E&M Home > E&M Marktplatz > E&M Nachrichten
Quelle: Fotolia / malp
Davina Spohn
© 2026 Energie & Management GmbH
Donnerstag, 01.10.2026, 09:40 Uhr
Stromspeicher
E&M News
Lynus startet Speicherfertigung in Bayern
Der Schweizer Speicheranbieter Lynus nimmt in Dillingen die Fertigung von Batteriesystemen auf. Die Anlagen sollen einen DC-Wirkungsgrad von mindestens 94 Prozent erreichen.
Mit einer eigenen Produktion in Bayern will sich Lynus stärker auf den deutschen Markt ausrichten. In Dillingen an der Donau, rund 50 Kilometer nordwestlich von Augsburg, fertigt das Unternehmen aus der Schweiz künftig modulare Batteriespeichersysteme.

Die Lynus AG hat ihren Hauptsitz in Tuggen im Schweizer Kanton Schwyz und entwickelt Hard- und Software für Batteriespeicher sowie deren Steuerung und Vermarktung. In Dillingen ist die deutsche Tochter Lynus Deutschland GmbH angesiedelt. Entwicklungskapazitäten unterhält das Unternehmen außerdem im schweizerischen Müstair.

Lynus begründet die Produktion in Deutschland unter anderem mit den unterschiedlichen Anforderungen der Netzbetreiber. Netzanschlusskonzepte können sich je nach Spannungsebene, bestehender Infrastruktur und Netzgebiet unterscheiden. Durch die eigene Fertigung will das Unternehmen die Speichersysteme schneller an projektspezifische Anforderungen anpassen können.

Bei den in Dillingen zu fertigenden Speichersystemen setzt Lynus auf Lithium-Eisenphosphat-Zellen. Nach Angaben des Unternehmens sind die Batteriezellen auf mehr als 8.000 Vollzyklen ausgelegt und sollen dann noch 80 Prozent ihrer ursprünglichen Kapazität aufweisen. Der Wirkungsgrad des Speichersystems auf Gleichstromebene betrage mindestens 94 Prozent. Bei einem vollständigen Lade- und Entladevorgang sollen also höchstens sechs Prozent der Energie verloren gehen.

Die einzelnen Speichereinheiten verfügen laut Lynus über eine Kapazität von rund 800 kWh. Sie lassen sich zu größeren Systemen zusammenschalten. Je nach Ausführung liegt die Lade- und Entladeleistung bei bis zu 500 kW. Lynus bietet die Speicher für Spannungsebenen von 400, 690 und 800 Volt an.

Bei der Entwicklung des Speichersystems legt der Hersteller einen Schwerpunkt auf die Einbindung in Photovoltaikanlagen. Das System lasse sich sowohl auf der Gleichstromseite (DC) als auch auf der Wechselstromseite (AC) integrieren. Bei neuen Solarparks könne der Speicher über sogenannte Maximum-Power-Point-Tracking-Module (MPPT) auf der DC-Seite angeschlossen werden. Zusätzliche Wechselrichter auf dem Weg zwischen Solaranlage und Speicher sind dann laut Lynus nicht erforderlich. Dadurch lassen sich Wandlungsverluste reduzieren. Die AC-Variante richtet sich dagegen insbesondere an Betreiber, die bestehende Anlagen um einen Speicher ergänzen wollen.

Neben der Speicherhardware hat Lynus ein eigenes Energiemanagementsystem (EMS) entwickelt. Die Software steuert Energieflüsse und soll Speicher je nach Einsatzfall für mehrere Anwendungen nutzen können. Nach Unternehmensangaben kommt das auf maschinellem Lernen basierende System bereits in mehr als 1.500 Anlagen in Deutschland und der Schweiz zum Einsatz. Lynus koppelt die Steuerung zudem mit der Vermarktung von Strom und Speicherflexibilität an unterschiedlichen Strommärkten. (ds)