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Günter Drewnitzky
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Donnerstag, 22.10.2026, 10:51 Uhr
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Studierende lernen an realer Technik
Die Technische Hochschule Deggendorf hat Europas erstes Lehrrechenzentrum eröffnet. Studierende lernen dort alles über Gebäudetechnik, Strom, Kühlung und IT im laufenden Betrieb.
Die Technische Hochschule Deggendorf (THD) hat das Lehrrechenzentrum „ROBERT“ eröffnet. Die Abkürzung steht für „Rechenzentrum Ostbayern für Bildung und Entwicklung Resilienter Technologien“. Nach Angaben der Hochschule ist es das erste Rechenzentrum in Europa, das eigens dafür aufgebaut wurde, Studierenden eine ganzheitliche Ausbildung zu bieten. Sie reicht von Gebäudetechnik, Stromversorgung und Kühlung über Hardware, Netzwerke und Speichersysteme bis zu Virtualisierung, Cloud Computing und Automatisierung. 

„Unsere Studierenden lernen hier nicht nur, wie ein Rechenzentrum funktioniert – sie betreiben es“, erklärte THD-Präsident Prof. Waldemar Berg bei der offiziellen Inbetriebnahme. Das Zentrum schließe eine Lücke: Die Theorie von Netzwerken, Speichersystemen und Energieversorgung werde an Hochschulen gut vermittelt, doch nur wenige Absolventen hätten je in einem laufenden Rechenzentrum gearbeitet. 

Das Zentrum gehört zur Fakultät Angewandte Informatik, steht aber Studierenden verschiedener Studiengänge offen, darunter Informatik, Elektrotechnik und Bauingenieurwesen. Vorlesungsraum und Werkstatt liegen direkt neben den Serverräumen. „Was am Vormittag erklärt wird, erproben die Studierenden am Nachmittag an realer Technik“, so Robert-Leiterin Prof. Dr. Helena Liebelt. 

Anlage soll laufend wachsen und modernisiert werden

Lehrveranstaltungen mit bis zu 20 Teilnehmern sollen unter anderem Gebäudemanagement, Energieeffizienz und grüne Technologien, Netzwerk- und Sicherheitsmanagement sowie Notfallwiederherstellung behandeln. Hinzu kommt der Einsatz künstlicher Intelligenz im Energiemanagement. Zugleich steht die Anlage Forschenden der THD für rechenintensive Projekte zur Verfügung. Als Living Lab angelegt, soll Robert mit Industrie und Forschung wachsen. 

Getragen wird das Projekt gemeinsam von Wissenschaft und Industrie. Die THD stellt Räume, Personal, Lehre und Forschung. Die technische Ausstattung kommt von den Kooperationspartnern, die sie auch fortlaufend modernisieren. Dazu zählen Airsys, Amphenol Sachsenkabel, Intel, Justairtech, „PANDUIT“, Rittal, Siemens, Synaforce und ZVK Technologies. Weitere fachliche Kompetenz steuern das Leibniz-Rechenzentrum, die Max Planck Computing and Data Facility und „MEGWARE“ bei.

Die Schirmherrschaft hat der Verband innovativer Rechenzentren (VIRZ). Dessen Vorstand Hartwig Bazzanella betont: „Unsere Branche braucht Fachkräfte, die ein Rechenzentrum als Ganzes verstehen.“ (gd)