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Davina Spohn
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Freitag, 06.11.2026, 11:40 Uhr
Vertrieb
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Espelkamp steigt aus dem Strom- und Gasvertrieb aus
Die Stadtwerke Espelkamp ziehen sich zum Jahresende aus dem Strom- und Gasvertrieb zurück. Für die Kundinnen und Kunden soll es eine Nachfolgelösung geben.
Die Stadtwerke Espelkamp im Nordosten von Nordrhein-Westfalen ziehen sich aus dem eigenständigen Vertrieb von Strom und Erdgas zurück. Dies geben sie in einer Mitteilung vom 1. November bekannt. Zum 31. Dezember wird das kommunale Unternehmen die Belieferung seiner Kunden beenden. Ab dem 1. Januar kommenden Jahres bietet es keine eigenen Energielieferverträge mehr an.

Ihren Rückzug aus dem Energievertrieb begründen die Stadtwerke mit den veränderten wirtschaftlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen auf den Energiemärkten. Neue gesetzliche Anforderungen sowie gestiegene und zunehmend schwer kalkulierbare Risiken hätten das Unternehmen dazu veranlasst, den Geschäftsbereich umfassend zu überprüfen. Die Einstellung des Energievertriebs sei daher die wirtschaftlich und strategisch sinnvollste Lösung.

„Diese Entscheidung ist uns nicht leichtgefallen“, lässt sich Stadtwerke-Vorstand Klaus Hagemeier in der Mitteilung zitieren. Mit dem Rückzug wolle das Unternehmen die Grundlage für eine langfristig stabile Ausrichtung schaffen. Gleichzeitig hätten die Stadtwerke nach einem kommunalen Partner gesucht, um die regionale Energieversorgung weiterhin mitgestalten zu können.

Erenja bietet Anschlussverträge an

Für die betroffenen Kunden haben die Stadtwerke eine mögliche Nachfolgelösung mit der Erenja AG & Co. KG organisiert. Dieser Energieversorger gehört zur Gelsenwasser-Gruppe mit Sitz in Gelsenkirchen. Mit der Unternehmensgruppe arbeiten die Stadtwerke bereits seit 2016 zusammen. Laut der Internetseite der Stadt Espelkamp gründeten die Stadtwerke damals mit der Gelsenwasser Energienetze GmbH eine gemeinsame Netzgesellschaft, an der die Stadtwerke 51 Prozent halten. Seit Anfang 2024 betreibt Gelsenwasser Energienetze zudem das örtliche Gasnetz.
 

Die Strom- und Gaskunden der Stadtwerke sollen im November ein persönliches Schreiben erhalten. Darin informieren die Stadtwerke über das Ende der bisherigen Lieferverträge und die erforderlichen Schritte. Zugleich erhalten die Kunden ein individuelles Angebot von Erenja für die Tarife „Espel Strom Öko“ beziehungsweise „Espel Gas“.

Ein automatischer Wechsel zu Erenja ist damit allerdings nicht verbunden. Nach den Informationen auf der Internetseite der Stadtwerke müssen Kunden einen neuen Energieliefervertrag abschließen, wenn sie ab Januar von Erenja versorgt werden möchten. Dafür nennt das Unternehmen den 9. Dezember dieses Jahres als Frist. Wer bis zum Jahreswechsel keinen neuen Liefervertrag abschließt, fällt nach Angaben der Stadtwerke in die gesetzliche Grundversorgung. Die betroffenen Kunden können sich auch für einen anderen Energieanbieter entscheiden.

Kundencenter bleibt erhalten

Obwohl die Stadtwerke ihre eigene Strom- und Gasbelieferung einstellen, bleibt das Kundencenter an der Breslauer Straße 36 in Espelkamp bestehen. Die bisherigen Mitarbeiter stehen dort weiterhin für Fragen rund um die Energieversorgung zur Verfügung. Künftig beraten sie auch zu den Angeboten von Erenja. „Unsere Kundinnen und Kunden können sich darauf verlassen, dass wir sie in diesem Prozess begleiten“, versichert Denise Riemer, Teamleiterin des Kundencenters. 

Zum Jahresende müssen die Kunden außerdem ihre Zählerstände ablesen und an den zuständigen Netzbetreiber übermitteln. Für das Stromnetz ist dies die Westnetz GmbH, für das Gasnetz die Gelsenwasser Energienetze GmbH. Die Schlussrechnungen der Stadtwerke sollen ab Ende Januar 2027 folgen.

Der Rückzug betrifft den eigenständigen Vertrieb von Strom und Erdgas, nicht sämtliche Tätigkeiten des kommunalen Unternehmens. Die Stadtwerke Espelkamp sind als Anstalt des öffentlichen Rechts organisiert und übernehmen in der Stadt unter anderem Aufgaben der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung. Auch im Bereich der Wärmeversorgung sind sie tätig. (ds)