Dynamik sollte genutzt werden, um Chinas Fünfjahresplan 2026-2030 mit Russlands nationalen Entwicklungszielen abzustimmen und darin die stabilisierende Rolle der Kooperation im Energiesektor effektiv zur Geltung zu bringen.

Im März hatte Kraft Sibiriens 2 im Fünfjahresplan unter dem Eindruck des Nahostkonflikts unter der Bezeichnung Erdgaspipeline China-Russland Eingang gefunden. Russland und China hätten sich im Großen und Ganzen auf die wesentlichen Eckdaten des Projekts verständigt, sagte Kremlsprecher Dmitrij Peskow gegenüber russischen Medien. Wenngleich „noch einige Nuancen zu klären sind“, herrsche beim Zeitplan noch kein eindeutiger Konsens.

Kraft Sibiriens 2 als russischer Trumpf

Igor Juschkow von der Finanzuniversität der russischen Regierung sieht in Kraft Sibiriens 2 einen russischen Trumpf, wie er gegenüber der russischen Tageszeitung Komsomolskaja Prawda am Vorabend der Gespräche zwischen Putin und Xi erläuterte. Die Verhandlungen laufen ihm zufolge bereits seit vielen Jahren. Doch die Chancen für einen Vertragsabschluss seien gestiegen, weil die Aktionen der USA in Venezuela und im Nahen Osten sich gegen China richteten.

So kämen die Öl- und Gaslieferungen aus dem Norden, sprich aus Russland**,** als die verlässlichere Option in den Blick. „Es ist ein Mythos, dass wir Gas an Europa oder China für fast nichts verkaufen“, wehrte Juschkow Preisspekulationen ab. „Wir verkaufen zu Marktpreisen, genau wie andere Anbieter auch. Wir sind völlig wettbewerbsfähig und verdienen damit Geld, genau wie alle anderen.“

Die Preisfrage wird am Ende entscheiden, ob das Großprojekt umgesetzt wird. Mit einer Fertigstellung vor 2030 ist nicht zu rechnen. Geht Kraft Sibiriens 2 tatsächlich in Betrieb, könnte sich das Transportvolumen von fast 50 Milliarden Kubikmetern Gas pro Jahr um weitere 50 Milliarden Kubikmeter erhöhen. Mehr als 52 Milliarden Kubikmeter Gas waren es, die China im vergangenen Jahr aus Russland importiert hat. 38,8 Milliarden Kubikmeter über Kraft Sibiriens 1 und 13,5 Milliarden Kubikmeter per Schiff.

Mittwoch, 20.05.2026, 16:20 Uhr
Josephine Bollinger-Kanne

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