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Heidi Roider
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Dienstag, 15.09.2026, 12:46 Uhr
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Holzenergieunternehmen halten sich mit Investitionen zurück
Eine Branchenumfrage zeigt Kritik an Bürokratie und fehlender Planbarkeit. Die Holzenergiebranche fordert Änderungen bei EEG, Biomasseverordnung und Wärmeförderung.
Die Unternehmen der Holzenergiebranche sehen fehlende Planbarkeit und bürokratische Belastungen weiterhin als zentrale Hemmnisse für ihre Geschäftstätigkeit. Das geht aus der Branchenumfrage 2026 hervor, die der Fachverband Holzenergie (FVH) im Vorfeld des 26. Fachkongresses Holzenergie vorgestellt hat. Der Verband fordert von der Bundesregierung Änderungen an mehreren energie- und förderpolitischen Regelungen.

58 Prozent der Befragten nennen demnach bürokratische Belastungen und langwierige Genehmigungsverfahren als Herausforderung. Nahezu ebenso viele, 57 Prozent, beklagen eine mangelnde Planbarkeit. Auch die Bewertung der politischen Rahmenbedingungen fällt überwiegend kritisch aus: 58 Prozent beurteilen die politische Situation für die Holzenergie als „schlecht“ oder „sehr schlecht“. Nach Angaben des Verbandes erwarten die befragten Unternehmen zudem kaum positive Impulse aus den derzeitigen regulatorischen Vorhaben. 

Verschlechtert hat sich nach den Ergebnissen der Umfrage die Einschätzung des wirtschaftspolitischen Umfelds. 44 Prozent der Befragten bezeichnen den wirtschaftspolitischen Rahmen 2026 als herausfordernd. Im vergangenen Jahr hatte dieser Anteil bei 30 Prozent gelegen. Damit stieg der Wert innerhalb eines Jahres um 14 Prozentpunkte.

„Die Umfrage zeigt deutlich, dass die Branche investieren und ihren Beitrag zur erneuerbaren Energieversorgung leisten will. Was den Unternehmen fehlt, sind langfristig verlässliche Rahmenbedingungen und weniger Bürokratie – dies führt zu einer Abwartehaltung bei den Investitionen“, sagte dazu Sebastian Henghuber, Vorstand des Fachverbands Holzenergie und Vorstand der MW Biomasse AG.

Nachhaltigkeitsvorgaben stehen in der Kritik

Als Belastung nennen die Unternehmen insbesondere die Vorgaben der Biomasse- und der Biomassestrom-Nachhaltigkeitsverordnung. Der Verband verbindet damit seine Forderung nach einer aus seiner Sicht praxistauglichen Umsetzung der europäischen Erneuerbare-Energien-Richtlinie RED III in deutsches Recht. Für die kommenden Monate nennt der FVH drei regulatorische Schwerpunkte. Dazu gehört zunächst ein zügiger Abschluss der EEG-Novelle. Daneben fordert der Verband Anpassungen bei der Umsetzung von RED III in der Biomasseverordnung. Zudem sollen bestehende Förderbeschränkungen für Prozesswärmeanlagen auf Holzbasis entfallen.

Der Fachverband begründet seine Forderungen auch mit der Rolle der Holzenergie im Wärmemarkt. Nach Verbandsangaben erzeugte Holzenergie 2025 rund 136 TWh Wärme. Dadurch seien fossile Energieimporte im Wert von mehr als 5 Milliarden Euro ersetzt worden. Die Berechnung stammt vom Verband. 

Marlene Mortler, Vorstandsvorsitzende des Fachverbands Holzenergie, verweist zudem auf den Anteil erneuerbarer Energien am Wärmesektor. Dieser liege bei 19 Prozent. Holzenergie könne aus Sicht des Verbandes dazu beitragen, die Abhängigkeit von fossilen Energieimporten zu verringern und Wertschöpfung insbesondere in ländlichen Regionen zu halten.

Forderungen betreffen auch Wärmenetze

Handlungsbedarf sieht die Branche außerdem bei der Förderung von Wärmenetzen. Der Verband fordert, bestehende Beschränkungen für den Einsatz von Holz aufzuheben. Julia Möbus, Vorständin des Fachverbands Holzenergie und Geschäftsführerin des Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverbandes, spricht sich für „faire und verlässliche Rahmenbedingungen“ aus.

Damit richtet der Verband seine Forderungen sowohl an die Strom- als auch an die Wärmepolitik. Im Mittelpunkt stehen aus Sicht der Branche weniger neue Förderinstrumente als Änderungen bestehender regulatorischer Vorgaben. Die Umfrageergebnisse deuten dabei vor allem auf zwei Probleme hin: Die Unternehmen sehen ihre Investitionsentscheidungen durch fehlende Planungssicherheit erschwert und den administrativen Aufwand als Belastung für neue Projekte. (hr)

Die Ergebnisse der Branchenumfrage 2026 sind auf der Internetseite des Fachverbandes Holzenergie verfgügbar.