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Jesko Neeb und Georg Eble
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Donnerstag, 03.09.2026, 10:30 Uhr
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Niederösterreicher kaufen Baywa-Ladenetz
Der niederösterreichische Regionalversorger EVN - in Österreich bereits Marktführer beim Ladenetz - expandiert nach Deutschland. Dort hatte er bisher keine Ladesäulen.
Die österreichische EVN AG steigt mit der Übernahme der Baywa Mobility Charging (BMC) in den deutschen Markt für Schnellladeinfrastruktur ein. Über die Tochter EVN Energieservices GmbH haben die Österreicher eine Vereinbarung zum Erwerb von 100 Prozent der BMC-Anteile von BayWa Mobility Solutions GmbH unterzeichnet.
BMC betreibt laut Mitteilung High-Power-Charging-(HPC)-Infrastruktur in Deutschland an derzeit mehr als 30 Standorten mit insgesamt 170 öffentlichen HPC-Ladepunkten mit Leistungen von bis zu 400 kW. Bis 2027 soll das Portfolio 54 Standorte mit insgesamt 306 HPC-Ladepunkten umfassen. Der geografische Schwerpunkt des Netzes liegt in Bayern. Ergänzend betreibt die Gesellschaft Standorte in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen.
EVN bezeichnet sich mittlerweile als Österreich-Marktführer bei Ladepunkten. Der dortige Energieregulierer E-Control bestätigte diesen Anspruch im August mit seiner jüngsten Ladesäulen-Statistik (wir berichteten). Ihr zufolge betreibt die Tochter EVN Energieservices GmbH seit August 3.561 über Österreich verteilte Ladepunkte. Das ist ein Marktanteil von knapp 9 Prozent von 39.800 Ladepunkten. Der Konzern selbst kommuniziert 3.850 Ladepunkte. Über eine EVN-Ladekarte haben Automobilisten Zugang zu europaweit 140.000 Lademöglichkeiten. 2010 war die erste Ladestation des Unternehmens in Betrieb genommen worden.
Der frühere Österreich-Marktführer „da Emobil“ kam demgegenüber nur auf 2.929 Stationen − gut 7 Prozent. Ende 2025 waren der erste und der zweite Platz laut Austriatech genau umgekehrt gewesen. Da Emobil ist ein Gemeinschaftsunternehmen des Tankstellenbetreibers und Energiehändlers Gutmann mit dem Elektrotechnik- und Gebäudetechnik-Unternehmen Fiegl und Spielberger, beide aus Tirol.
Weiter eine große Rolle in der Ladeinfrastruktur spielen die anderen österreichischen Strom-Regionalversorger. In Deutschland hat die EVN bisher keine Ladepunkte, geht aus einer Auswertung des Ladesäulenregisters der Bundesnetzagentur durch diese Redaktion hervor.
EVN will bis 2030 jährlich 1 Milliarde Euro investieren, davon gehen 10 Prozent in die E-Mobilität. Die Expansion in andere Länder gehört ausdrücklich zu dieser Strategie. (jn/geo)