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Heidi Roider
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Freitag, 30.10.2026, 09:01 Uhr
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2G Energy und Einskommafünfgrad kooperieren
Das Betriebssystem „Heartbeat AI“ von „1KOMMA5°“ steuert künftig die KWK- und Gas-to-Power-Anlagen der 2G Energy AG. Die Partnerschaft adressiert Rechenzentren und Industrie. 
Der BHKW- und Wärmepumpenhersteller 2G Energy ist eine Partnerschaft mit dem Hamburger Energietechnik-Anbieter Einskommafünfgrad eingegangen, teilten beide Unternehmen am 30. Oktober mit. Künftig soll die Energiemanagementsoftware Heartbeat AI von Einskommafünfgrad die KWK- und Gas-to-Power-Anlagen von 2G Energy in die Steuerung dezentraler Energiesysteme einbinden. 

Die Software soll Gasmotoren, Photovoltaikanlagen, Batteriespeicher und Netzstrom unter Berücksichtigung des jeweiligen Strombedarfs und der Börsenstrompreise in Echtzeit koordinieren. Damit wollen die Partner die Stromversorgung von Rechenzentren und Industriebetrieben optimieren, die Strombezugskosten senken und bestehende Netzanschlüsse besser auslasten.

Die Unternehmen reagieren mit ihrer Kooperation auf den steigenden Strombedarf von Rechenzentren, insbesondere für Anwendungen der künstlichen Intelligenz. Nach ihrer Einschätzung werden große Rechenzentren künftig Anschlussleistungen von mehreren Hundert Megawatt benötigen. Zugleich erschweren Engpässe in den Stromnetzen und lange Wartezeiten auf Netzanschlüsse die Realisierung neuer Projekte.

Heartbeat AI soll weitere Erzeugungstechnologien integrieren

Die dezentrale Stromerzeugung soll den Leistungsbezug aus dem öffentlichen Netz reduzieren. Dabei können die Gasmotoren von 2G sowohl die Grundlastversorgung übernehmen als auch Lastspitzen abdecken. Heartbeat AI soll ihren Betrieb mit der lokalen PV-Erzeugung, den Batteriespeichern und dem Strombezug aus dem Netz abstimmen.

„Wir wollen den Einsatz fossiler Energieträger verringern“, erklärte Philipp Schröder, Mitgründer und CEO von Einskommafünfgrad. Dafür müssten Gas-to-Power-Anlagen möglichst effizient in das Energiesystem eingebunden werden. Die steigende Stromnachfrage durch KI-Anwendungen lasse sich nach seiner Einschätzung nicht allein durch den Ausbau der Stromnetze decken. Das Unternehmen setzt deshalb auf eine standortbezogene Steuerung von Erzeugung, Speichern und Verbrauch.

Die Technologiepartnerschaft ist Teil der Strategie von Einskommafünfgrad, Heartbeat AI als herstellerübergreifende Steuerungsplattform auszubauen. Das Unternehmen hatte kürzlich angekündigt, im kommenden Jahr mehr als 100 Millionen Euro in die Weiterentwicklung seiner KI-Anwendungen, zusätzliche Softwarefunktionen und den Marktzugang zu investieren (wir berichteten).

„Einskommafünfgrad und 2G verbindet die gemeinsame Überzeugung, dass eine nachhaltige Energieversorgung intelligente Technologien und das Zusammenspiel unterschiedlicher Systeme erfordert“, erklärte Frank Grewe, CTO der 2G Energy. Die flexibel einsetzbaren Energieanlagen von 2G würden erneuerbare Energien genau dort, wo zusätzliche, verfügbare Leistung benötigt werde. Grewe: „So zeigen wir wie das Energiesystem der Zukunft Nachhaltigkeit, Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit miteinander vereint.“ (hr)