Diese Visualisierung zeigt die Pläne Trianels für den Batteriepark in Waltrop. Quelle: Trianel
Trianel zwischen Freude und Frust: Für eine 900-MW-Großbatterie in Waltrop sind alle Genehmigungen eingegangen, die zu erwartenden Netzentgelte für Speicher drücken auf die Stimmung.
Von Überschwang keine Spur: Die Trianel GmbH ist nicht rundum glücklich, da nun alle Genehmigungen für den geplanten Großspeicher im westfälischen Waltrop vorliegen. Vielmehr verwendet die Stadtwerke-Kooperation in einer Mitteilung viel Energie darauf, die drohenden Netzentgelte zu brandmarken.
Das Positive aus Sicht Trianels zuerst: Behördlicherseits spricht nun nichts mehr dagegen, das 900-MW-Projekt gemeinsam mit dem Investor Luxcara und dem Schweizer Projektentwickler BKW AG zu realisieren (wir berichteten). Bis zum 15. Mai gingen die bundesimmissionsschutzrechtliche Genehmigung der Bezirksregierung Recklinghausen für den Bau des Umspannwerks sowie die Bauerlaubnis für die einzelnen Batteriespeichersysteme (BESS) durch die Waltroper Stadtverwaltung ein.
Damit wollen die Projektbeteiligten, die in der Trianel Batteriepark Waltrop GmbH & Co. KG (TBW) zusammenarbeiten, in Kürze die finale Investitionsentscheidung für den Speicher fällen. Er soll mehrere Hundert Millionen Euro kosten und über eine Speicherkapazität von 1,8 Millionen kWh verfügen.
Die Fläche für den Speicher ist laut Mitteilung gesichert, es handelt sich um eine frühere Baueinrichtungsfläche für das von Trianel betriebene Steinkohlekraftwerk Lünen. Netzbetreiber Amprion habe den erforderlichen Netzanschluss zugesagt, heißt es weiter. Ferner seien Aufträge für Großkomponenten ausgeschrieben und erste Verträge unterzeichnet. Auch der Baubeschluss stehe kurzfristig an.
Die Freude ist gleichwohl getrübt. Der Waltroper Batteriepark wäre direkt betroffen, sollte die Netzentgeltbefreiung für jene Speicherprojekte wegfallen, die bis August 2029 in Betrieb gehen. Daran arbeitet die Bundesnetzagentur derzeit. In seiner Kritik reklamiert Sven Becker, Sprecher der Trianel-Geschäftsführung, hingegen einen „angemessenen Vertrauensschutz“ für lange in der Planung befindliche Projekte.
Der Trianel-Chef moniert die „erhebliche Verunsicherung bei allen Marktteilnehmern“, wenn Spielregeln nachträglich verändert würden. Dies sei eine Belastung sowohl für unmittelbar anstehende als auch zukünftige Investitionsentscheidungen. Er fordert „zwingend eine Übergangsregelung“ für Projekte wie das der TBW, in die bereits erhebliche Investitionen geflossen seien und die einen hohen Reifegrad erreicht hätten.
Dienstag, 19.05.2026, 16:07 Uhr
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