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Stefan Sagmeister
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Freitag, 23.10.2026, 16:15 Uhr
Kernkraft
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Erstes Atommüll-Endlager kann in Betrieb gehen
Die finnische Regierung hat die Betriebsgenehmigung für ein Atommüll-Endlager erteilt. Die Anlage ist bereits fertig. 
 
In Finnland kann das erste weltweite Endlager für hochradioaktive Abfälle demnächst seinen Betrieb aufnehmen. Die Regierung hat dem Betreiber Posiva die erforderliche Genehmigung erteilt, heißt es in einer entsprechenden Mitteilung aus Helsinki. Die Genehmigung gilt bis Ende 2070.

Voraussetzung dafür sind allerdings noch abschließende Prüfungen durch die finnische Strahlenschutz- und Atomaufsichtsbehörde Stuk. Sie muss die Aufnahme des Betriebs gesondert freigeben. Grundlage der Regierungsentscheidung vom 22. Oktober war eine positive Sicherheitsbewertung der Behörde. Wann die ersten Brennelemente tatsächlich eingelagert werden, steht noch nicht fest.

Das Endlager mit dem Namen Onkalo liegt auf der Insel Olkiluoto an der finnischen Westküste. Dort betreibt der Energieversorger TVO auch ein Kernkraftwerk mit drei Reaktorblöcken. In dem Endlager sollen sowohl abgebrannte Brennelemente aus diesem Kraftwerk als auch aus dem Kernkraftwerk Loviisa dauerhaft untergebracht werden. Posiva gehört den finnischen Energiekonzernen TVO und Fortum.

Die Einlagerung erfolgt rund 430 Meter tief im Grundgestein. Dazu werden die abgebrannten Brennelemente in spezielle Behälter mit einem Einsatz aus Gusseisen und einer äußeren Kupferhülle eingeschlossen, heißt es auf der Webseite des Betreibers. Diese werden in Bohrlöchern deponiert und mit Bentonit, einem quellfähigen Tonmaterial, umgeben. Zusammen mit dem umgebenden Gestein sollen die verschiedenen Barrieren verhindern, dass radioaktive Stoffe in die Umwelt gelangen.

Insgesamt ist die Anlage für rund 6.500 Tonnen abgebrannte Kernbrennstoffe ausgelegt. Die Einlagerung soll sich über mehr als 100 Jahre erstrecken. Anschließend wird das Endlager dauerhaft verschlossen.

Kritik kommt hierzulande von Greenpeace. Die Umweltorganisation hält das finnische Konzept nicht für ein geeignetes Vorbild für Deutschland. Sie warnt davor, dass bei einem Versagen der Kupferbehälter radioaktive Stoffe ins Grundwasser gelangen könnten. Zudem wird der hohe Kupferbedarf kritisiert. Deutschland setzt bei der Endlagersuche stärker auf die geologische Barriere des Wirtsgesteins. (sag)