Quelle: Eon
Der Energiekonzern Eon zählt 110.000 MW Gesamtkapazität Erneuerbarer-Energien-Anlagen an seinen Stromnetzen.
Nach Rechnung des Essener Energieriesen sind neue Netzanschlüsse bei ihm eine Frage von Minuten: „Rein rechnerisch wird alle zwei Minuten ein Anschluss im Eon Netz realisiert“, teilt das Unternehmen jetzt mit. Bei Ahlum, zwischen Braunschweig und Wolfenbüttel, zählte Deutschlands größter Verteilnetzbetreiber am 4. März die 2 Millionste Erneuerbare-Energien-Anlage an seiner Infrastruktur – ein Windpark im Netzgebiet der Tochtergesellschaft Avacon.
„Die erste Million dauerte über 15 Jahre, die zweite Million folgte innerhalb von nur zweieinhalb Jahren. Das ist eine enorme Leistung und zeigt das Tempo, mit dem wir unser Energiesystem umbauen“, kommentiert Eon-Netzvorstand Thomas König das Jubiläum. Allein in den vergangenen beiden Jahren habe man fast 10 Milliarden Euro in das deutsche Netzgeschäft investiert – vorrangig für Neuanschlüsse und die Modernisierung der Netzinfrastruktur, heißt es aus der Konzernzentrale. Rund 6.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien seit 2021 in der Netzsparte hierzulande hinzugekommen.
Rund 70 Prozent der Leistung aller Windkraftanlagen an Land und knapp 50 Prozent aller Photovoltaik-Anlagen seien bei den regionalen Netzbetreibern des Konzerns angeschlossen. Die Gesamtkapazität der Erneuerbare-Energien-Anlagen beziffert Eon auf rund 110.000 MW.
Neue Regeln für „die zweite Hälfte der Energiewende“ gefordert
„Für die zweite Hälfte der Energiewende und dem erwarteten Anschluss weiterer Millionen von Anlagen brauchen wir jetzt neue Regeln – beim Netzanschlussprozess, bei den Genehmigungen für den Netzausbau und beim regionalen Zubau neuer Erneuerbarer-Energie-Anlagen“, fordert König.
Kritiker werfen Eon vor, beim Netzausbau künftig bremsen zu wollen. Eon-Konzernchef Leonhard Birnbaum fordert von der Politik, den Ausbau der Erneuerbaren an den Netzausbau zu koppeln. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) sieht das ähnlich. Nach Plänen aus ihrem Haus soll der Zubau von neuen Anlagen mit dem Netzausbau synchronisiert werden. Dies soll Kosten senken.
Der Windkraftpionier Johannes Lackmann wandte sich im Dezember in einen offenen Brief an den Eon-Chef: „Die Netze haben eine dienende Funktion – sie müssen dem Bedarf der Menschen und der Wirtschaft folgen, nicht umgekehrt“, schrieb er.
Die Bundesnetzagentur weist im Marktstammdatenregister (Stand: 17. Februar 2026) bundesweit 5.761.232 in Betrieb befindliche solare Stromerzeugungseinheiten aus; mitgezählt sind vorübergehend stillgelegte Anlagen. Die Gesamtleistung der Anlagen beziffert die Behörde auf 118.493 MW. Die Zahl der Windenergieanlagen an Land beträgt 30.334, deren Leistung summiert sich auf 68.315 MW. Für Offshore-Windkraft zählt die Netzagentur 1.688 Anlagen mit einer Leistung von 9.859 MW. Die Zahl der Biomasse-Anlagen beläuft sich auf 22.053. Sie haben eine Gesamtleistung von 9.215 MW.
Mittwoch, 4.03.2026, 17:07 Uhr
Manfred Fischer
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