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Energie & Management > Stromnetz - Badenova hofft auf Bewegung im Kandertal-Streit
Quelle: Shutterstock
Stromnetz

Badenova hofft auf Bewegung im Kandertal-Streit

Nach dem Ärger in Lörrach deutet sich Entspannung im schier unendlichen Streit um die Stromkonzessionen im Kandertal an. Badenovas neues Angebot an Naturenergie soll Bewegung bringen.
Ungeachtet des heftigen Zusammenpralls von Badenova und Naturenergie bei der Stromnetzkonzession von Lörrach (wir berichteten) könnte ein anderer Dauerstreit vor dem Ende stehen. Für zehn Zweckverbandskommunen im Kandertal, ebenfalls Südbaden, steht seit 2018 die Übergabe der Netze an Badenova aus.

Wie ein Sprecher von Badenova auf Anfrage dieser Redaktion mitteilt, hätten die Freiburger dem deutsch-schweizer Unternehmen Naturenergie im Rechtsstreit ein neues Angebot zu den Konditionen unterbreitet. „Wir sind nun in allen Streitpunkten mit großen Schritten auf Naturenergie zugegangen“, so der Sprecher.

Keine Einigung herrschte bisher in Fragen wie dem Kaufpreis für das Leitungsnetz und der Höhe der Erlösobergrenze aus den Netzentgelten. Badenova will mit dem aktuellen Schritt einen Preiskorridor vorgeschlagen haben, der den Vorstellungen von Naturenergie entgegenkommen müsste.

Konkret geht es um den Faktor, mit dem der offenbar unstrittige kalkulatorische Restwert der Netze zu multiplizieren ist. Hier sei der niedrigere Wert jener, auf den die beiden Unternehmen sich früher bereits in einem Eckpunktepapier geeinigt hätten, so Badenova. Der höhere Faktor sei jener, den Naturenergie jüngst vor Gericht im Rahmen des laufenden Klageverfahrens hinterlegt habe. Badenova möchte offenbar dazwischen landen.

Die Erlösobergrenzen beschreiben grundsätzlich den Betrag, den ein Netzbetreiber nach Abzug aller Kosten von den vereinnahmten Netzentgelten behalten darf. Kommt es zur Übergabe eines Netzes an einen anderen Betreiber, müssen die Unternehmen sich einigen, welcher Anteil der geltenden Erlösobergrenze auf den neuen Betreiber übergeht. Dies gilt so lange, bis die Bundesnetzagentur eine neue Obergrenze für das Netzgebiet bestimmt.

Auch Kauf unter Vorbehalt denkbar

Üblicherweise erfolgt die Festlegung des Anteils in einem gemeinsamen Antrag an die Bundesnetzagentur. Allerdings liegen Badenova und Naturenergie auch in dieser Frage über Kreuz. So sehr, dass Badenova nun vorschlägt, statt einer Einigung direkt die Regulierungsbehörde entscheiden zu lassen.

Es gibt noch einen dritten Vorstoß zur Beschleunigung der Netzübergabe. Badenova würde sich auch auf einen Kauf der Netze unter Vorbehalt einlassen. Dies würde die Überprüfung des Deals durch einen Gutachter beinhalten.

Während Badenova davon spricht, sich auf „ein zeitnahes Annehmen des Angebots im Sinne der Bürgerinnen und Bürger im Kandertal“ zu freuen, hält Naturenergie sich auf Anfrage dieser Redaktion bedeckt. Das zu EnBW gehörende Unternehmen befinde sich in „konstruktiven Gesprächen mit dem Wettbewerber“, könne daher aktuell nicht mehr sagen.

Zum Streit, der sich Ende Januar um die Ratssitzung in Lörrach rankte, meldete Naturenergie sich dagegen am 6. Februar noch zu Wort. Badenova hatte dem Unternehmen undemokratisches Verhalten und Rufschädigung vorgeworfen. Naturenergie bedauere es, so eine Sprecherin, falls durch die Anwesenheit von „zahlreichen Mitarbeitenden“ in Lörrach „ein falscher Eindruck entstanden“ sei.

Naturenergie akzeptiere die demokratische Entscheidung, die die Lörracher Stromnetze in die Hände der Stadtnetze Lörrach GmbH & Co. KG legt, einem Joint Venture der Kommune und Badenovas. Dass es zu einer schnellen und einvernehmlichen Übergabe der Netze kommen wird, ist damit nicht gesagt. „Wie üblich in derartigen Verfahren“, so die Sprecherin, „haben alle Beteiligten die Möglichkeit, im Nachgang die Entscheidung zu prüfen.“

Freitag, 6.02.2026, 17:23 Uhr
Volker Stephan
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Badenova hofft auf Bewegung im Kandertal-Streit
Nach dem Ärger in Lörrach deutet sich Entspannung im schier unendlichen Streit um die Stromkonzessionen im Kandertal an. Badenovas neues Angebot an Naturenergie soll Bewegung bringen.
Ungeachtet des heftigen Zusammenpralls von Badenova und Naturenergie bei der Stromnetzkonzession von Lörrach (wir berichteten) könnte ein anderer Dauerstreit vor dem Ende stehen. Für zehn Zweckverbandskommunen im Kandertal, ebenfalls Südbaden, steht seit 2018 die Übergabe der Netze an Badenova aus.

Wie ein Sprecher von Badenova auf Anfrage dieser Redaktion mitteilt, hätten die Freiburger dem deutsch-schweizer Unternehmen Naturenergie im Rechtsstreit ein neues Angebot zu den Konditionen unterbreitet. „Wir sind nun in allen Streitpunkten mit großen Schritten auf Naturenergie zugegangen“, so der Sprecher.

Keine Einigung herrschte bisher in Fragen wie dem Kaufpreis für das Leitungsnetz und der Höhe der Erlösobergrenze aus den Netzentgelten. Badenova will mit dem aktuellen Schritt einen Preiskorridor vorgeschlagen haben, der den Vorstellungen von Naturenergie entgegenkommen müsste.

Konkret geht es um den Faktor, mit dem der offenbar unstrittige kalkulatorische Restwert der Netze zu multiplizieren ist. Hier sei der niedrigere Wert jener, auf den die beiden Unternehmen sich früher bereits in einem Eckpunktepapier geeinigt hätten, so Badenova. Der höhere Faktor sei jener, den Naturenergie jüngst vor Gericht im Rahmen des laufenden Klageverfahrens hinterlegt habe. Badenova möchte offenbar dazwischen landen.

Die Erlösobergrenzen beschreiben grundsätzlich den Betrag, den ein Netzbetreiber nach Abzug aller Kosten von den vereinnahmten Netzentgelten behalten darf. Kommt es zur Übergabe eines Netzes an einen anderen Betreiber, müssen die Unternehmen sich einigen, welcher Anteil der geltenden Erlösobergrenze auf den neuen Betreiber übergeht. Dies gilt so lange, bis die Bundesnetzagentur eine neue Obergrenze für das Netzgebiet bestimmt.

Auch Kauf unter Vorbehalt denkbar

Üblicherweise erfolgt die Festlegung des Anteils in einem gemeinsamen Antrag an die Bundesnetzagentur. Allerdings liegen Badenova und Naturenergie auch in dieser Frage über Kreuz. So sehr, dass Badenova nun vorschlägt, statt einer Einigung direkt die Regulierungsbehörde entscheiden zu lassen.

Es gibt noch einen dritten Vorstoß zur Beschleunigung der Netzübergabe. Badenova würde sich auch auf einen Kauf der Netze unter Vorbehalt einlassen. Dies würde die Überprüfung des Deals durch einen Gutachter beinhalten.

Während Badenova davon spricht, sich auf „ein zeitnahes Annehmen des Angebots im Sinne der Bürgerinnen und Bürger im Kandertal“ zu freuen, hält Naturenergie sich auf Anfrage dieser Redaktion bedeckt. Das zu EnBW gehörende Unternehmen befinde sich in „konstruktiven Gesprächen mit dem Wettbewerber“, könne daher aktuell nicht mehr sagen.

Zum Streit, der sich Ende Januar um die Ratssitzung in Lörrach rankte, meldete Naturenergie sich dagegen am 6. Februar noch zu Wort. Badenova hatte dem Unternehmen undemokratisches Verhalten und Rufschädigung vorgeworfen. Naturenergie bedauere es, so eine Sprecherin, falls durch die Anwesenheit von „zahlreichen Mitarbeitenden“ in Lörrach „ein falscher Eindruck entstanden“ sei.

Naturenergie akzeptiere die demokratische Entscheidung, die die Lörracher Stromnetze in die Hände der Stadtnetze Lörrach GmbH & Co. KG legt, einem Joint Venture der Kommune und Badenovas. Dass es zu einer schnellen und einvernehmlichen Übergabe der Netze kommen wird, ist damit nicht gesagt. „Wie üblich in derartigen Verfahren“, so die Sprecherin, „haben alle Beteiligten die Möglichkeit, im Nachgang die Entscheidung zu prüfen.“

Freitag, 6.02.2026, 17:23 Uhr
Volker Stephan

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