E&M Home > E&M Marktplatz > E&M Nachrichten
Das DERA Rohstoffmonitoring. Quelle: DERA / Everstream Analytics
Katia Meyer-Tien
© 2026 Energie & Management GmbH
Donnerstag, 01.10.2026, 16:09 Uhr
Rohstoffe
E&M News
Rohstoffagentur startet Frühwarnsystem
Die Deutsche Rohstoffagentur (DERA) hat ein Echtzeitmonitoring für weltweit bedeutende Produktionsstandorte mineralischer Rohstoffe gestartet.
Bedeutende Produktionsstandorte für mineralische Rohstoffe weltweit beobachten und deutsche Unternehmen frühzeitig vor möglichen Risiken warnen: Das ist das Ziel des „Echtzeitmonitorings“, das die Deutsche Rohstoffagentur (DERA) jetzt anbietet. Das System ist Bestandteil des DERA-Rohstoffmonitorings und der nationalen Krisenvorsorge für Rohstofflieferketten, wie die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), zu der die DERA gehört, mitteilt.

In der Startphase überwacht die DERA demnach knapp 900 Bergbau- und Raffineriestandorte. Das Monitoring konzentriert sich dabei zunächst auf zwölf strategisch wichtige Rohstoffe: Antimon, Kobalt, Kupfer, Eisen, Germanium, Lithium, Mangan, Graphit, Seltene Erden, Titan-Schwamm, Vanadium und Zink. 
 
Das DERA Rohstoffmonitoring soll vor
kritischen Ereignissen in den Lieferketten warnen.
(Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken) 
Quelle: DERA / Everstream Analytics

Gemeinsam mit einem beauftragten Unternehmen wertet die DERA nach eigenen Angaben dafür täglich Millionen Meldungen mithilfe von Big Data und künstlicher Intelligenz aus. Erfasst werden unter anderem Erdbeben, Unwetter, bewaffnete Konflikte, Exportkontrollen und Werksschließungen. Können solche Ereignisse größere Auswirkungen auf Lieferketten haben, will die DERA Unternehmen mit einer Einschätzung der jeweiligen Rohstoffmärkte warnen. 

„Resiliente Rohstofflieferketten sind für die verarbeitende Industrie in Deutschland ein Schlüsselfaktor, um stabile Produktionsprozesse zu gewährleisten. Mit dem Echtzeitmonitoring können wir jetzt die Auswirkungen störender Ereignisse wie Naturkatastrophen, handelspolitische Konflikte oder einzelne Produktionsausfälle auf die Lieferketten sofort bewerten und damit gezielt das Risikomanagement von Unternehmen durch Warnmeldungen unterstützen“, lässt sich DERA-Leiter Peter Buchholz zitieren. 

Das Frühwarnsystem soll zugleich zur Umsetzung des europäischen Critical Raw Materials Act beitragen. Die EU-Verordnung 2024/1252 sieht unter anderem die Überwachung von Versorgungsrisiken bei kritischen Rohstoffen vor. Beobachtet werden sollen beispielsweise Handelsströme, Angebot und Nachfrage, die Konzentration des Angebots, Produktionskapazitäten und die Preisvolatilität. Die EU-Kommission soll zudem gemeinsam mit den Mitgliedstaaten Stresstests für Lieferketten strategischer Rohstoffe durchführen. 

Unternehmen können sich über die DERA-Website für die Warnmeldungen registrieren und dabei ihre Rohstoffpräferenzen angeben. (kmt)