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Nordic MMS als Grundlage für einen integrierten nordischen Regelleistungsmarkt

Die für Fifty entwickelte Nordic-MMS-Plattform unterstützt die koordinierte Beschaffung von Regelleistung in Norwegen, Schweden, Dänemark und Finnland.

Unicorn spielt seit Langem eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der nordeuropäischen Energiemärkte. Zu den Projekten, die diese Rolle in der Region verdeutlichen, zählt die Lieferung mehrerer Systeme für Fifty – ein Gemeinschaftsunternehmen der norwegischen und schwedischen Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB). Parallel dazu hat Unicorn auch direkt mit den ÜNB der Region sowie mit eSett zusammengearbeitet, der Organisation, die für den Bilanzkreisausgleich im nordischen Markt zuständig ist.

Die ersten Schritte der Zusammenarbeit

Die Ursprünge des Projekts reichen bis ins Jahr 2010 zurück. Damals begannen vier ÜNB – Statnett (Norwegen), Svenska kraftnät (Schweden), Energinet (Dänemark) und Fingrid (Finnland) –, an einer engeren Integration der Regelleistungsmärkte und dem Übergang zu einer 15-minütigen Bilanzierungsperiode zu arbeiten. Im Laufe der Zeit entwickelte sich diese Initiative im Einklang mit der europäischen Gesetzgebung weiter und wurde als „Nordic Balancing Model“ bekannt.

Ein bedeutender Meilenstein folgte im Jahr 2018, als Unicorn eine internationale Ausschreibung für die Lieferung von Lösungen an Fifty gewann. Fifty war damit beauftragt worden, regionale Systeme für den gemeinsamen Markt für Systemdienstleistungen zu entwickeln.

Die Vergabe spiegelte sowohl den Reifegrad der Plattform Damas MMS als auch die bisherige Erfahrung von Unicorn bei der Bereitstellung komplexer Marktsysteme im nordischen Raum wider. Zu diesem Zeitpunkt hatte das Unternehmen bereits Lösungen für vier nationale Märkte in Nordeuropa implementiert. Zudem wurde schon während des Ausschreibungsverfahrens ein funktionsfähiger Prototyp von Nordic MMS entwickelt.

Flexible Architektur als Fundament der Stabilität

Das erste im Rahmen dieser Zusammenarbeit gelieferte System – Nordic MMS – basierte auf der zweiten Generation der Unicorn-Plattform Damas MMS, die sich seit 1999 in der Entwicklung befindet. Im Laufe der Jahre wurde die Plattform mehreren Generations-Upgrades unterzogen, um mit den sich wandelnden Markt- und Regulierungsanforderungen Schritt zu halten. Ihre Flexibilität ermöglichte es, das Projekt strukturiert und in enger Zusammenarbeit mit den Teams der einzelnen ÜNB umzusetzen.

Im Zuge der Entwicklung musste das Projekt flexibel auf sich ändernde Anforderungen reagieren. Der ursprüngliche Umfang, der sich auf die Unterstützung von aFRR (automatic Frequency Restoration Reserve / Sekundärregelleistung) konzentrierte, wurde später um mFRR (manual Frequency Restoration Reserve / Minutenreserve) erweitert. Dies erforderte wesentliche Anpassungen, insbesondere die Verallgemeinerung einer Logik, die ursprünglich nur für ein einziges Reserveprodukt konzipiert war.

Gleichzeitig musste die Lösung neu verabschiedete Sekundärrechtsakte der europäischen Regulierungsbehörde ACER berücksichtigen, die in mehreren Punkten von den früheren Annahmen abwichen. Folglich mussten selbst in Anwendungsteilen, die bereits kurz vor dem Abschluss standen, noch Änderungen vorgenommen werden.

Die Flexibilität der Damas-MMS-Plattform in Kombination mit der engen Zusammenarbeit der beteiligten Organisationen trug entscheidend dazu bei, das Projekt an diese Änderungen anzupassen und erfolgreich voranzutreiben.

Systemimplementierung und aktueller Status

Im Jahr 2021 migrierten die vier nationalen ÜNB-Märkte auf die einheitliche Nordic-MMS-Plattform, auch wenn sie zunächst weiterhin getrennt betrieben wurden. Ein Jahr später wurden die Märkte miteinander gekoppelt, wodurch ein voll funktionsfähiger gemeinsamer Markt für aFRR-Kapazitäten entstand. 2023 folgte der mFRR-Markt.

Heute befindet sich Nordic MMS im Routinebetrieb und unterstützt die zentralisierte Beschaffung von Regelleistungsreserven in der gesamten nordischen Region. Dabei werden die Übertragungskapazitäten zwischen den Gebotszonen und Ländern berücksichtigt.

Die Plattform trägt zu betrieblicher Effizienz, Kostenoptimierung und Netzstabilität bei. Sie ermöglicht es den Netzbetreibern, Regelleistung effektiver zu beschaffen, erhöht die Betriebssicherheit und unterstützt den parallelen Betrieb mehrerer Märkte mit unterschiedlichen Parametern und geografischen Ausdehnungen.

Messbare Vorteile und zukünftige Entwicklungen

Die wirtschaftliche Performance des gemeinsamen Marktes wird kontinuierlich evaluiert und über NUCS publiziert – ein weiteres von Unicorn geliefertes System, das transparente Einblicke in den Betrieb des integrierten Marktes bietet.

Die Architektur der Plattform unterstützt zudem künftige Erweiterungen. Ein Beispiel dafür ist die geplante Einführung des FCR-Produkts (Frequency Containment Reserve / Primärregelleistung). In naher Zukunft soll außerdem ein neuer Clearing-Algorithmus eingeführt werden, der eine Co-Optimierung der Regelleistungsmärkte und des Strom-Spotmarktes ermöglicht. Da beide auf dieselben begrenzten Übertragungskapazitäten angewiesen sind, wird erwartet, dass diese Änderung eine effizientere Allokation der verfügbaren Ressourcen fördert.

Die Zusammenarbeit zwischen Unicorn und Fifty geht über Nordic MMS hinaus. Im Jahr 2025 lieferte Unicorn zwei weitere Systeme: die Nordic Automation Platform und Nordic Pricing. Darauf wird in einem weiteren Beitrag näher eingegangen.

Nordic MMS: Projektmeilensteine

2025+: Geplanter Go-Live des FCR-Regelleistungsmarktes
2023: Start des mFRR-Regelleistungsmarktes
2022: Go-Live des gemeinsamen aFRR-Regelleistungsmarktes
2021: Start von Nordic MMS und Migration der nationalen Märkte auf eine einheitliche Plattform
2020: ACER erlässt verbindliche Vorschriften für den gemeinsamen Markt
2018: Unicorn gewinnt die internationale Ausschreibung

Über Fifty AS

Fifty AS ist ein Gemeinschaftsunternehmen von Svenska kraftnät und Statnett, das gegründet wurde, um neue Tools zur Unterstützung des Ausgleichs im Stromsystem zu entwickeln. Statnett und Svenska kraftnät arbeiten bereits seit 2015 an einem gemeinsamen System für Regelleistung und Marktprozesse. Auch Fingrid und Energinet sind eng in die übergeordnete regionale Initiative eingebunden.

Weitere Informationen unter: www.nordicbalancingmodel.net

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Unicorn Systems ist ein führender Anbieter von Informationssystemen für die europäische Energiewirtschaft und Versorgungsunternehmen. In den letzten 20 Jahren haben wir viele Projekte für Unternehmen aus mehreren europäischen Ländern erfolgreich durchgeführt, sowohl für nationale Umgebungen als auch zur Unterstützung der internationalen Zusammenarbeit. Wir verfügen über umfangreiche Erfahrungen in den Bereichen Produktionssoftware, Handel und dessen Organisation auf liberalisierten Märkten, technische Lösungen zur Unterstützung des Netzmanagements und anspruchsvolle Lösungen für das Energieinfrastrukturmanagement. Im Rahmen dieser Projekte haben wir ein einzigartiges Know-how erworben, das wir nun unseren Kunden in Form von hochmodernen Lösungen anbieten können, die einen hohen Mehrwert für die Energiewirtschaft und die Versorgungsunternehmen schaffen.


Unicorn Systems bietet Lösungen für alle Bereiche der Energiewirtschaft, ist aber auf die Organisation und den Betrieb von Energiemärkten spezialisiert. Die meisten unserer Lösungen sind speziell für Übertragungs- und Verteilernetzbetreiber, Energiebörsen und Marktbetreiber konzipiert. Sie bieten standardisierte Funktionen, die durch unsere standardisierten Produkte und Plattformen zur Verfügung gestellt werden, sowie hervorragende Integrations- und Kommunikationsmöglichkeiten, die auf modernsten offenen Technologien und Standards basieren.


Darüber hinaus sind wir der Anbieter der Energy Communication Platform (ECP), einer Referenzimplementierung des MADES-Kommunikationsstandards. ENTSO-E hat den MADES-Standard entwickelt, um eine technische Standardisierung der Datenkommunikation in der gesamten Energiewirtschaft zu erreichen. Die moderne, offene und dezentrale Kommunikationsplattform wurde entwickelt, um eine sichere und zuverlässige Kommunikation zu gewährleisten, die von allen Beteiligten frei genutzt werden kann. Das ECP bildete die Grundlage für eine fortschrittliche, dezentralisierte Lösung für den europaweiten Austausch von Netzbetriebsplanungsdaten, OPDE (Operational Planning Data Environment).

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