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Dezentrale Energieversorgung
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Geothermie aus 5.000 Metern Tiefe: Wie Holzkirchen zum Vorreiter der Wärmewende wurde

Rekordbohrung, Ringschluss und ein klarer Fahrplan bis 2045 – Gammel Engineering begleitet das Projekt seit den Anfängen. 

Die Marktgemeinde Holzkirchen hat einen detaillierten Transformationsplan zur vollständigen Dekarbonisierung ihrer Wärmeversorgung bis 2045 abgeschlossen. Erarbeitet wurde der Fahrplan von den Gemeindewerken Holzkirchen gemeinsam mit Gammel Engineering, die das Geothermie-Projekt seit den ersten Wirtschaftlichkeitsprüfungen begleiten. Das Ergebnis gilt als bundesweit beachtetes Leuchtturmprojekt der kommunalen Wärmewende. 

Bereits vor 20 Jahren entschied sich Holzkirchen für die Geothermie – zu einer Zeit, als diese Technologie im Bayerischen Molassebecken noch als Neuland galt. Die Bohrungen 2016/2017 verliefen nicht ohne Rückschläge: Ein unerwarteter Gaszutritt erforderte einen Sidetrack, bei der zweiten Bohrung verzögerten verhakende Casings den Zeitplan. Am Ende stand jedoch ein Rekord: Mit 5.078 Metern und einer Thermalwassertemperatur von über 150 °C entstand die heißeste hydrothermale Bohrung im Bayerischen Molassebecken. Seit 2019 versorgt die Anlage Holzkirchen mit grünem Strom und Fernwärme, mit bayernweit niedrigster Injektionstemperatur von knapp 37 °C. 2023 wurden so 22 Millionen kWh Strom und 12,5 Millionen kWh Fernwärme erzeugt – genug für rund 5.000 bzw. 7.500 Haushalte. 

Technisch anspruchsvoll war vor allem der „Ringschluss“ der drei historisch unabhängigen Wärmenetze, die sich in Druckniveaus, Temperaturfahrkurven und Rohrdimensionen erheblich unterschieden. „Die drei Netze waren wie drei Geschwister, die zwar zur gleichen Familie gehörten, aber ihr eigenes Leben führten“, beschreibt Stefan Hafner, Geschäftsführer der Gemeindewerke Holzkirchen, die Ausgangslage. Gammel Engineering entwickelte dafür ein hydraulisches Rechenmodell in der Software STANET, das seit 2018 als zentrales Planungswerkzeug für sämtliche Leitungsbauten dient. „Ohne diese Simulationen wären wir im Dunkeln getappt. Jede größere Leitung wurde zunächst digital durchgespielt, sodass die Investitionen treffsicher waren“, erklärt Dr.-Ing. Stefanie Reil, Projektleiterin bei Gammel Engineering. Bis 2025 wurden die Netze in mehreren Bauabschnitten – inklusive zweier Bahnquerungen und einer Leitung durch den Ortskern – verbunden; bei allen Trassenprojekten war Gammel Engineering von der Vorplanung bis zur Baubegleitung federführend beteiligt. 

Mit dem nun abgeschlossenen Transformationsplan liegt für Holzkirchen erstmals ein vollständiger Fahrplan zur kompletten Dekarbonisierung bis 2045 vor. 

„Wir reden hier über klimaneutrale Wärme. Während andere noch über Kohle diskutieren, lösen wir in Holzkirchen inzwischen Erdgas ab“, so Hafner. Dr. Reil ergänzt: „Holzkirchen zeigt, wie kommunale Wärmewende konkret und technologieoffen gelingen kann – auf Basis gesicherter Daten, modularer Planung und effizienter Umsetzung. Es ist ein Musterbeispiel moderner Energieinfrastruktur.“ 

Weitere Informationen unter www.gammel.de und www.gw-holzkirchen.de 

 

UNTERNEHMENSPROFIL
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Dezentrale Energieerzeugung
Gammel Engineering

Gebäude und Energietechnik

Hauptsitz Abensberg

An den Sandwellen 114

93326 Abensberg

Tel. 099443-929-0

Email: gammel@gammel.de

 

Pionier der dezentralen Energieversorgung  

Die in Abensberg ansässige Gammel Engineering GmbH entwickelt und plant seit ihrer Gründung 1987 intelligente Energiekonzepte und moderne Gebäudetechnik für Kunden aus dem Mittelstand, der Industrie sowie der öffentlichen Hand. Als unabhängiges Planungsbüro arbeitet das Unternehmen herstellerneutral – frei von Bindungen an Fabrikate, Energieträger und Finanzinstitute. Am Hauptsitz in Abensberg sowie in der Niederlassung Cham beschäftigt Gammel Engineering derzeit 55 Mitarbeitende. 

Mit über 35 Jahren Erfahrung gehört das Unternehmen zu den Pionieren der dezentralen Energieversorgung in Deutschland: 1992 entstand das erste Biomasseheizwerk in Aunkirchen bei Vilshofen, 2004 das erste ORC-Biomasse-Heizkraftwerk mit Nahwärmenetz in Sauerlach. 2022 ging in Bad Reichenhall die erste intelligente Kraft-Wärme-Kopplungsanlage (iKWK) Deutschlands in Betrieb. 

Eine eigene Projektentwicklung bildet dabei den Motor für neue Vorhaben: Gammel Engineering analysiert Energieströme, identifiziert Abwärmepotenziale und entwickelt wirtschaftlich tragfähige Konzepte, die Unternehmen und Kommunen langfristig voranbringen. Anders als reine Beratungshäuser begleitet das Unternehmen seine Kunden dabei von der ersten Idee bis zur Inbetriebnahme – mit dem klaren Anspruch, Projekte nicht nur zu denken, sondern auch zu realisieren. 

Gesamtplanung für alle Anlagengruppen: 

  • Energie- und Anlagentechnik 
  • TGA (Heizung, Lüftung, Sanitär, Klima) 
  • Elektrotechnik / MSR 
  • Objekt und Tragwerk 

Für Technikbauten agiert Gammel Engineering als Gesamtplaner. Die Kunden – Energieversorger, Industrie und Gewerbe, Kommunen und Stadtwerke, soziale Einrichtungen sowie der Wohnungsbau – profitieren von durchgängiger Projektbetreuung: von der Machbarkeitsstudie über die Detailplanung bis zur Bauüberwachung und Inbetriebnahme. 

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