Stefan Liesner hat zum 1. September die Geschäftsführung von SL NaturEnergie verstärkt. Der Wechsel führt ihn von der KWK-Branche in die Windenergie. Bei 2G Energy war Liesner in den vergangenen Jahren als Global Head of Marketing and Public Affairs tätig. Bei „SL NaturEnergie“ arbeitet er nun an der Seite des geschäftsführenden Inhabers und Unternehmensgründers Klaus Schulze Langenhorst.
Liesner und Schulze Langenhorst kennen sich aus ihrer gemeinsamen Arbeit im Vorstand des Landesverbands Erneuerbare Energien NRW. Dort hätten sie über Jahre eine gemeinsame Sicht auf die Energiewende entwickelt, sagt Liesner im Gespräch mit der Redaktion.
„Uns verbindet die Überzeugung, dass jede Technologie letztlich nur ein Mosaikstein in der Gesamtbetrachtung der Energiewende ist. Entscheidend ist das Zusammenspiel der verschiedenen Technologien – und dass Unternehmen bereit sind, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen. Die Windenergie hat mich dabei persönlich schon immer fasziniert.“ Der Wechsel zu SL gibt Stefan Liesner nach eigenen Angaben die Möglichkeit, neben strategischen und politischen Fragen stärker an der operativen Entwicklung konkreter Projekte mitzuwirken.
Kaufmännische Bereiche im FokusDie Aufgaben innerhalb der Geschäftsführung haben Liesner und Schulze Langenhorst grundsätzlich nach kaufmännischen und technischen Bereichen aufgeteilt. Liesner verantwortet vor allem die kaufmännische Seite, Schulze Langenhorst die technischen Themen. Im Tagesgeschäft seien die Übergänge jedoch fließend, erklärt Liesner. Angesichts der Veränderungen auf den Energiemärkten wolle das Unternehmen auf starre Zuständigkeiten verzichten.
Liesner: „Umso wichtiger ist es uns, bei SL NaturEnergie ein Team zu formen, das agil und hochmotiviert arbeitet und den Herausforderungen der Energiewende mit eigenen Ideen und Konzepten begegnet. So habe ich meine Rolle bereits bei 2G verstanden und so verstehe ich auch meine Aufgabe in der Geschäftsführung bei SL. Die ersten Wochen haben mich dabei sehr positiv gestimmt. Die Motivation und Identifikation der Kolleginnen und Kollegen in den verschiedenen Abteilungen sind wirklich beeindruckend.“
Für Liesner verändert sich mit dem Wechsel auch die Perspektive auf die Energiewende. Bei 2G beschäftigte er sich unter anderem mit der Rolle dezentraler KWK-Anlagen in einem Energiesystem mit wachsenden Anteilen erneuerbarer Energien. Bei SL Naturenergie steht nun die Frage im Mittelpunkt, wie sich der weitere Ausbau erneuerbarer Erzeugung wirtschaftlich organisieren lässt. Seine Erfahrungen aus der KWK-Branche will Liesner dabei in die Projektentwicklung und die politische Arbeit einbringen.
Neue Geschäftsmodelle für WindstromEin Schwerpunkt soll auf Geschäftsmodellen liegen, die Erzeugung und Verbrauch stärker miteinander verbinden. SL Naturenergie hat bereits Direktstromlieferungen aus Windenergieanlagen an Industriebetriebe umgesetzt. An solche Konzepte will Liesner anknüpfen. Neben der Projektierung und dem Betrieb von Windenergieanlagen rücken damit die direkte Versorgung industrieller Abnehmer sowie die Kombination von Erzeugungsanlagen und Speichern stärker in den Fokus.
Nordrhein-Westfalen sieht Liesner dabei als einen Schwerpunkt. Das Land verbindet eine hohe industrielle Stromnachfrage mit Flächen für den Ausbau erneuerbarer Energien. Perspektiven sieht er unter anderem im Umfeld neuer Rechenzentren. Erzeugung und Verbrauch räumlich stärker zusammenzuführen, könne neue Geschäftsmodelle für Projektierer und industrielle Abnehmer eröffnen.
Daneben bleibt das Repowering bestehender Windparks ein Geschäftsfeld für SL Naturenergie. Bestehende Standorte bieten aus Sicht des Unternehmens Möglichkeiten, die Stromerzeugung durch neue Anlagen zu erhöhen. Zugleich sieht Liesner weiteren Handlungsbedarf beim Ausbau der Stromnetze. Für Investitionen in neue Projekte seien zudem verlässliche Rahmenbedingungen erforderlich.
„Hier bestehen erhebliche Potenziale, die vorhandenen Standorte weiterzuentwickeln und die Stromerzeugung zu optimieren“, erzählt Liesner im Gespräch. Unser Heimatmarkt Nordrhein-Westfalen hat sich bei der Windenergie in den vergangenen Jahrzehnten sehr dynamisch entwickelt. Als industrie- und einwohnerstarkes Bundesland bietet NRW deshalb besondere Möglichkeiten, erneuerbare Stromerzeugung und regionale Nachfrage stärker zusammenzubringen.
(hr)
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Stefan Liesner Quelle: 2G Energy |